Themenabend

Weinprobe

Burgund

Dokumentationsreihe -
27 Min. - 3002 Aufrufe
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    • Sendetermine:
    • Montag, 26. September um 2.45 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 25. September bis zum 24. Dezember 2016
    • Verfügbar in den deutsch- und französischsprachigen Ländern Europas

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In dieser Folge ist das Drehteam zu Besuch im französischen Winzerstädtchen Beaune. Drei Tage lang feiert Burgund Jahr für Jahr im November sich selbst und seinen Wein - unter tatkräftiger Beteiligung vieler Touristen, Weinliebhaber, Weinhändler und Winzer aus aller Welt. Im Mittelpunkt stehen Weine aus den Kellern des "Hospice de Beaune".

Jahr für Jahr im November ist das französische Städtchen Beaune im Ausnahmezustand: Drei Tage lang feiert das Burgund - unter tatkräftiger Beteiligung zahlloser Touristen, Weinliebhaber, Weinhändler und Winzer aus aller Welt - sich selbst und seinen Wein. Im Mittelpunkt der glorreichen Tage, der "Trois Glorieuses", steht die Auktion der Weine aus den Kellern des ehemaligen Hospitals und heutigen Museums "Hospice de Beaune". Die Fässer stammen aus jenen Weinparzellen, die geheilte Patienten über die Jahrhunderte hinweg dem Hospiz gestiftet haben. In der historischen Markthalle von Beaune werden sie unter großer Anteilnahme der Bevölkerung meistbietend versteigert.

Die Weine sind frisch und noch nicht ausgebaut und gehen nach der Auktion sofort in die Verantwortung der Käufer über - ein Geschäft, das nicht ohne Risiko ist. Die Versteigerung ist daher nicht nur ein burleskes Ereignis, sie gilt auch als Gradmesser für die Entwicklung der aktuellen Burgunder-Preise am Markt. Entsprechend hoch ist die Nervosität der Händler und Erzeuger.

Am Vorabend der Auktion findet im ehemaligen Zisterzienser-Kloster Clos-de-Vougeot ein glanzvolles Fest statt. Ausgerichtet wird die hochkarätig besetzte Veranstaltung von dem "Chapitre de la Confrérie des Chevaliers du Tastevin", einer traditionsreichen burgundischen Weinbruderschaft, die sich die Förderung burgundischer Lebensart und Weine zum Ziel gesetzt hat. Krönender Abschluss der Feierlichkeiten ist schließlich zwei Tage später die "Paulée de Meursault", ein üppiges Festmahl für mehrere Hundert Gäste im Château de Meursault.

Die "Trois Glorieuses" genießt auch die Kölner Sommelière Christina Fischer. Abseits burgundischer Folklore und Fröhlichkeit trifft sie zunächst die einstige Winzerin Comtesse de Loisy. Die 90-Jährige war 1947 die erste Önologin Frankreichs und hat ihre eigenen Ansichten, was die "richtige" Verkostung eines Weines angeht.

Vom Enkel des Gründers der "Confrérie des Chevaliers du Tastevin", von François Faiveley, lässt Christina Fischer sich die Geschichte dieser "Wein-Ritterschaft" erzählen, die mit ihrer inzwischen 70 Jahre alten Erfindung der "Trois Glorieuses" einen alljährlichen Höhepunkt für die Weinliebhaber in aller Welt geschaffen hat.

Alberic Bichot, der Geschäftsführer eines der beiden letzten noch in Familienbesitz befindlichen Weinhandelshäuser von Beaune, vertraut Christina Fischer an, dass er sich im Angesicht der internationalen Konkurrenz auf dem Weinmarkt inzwischen "ein bisschen wie Asterix" fühlt. Auch dem anderen Handelshaus, das gänzlich ohne Fremdkapital operiert, der Maison Louis Latour, geht es nicht anders. Fabrice Louis Latour, im gleichen Alter wie Alberic Bichot, wird dennoch bei der Versteigerung zwangsläufig zum Konkurrenten seines Kollegen.

Hektik, Spannung und Aufregung während der "Trois Glorieuses" zeigen jenseits der Folklore, dass sich die Weinszene Burgunds im Umbruch befindet. Das weiß auch Jean-Baptiste Bouzereau, ein kleiner Weißweinproduzent in Meursault. Seit ein paar Jahren führt er unter beträchtlichen Risiken den Familienbetrieb, findet aber immer noch Zeit als ehrenamtlicher Verantwortlicher der "Paulée de Meursault" für deren Gelingen zu sorgen. Mit dem lebhaften Gelage klingt das Wochenende der "Trois Glorieuses" aus.

