Katalonien liegt im Nordosten der iberischen Halbinsel, schon an der Grenze zu Frankreich, zwischen den Pyrenäen und der Mittelmeerküste. Die Katalonen haben ihre regionale Eigenart bewahrt. Sie selbst halten sich für die Preußen Spaniens.

Aus ihrer Sicht sind sie fleißiger, zuverlässiger und mutiger als übrigen Spanier – und erinnern gern daran, dass sie das höchste Bruttosozialprodukt erwirtschaften. Die katalonische Küche dagegen ist wenig preußisch-frugal und auf Pflichterfüllung bedacht. Sie hat den lässigen Charme des Südens. Tomaten sind ein absolutes Muss, Auberginen, Artischocken, Zucchini, Paprika, aromatische Kräuter und Olivenöl weitere Grundzutaten. Eine Besonderheit sind die vielen Würste, allen voran die Butifarra, eine zum Braten oder Kochen geeignete Schweinewurst, die mit Knoblauch und anderen Gewürzen roh luftgetrocknet und anschließend kühl aufbewahrt wird.

Die Katalanen gelten als einfallsreiche Köche. Typische Gerichte sind „Arroz a la Catalana“, ein Reisgericht mit Kaninchen oder Hühnerfleisch, „Escalivat“, gegrilltes Gemüse in Olivenöl, und „Conill con caragols“, Kaninchen mit Schnecken und Aioli. Das ist auch das Lieblingsgericht von Wilma Baró, einer Obstbäuerin aus dem Dorf Seros. Es liegt im Landesinnern, in der Provinz Lleida, 200 km von Barcelona entfernt. Hier wurde bis in die vierziger Jahre Weizen angebaut und Viehwirtschaft betrieben Bedingt durch die zunehmende Konkurrenz anderer Regionen Spaniens stiegen die Bauern allerdings auf Obstwirtschaft um.

Aus der Umgebung von Seros kommen inzwischen die besten Pfirsiche und Nektarinen Kataloniens. Wilma und ihr Mann Miguel waren früher einmal Mitglied der örtlichen Kooperative. Aber seit 15 Jahren vermarktet Miguel selbst. Zweimal pro Woche fährt er mit seinem Kleinlaster auf den Großmarkt nach Barcelona. Wilma und Miguel leben mit der Natur und beide leiden mit ihr. Hagelschäden, Trockenheit oder Schädlingsbefall machen ihnen zu schaffen. Kein Jahr ist wie das andere, jedes Mal fällt die Ernte anders aus. Doch den Mut verlieren sie nie. Schließlich sind sie die Preußen Spaniens.