Themenabend

Weinprobe

Spanien / Rioja

Dokumentationsreihe -
27 Min. - 2319 Aufrufe
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    • Sendetermine:
    • Sonntag, 25. September um 3.30 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 24. September bis zum 23. Dezember 2016
    • Verfügbar in den deutsch- und französischsprachigen Ländern Europas

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Die Rioja galt viele Jahrzehnte lang als Aushängeschild spanischer Rotweine. Die in Eichenfässern gereiften Weine hatten durch ihre lange Lagerung einen holzigen Charakter, eines ihrer Markenzeichen. Doch gerade das wurde den Winzern der Rioja zum Verhängnis. In den letzten zehn Jahren wandelte sich der Geschmack der Weintrinker ...

Die Rioja in Zentralspanien liegt eingebettet zwischen den Gebirgsmassiven der Pyrenäen und der Cordillera Cantabrica. Diese klimatisch günstige Lage fördert den Anbau hochwertiger Rotweine. In den Barriquekellern lagern die Schätze der Rioja. Die Rotweine reifen in Eichenfässern zwölf bis 36 Monate lang, bevor sie in Flaschen abgefüllt werden. Crianza, Reserva und Gran Reserva heißen die unterschiedlichen Alterungsstufen, die für die Rioja typisch sind.

Doch gerade dieses Lagerungssystem wurde den Bodegas in den letzten zehn Jahren zum Verhängnis. Der Geschmack der Weintrinker hatte sich verändert. Gefragt waren fruchtigere, junge Weine. Auf diesen Trend konnte die Rioja zunächst nicht reagieren. Ihre Weine hatten durch die Lagerung in den zum Teil bis zu 25 Jahre alten Barriquefässer einen holzigen Charakter, der auch schon mal ins Muffige ging. Inzwischen ist Bewegung in das einst starre Rioja-System gekommen.

Christina Fischer, Sommelière aus Köln, hat Kellereien in der Rioja besucht, die mit den alten Traditionen brechen. So die baskischen Brüder Berzal: Sie verzichten für ihre Gewächse auf die Bezeichnung Reserva oder Gran Reserva und lassen die Weine - unabhängig vom Rioja-System - so lange in neuen Fässern reifen, wie sie es für angemessen halten. Ihr Winzerkollege Fernando Remirez de Ganuza gilt als der innovativste Weinmacher der Rioja. Ständige Selektion und absolute Sauberkeit gehören für ihn zum Credo des Weinmachens. Seine Reserva-Weine gewinnt er daher ausschließlich aus dem oberen Teil der Rebe, der so genannten Schulter, den jungen Wein aus dem unteren, dem Fuß. Auch seine Weine reifen ausschließlich in neuem Holz. Beiden, Remirez de Ganuza und Berzal, ist eines gemeinsam: Sie werden beraten von der deutschen Önologin Alexandra Schmedes.

An der alten Rioja-Tradition fest hält dagegen die Bodega "Compañia Vinicola del Norte de España", im spanischen Volksmund kurz "Cune" genannt. Sie gehört zu den ältesten und größten der Region. Lediglich beim Fassausbau hat man die Zeichen der Zeit erkannt und achtet bei der Verwendung der Barriquefässer auf Qualität und ständige Kontrolle eventuell schadhafter Hölzer. Der Önologe von Cune, Basilio Izquierdo, will auch weiterhin am Rioja-System festhalten, schließlich hat er 30 Jahre Erfahrung damit. Denn den spanischen Rioja-Liebhabern gefällt die traditionelle Note ihrer Rotweine.

Besetzung und stab
  • Regie:Alix F. Meier
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2003
  • Herkunft:ZDF
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    Die Rioja in Zentralspanien liegt eingebettet zwischen den Gebirgsmassiven der Pyrenäen und der Cordillera Cantabrica. Diese klimatisch günstige Lage fördert den Anbau hochwertiger Rotweine. In den Barriquekellern lagern die Schätze der Rioja. Die Rotweine reifen in Eichenfässern zwölf bis 36 Monate lang, bevor sie in Flaschen abgefüllt werden. Crianza, Reserva und Gran Reserva heißen die unterschiedlichen Alterungsstufen, die für die Rioja typisch sind.

    Doch gerade dieses Lagerungssystem wurde den Bodegas in den letzten zehn Jahren zum Verhängnis. Der Geschmack der Weintrinker hatte sich verändert. Gefragt waren fruchtigere, junge Weine. Auf diesen Trend konnte die Rioja zunächst nicht reagieren. Ihre Weine hatten durch die Lagerung in den zum Teil bis zu 25 Jahre alten Barriquefässer einen holzigen Charakter, der auch schon mal ins Muffige ging. Inzwischen ist Bewegung in das einst starre Rioja-System gekommen.

    Christina Fischer, Sommelière aus Köln, hat Kellereien in der Rioja besucht, die mit den alten Traditionen brechen. So die baskischen Brüder Berzal: Sie verzichten für ihre Gewächse auf die Bezeichnung Reserva oder Gran Reserva und lassen die Weine - unabhängig vom Rioja-System - so lange in neuen Fässern reifen, wie sie es für angemessen halten. Ihr Winzerkollege Fernando Remirez de Ganuza gilt als der innovativste Weinmacher der Rioja. Ständige Selektion und absolute Sauberkeit gehören für ihn zum Credo des Weinmachens. Seine Reserva-Weine gewinnt er daher ausschließlich aus dem oberen Teil der Rebe, der so genannten Schulter, den jungen Wein aus dem unteren, dem Fuß. Auch seine Weine reifen ausschließlich in neuem Holz. Beiden, Remirez de Ganuza und Berzal, ist eines gemeinsam: Sie werden beraten von der deutschen Önologin Alexandra Schmedes.

    An der alten Rioja-Tradition fest hält dagegen die Bodega "Compañia Vinicola del Norte de España", im spanischen Volksmund kurz "Cune" genannt. Sie gehört zu den ältesten und größten der Region. Lediglich beim Fassausbau hat man die Zeichen der Zeit erkannt und achtet bei der Verwendung der Barriquefässer auf Qualität und ständige Kontrolle eventuell schadhafter Hölzer. Der Önologe von Cune, Basilio Izquierdo, will auch weiterhin am Rioja-System festhalten, schließlich hat er 30 Jahre Erfahrung damit. Denn den spanischen Rioja-Liebhabern gefällt die traditionelle Note ihrer Rotweine.

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    • Regie:Alix F. Meier
    • Land:Deutschland
    • Jahr:2003
    • Herkunft:ZDF
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