Eigentlich wollte der Japaner Kikuo Morimoto nur ein paar Monate in Kambodscha bleiben. 15 Jahre sind mittlerweile daraus geworden. Der ehemalige Kimonomaler war bei seiner ersten Reise nach Phnom Penh auf die Spur der fast ausgelöschten Tradition der Seidenweberei gestoßen. Ausgelöscht während der Diktatur der Roten Khmer und dem nachfolgenden Bürgerkrieg, unter dem Kambodscha jahrzehntelang gelitten hat. Fast zwei Millionen Menschen - nahezu ein Drittel der Bevölkerung - wurde von den Gefolgsleuten Pol Pots in den vier Jahren ihrer Herrschaft Mitte der 70er Jahre systematisch umgebracht. Für ihr Ziel, den neuen Menschen zu schaffen, zertrümmerten die Roten Khmer im Namen eines Steinzeit-Kommunismus alles Geistige und Sinnliche im Land. Damit verschwand beinahe auch die weltweit einmalige Kunst der Seidenherstellung. Morimoto grub die alten Rezepturen des Färbens wieder aus: Rot wurde aus dem Saft der Lackschildläuse gewonnen, braun aus dem Sud der Kokosnussschalen und grau aus den ausgekochten Ästen des Lychee-Baums. Und er studierte die in Vergessenheit geratenen, über 1.200 Jahre alten Muster. 1996 gründete er eine Weberei.
Im ganzen Land konnte er nur noch ein Dutzend Weberinnen aufspüren und für sein Projekt begeistern. Heute vermitteln sie ihr Wissen an jüngere Frauen. Obwohl seit 1999 in Kambodscha Frieden herrscht, ist die schreckliche Zeit für viele dieser Frauen immer noch gegenwärtig. Auch für Phorn Loan. Sie versorgt vier Kinder und einen vom Krieg gezeichneten Ehemann. Mit 37 Jahren lernt sie nun zum ersten Mal einen Beruf und sieht für sich und ihre Familie eine Zukunft.







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