Besetzung und stab
  • Regie:Ralph Eue
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2003
  • Herkunft:ZDF
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    Jahr für Jahr im November ist das französische Städtchen Beaune im Ausnahmezustand: Drei Tage lang feiert das Burgund - unter tatkräftiger Beteiligung zahlloser Touristen, Weinliebhaber, Weinhändler und Winzer aus aller Welt - sich selbst und seinen Wein. Im Mittelpunkt der glorreichen Tage, der "Trois Glorieuses", steht die Auktion der Weine aus den Kellern des ehemaligen Hospitals und heutigen Museums "Hospice de Beaune". Die Fässer stammen aus jenen Weinparzellen, die geheilte Patienten über die Jahrhunderte hinweg dem Hospiz gestiftet haben. In der historischen Markthalle von Beaune werden sie unter großer Anteilnahme der Bevölkerung meistbietend versteigert.

    Die Weine sind frisch und noch nicht ausgebaut und gehen nach der Auktion sofort in die Verantwortung der Käufer über - ein Geschäft, das nicht ohne Risiko ist. Die Versteigerung ist daher nicht nur ein burleskes Ereignis, sie gilt auch als Gradmesser für die Entwicklung der aktuellen Burgunder-Preise am Markt. Entsprechend hoch ist die Nervosität der Händler und Erzeuger.

    Am Vorabend der Auktion findet im ehemaligen Zisterzienser-Kloster Clos-de-Vougeot ein glanzvolles Fest statt. Ausgerichtet wird die hochkarätig besetzte Veranstaltung von dem "Chapitre de la Confrérie des Chevaliers du Tastevin", einer traditionsreichen burgundischen Weinbruderschaft, die sich die Förderung burgundischer Lebensart und Weine zum Ziel gesetzt hat. Krönender Abschluss der Feierlichkeiten ist schließlich zwei Tage später die "Paulée de Meursault", ein üppiges Festmahl für mehrere Hundert Gäste im Château de Meursault.

    Die "Trois Glorieuses" genießt auch die Kölner Sommelière Christina Fischer. Abseits burgundischer Folklore und Fröhlichkeit trifft sie zunächst die einstige Winzerin Comtesse de Loisy. Die 90-Jährige war 1947 die erste Önologin Frankreichs und hat ihre eigenen Ansichten, was die "richtige" Verkostung eines Weines angeht.

    Vom Enkel des Gründers der "Confrérie des Chevaliers du Tastevin", von François Faiveley, lässt Christina Fischer sich die Geschichte dieser "Wein-Ritterschaft" erzählen, die mit ihrer inzwischen 70 Jahre alten Erfindung der "Trois Glorieuses" einen alljährlichen Höhepunkt für die Weinliebhaber in aller Welt geschaffen hat.

    Alberic Bichot, der Geschäftsführer eines der beiden letzten noch in Familienbesitz befindlichen Weinhandelshäuser von Beaune, vertraut Christina Fischer an, dass er sich im Angesicht der internationalen Konkurrenz auf dem Weinmarkt inzwischen "ein bisschen wie Asterix" fühlt. Auch dem anderen Handelshaus, das gänzlich ohne Fremdkapital operiert, der Maison Louis Latour, geht es nicht anders. Fabrice Louis Latour, im gleichen Alter wie Alberic Bichot, wird dennoch bei der Versteigerung zwangsläufig zum Konkurrenten seines Kollegen.

    Hektik, Spannung und Aufregung während der "Trois Glorieuses" zeigen jenseits der Folklore, dass sich die Weinszene Burgunds im Umbruch befindet. Das weiß auch Jean-Baptiste Bouzereau, ein kleiner Weißweinproduzent in Meursault. Seit ein paar Jahren führt er unter beträchtlichen Risiken den Familienbetrieb, findet aber immer noch Zeit als ehrenamtlicher Verantwortlicher der "Paulée de Meursault" für deren Gelingen zu sorgen. Mit dem lebhaften Gelage klingt das Wochenende der "Trois Glorieuses" aus.

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    • Jahr:2003
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