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Alltag einer Behörde

Das Ministerium für Staatssicherheit

Montag, 29. September 2008 um 23.10 Uhr

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Alltag einer Behörde
(Deutschland, 2002, 90mn)
MDR
Regie: Christian Klemke

Stereo

Nichts war in der DDR so geheim wie die Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit. Die Bedrohung, die vom MfS ausging, war unbestimmt und unkalkulierbar. Neun ehemalige Mitarbeiter erzählen vom Innenleben des MfS-Apparates, vom Lebensgefühl seiner Beschäftigten und von den Techniken der Geheimdienstarbeit.

Nichts war in der DDR so geheim wie die Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit. Die Bedrohung, die vom MfS ausging, war unbestimmt und unkalkulierbar. Für fast 100.000 hauptamtliche Mitarbeiter war das MfS jedoch täglicher Arbeitsplatz. Neun von ihnen, zuletzt Generäle oder hohe Offiziere, treten in diesem Film vor die Kamera und erzählen vom Innenleben des MfS-Apparates, vom Lebensgefühl seiner Mitarbeiter und von den Techniken der zur täglichen Routine gewordenen Geheimdienstarbeit. Wie verlief eine Verhaftung, wie ein Verhör, wie die Anwerbung eines Inoffiziellen Mitarbeiters und was waren die Praktiken in der Untersuchungshaft? Sie erzählen von ihrer Befriedigung beim Erreichen eines Geständnisses, von ihrem Verhältnis zu Minister Erich Mielke und von ihren Gefühlen gegenüber abtrünnigen Mitarbeitern. Immer wieder geraten die ehemaligen MfS-Angehörigen dabei in nostalgisches Schwärmen oder in den Zwang zur Selbstrechtfertigung: "Sie glauben ja gar nicht, was für prächtige Kollektive wir im MfS hatten", sagt Wolfgang Schwanitz, zuletzt Stellvertreter von Minister Mielke. Und Willi Opitz, ehemals Rektor der Juristischen Hochschule des MfS, ergänzt: "Ich lasse mir keine Verbrechen einreden."

Der Dokumentarfilm ist keine investigative Spurensuche voller sensationeller Enthüllungen, sondern ein Film über das Menschenbild und das Selbstverständnis sowie über die Rechtfertigungsstrategien ehemaliger Mitarbeiter der Staatssicherheit. Und ein Film über die menschenverachtenden Techniken der Stasi - erzählt von den Tätern selbst.
Der Berliner Regisseur Christian Klemke und der aus Hamburg stammende Autor Jan N. Lorenzen legen mit "Das Ministerium für Staatssicherheit - Alltag einer Behörde" bereits das vierte gemeinsame Filmprojekt vor. Ihre Zusammenarbeit begann mit dem 1997 entstandenen Film "Duell der Diktatoren" und wurde 1999 mit dem Film "Die Sekretäre" fortgesetzt. 2002 realisierten sie die dreiteilige Dokumentationsreihe "Roter Stern über Deutschland - Die sowjetische Militärherrschaft 1945 bis 1994".