Er wandte sich entschieden gegen den Evolutionismus, der eine Rangordnung menschlicher Gesellschaften etabliert, und entwickelte einen eigenen Forschungsansatz, die teilnehmende Beobachtung. Bei dieser Methode verlässt der Forscher seinen „Elfenbeinturm“ und lebt längere Zeit mitten unter den Menschen, die er erforscht. Dies war der Beginn der anthropologischen Feldforschung.Ab 1883 teilte Boas zwei Jahre lang das Leben der Inuit und machte sich allmählich mit ihrer Sprache und ihrer Lebensweise vertraut.
Sprache ist für Boas eines der objektivsten Kriterien zum Umreißen der Identität einer gesellschaftlichen Gruppe.
Boas zeichnet sich durch eine neue, ganzheitliche Vorgehensweise aus: Für ihn genügt es nicht, Gegenstände zu sammeln. Man muss vielmehr umfassende Informationen über ihre Herkunft, ihren einheimischen Namen, ihre genaue Verwendung und ihren ursprünglichen Besitzer zusammentragen und versuchen, Aufschluss über Traditionen und Riten im Zusammenhang mit diesen Gegenständen zu erhalten.
Doch vor allem setzt laut Boas das Verständnis fremder Gesellschaften eine genaue Untersuchung ihrer Traditionen und Mythen voraus. Genau wie Grosse gelangt Boas zu dem Schluss, dass die gesammelten Objekte Ausdruck eines schöpferischen Vorgangs und somit Kunstwerke sind.
Links
Kurze Biographie auf Englisch - www.biography.com
Ausführlichere Biographie auf Englisch mit weiterführenden Links - www.mnsu.edu
10-seitige Arbeit über Franz Boas, den Burschenschafter und Schwiegersohn eines österreichischen Revolutionärs (Pdf-Datei) - www.burschenschaft.de
Literaturliste mit Publikationen von Franz Boas, verfügbar in der Deutschen Bibliothek - dispatch.opac.ddb.deBuchtipp
Primitive Art, Franz Boas Dover Publications, 1955.






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