Der Ausdruck "Ich kenne meine Pappenheimer" ist in Deutschland ein geflügeltes Wort. Der Lehrer würde das z.B. zu einem Schüler sagen, der – wieder einmal – zu spät kommt. der wachsame Hausmeister, der zu wissen glaubt, wer immer wieder Restmüll in die falsche Tonne tut. Die Pappenheimer sind also Leute, deren Fehler und Schwächen wohlbekannt sind. Aber "die Pappenheimer", das sind zunächst die Einwohner der kleinen bayerischen Ortschaft Pappenheim.Warum wurden die Pappenheimer von Pappenheim zu solchen Sündenböcken? Die Antwort auf diese Frage muss man bei keinem Geringeren als Friedrich Schiller suchen, genauer in seinem Drama: Wallensteins Tod. Anfang des 17. Jahrhunderts, im Dreissigjährigen Krieg, war General Albrecht von Wallenstein so stolz auf die Tapferkeit der Soldaten von Marschall Gottfried Heinrich Graf von Pappenheim gegenüber den Schweden, dass er ausrief: "Daran erkenn ich meine Pappenheimer". Eine schöne Würdigung also von Treue und Einsatz des Pappenheimschen Regiments.
Aber später sollen diese tapferen Soldaten, wieder unter dem Kommmando von Graf Pappenheim, die schwedischen Besatzer aus vertreiben. Das militärische Unternehmen wurde so erfolgreich durchgeführt, dass die Stadt zwar befreit, aber völlig niedergebrannt wurde. Wahrscheinlich war dieser Übereifer, der zu einem anderen als dem erhofften Ergebnis führte, der Grund dafür, dass der Ausdruck: "daran erkenn ich meine Pappenheimer" eine andere Bedeutung bekam.
Es gibt allerdings noch eine andere Erklärung für diesen sonderbaren Spruch. Im Mittelalter wurde in Pappenheim ein Reichstag abgehalten. Weil der Saal hoffnungslos überfüllt ist, bricht der Holzfussboden ein und die erlauchte Gesellschaft landet eine Etage tiefer in der Jauchegrube. Damit sich so ein peinlicher Zwischenfall nicht am Hofe wiederholt, sollten die Leute aus Pappenheim - unter dem Befehl des Marschalls – über Sicherheit und Sauberkeit wachen. Und deshalb nannten die Bayern alle Bediensteten, die Strassen von Dreck und Unrat freihalten mussten: Pappenheimer. Wie dem auch sei: In jedem Fall ist Undank der Lohn. Die sprichwörtliche Redensart, die in beiden Fällen Anerkennung für gute Leistung ausdrückte - sei es mit der Waffe oder mit dem Besen - hat den Sinn gewechselt. Heute meint sie das Gegenteil von dem, was Wallenstein ausdrücken wollte.







per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

