Dokumentation, Deutschland 2006, Erstausstrahlung
Regie: Valentin Thurn
Manche halten an ihrer Tradition auch im Ausland fest und unterziehen ihre Töchter einer Beschneidung der Schamlippen und Klitoris, sowohl in London, Berlin und Paris als auch - um die europäischen Strafgesetze zu umgehen - auf Heimaturlaub in Afrika. Immer mehr afrikanische Frauen stellen sich gegen die blutige Tradition, unter der sie selbst ihr ganzes Leben leiden. In der Dokumentation erzählen drei Frauen mit afrikanischen Wurzeln aus England, Deutschland und Frankreich ihre ganz persönliche Geschichte.
Die weibliche Beschneidung, also die Entfernung von Klitoris oder Schamlippen, wird vor allem in afrikanischen Ländern praktiziert. Doch durch zunehmende Einwanderung hat dieses grausame Ritual auch seinen Weg nach Europa gefunden. In der Dokumentation geben drei Frauen einen ganz persönlichen Einblick in ihr Leben, vom Tag ihrer Beschneidung, den sie nie vergessen werden, von Problemen beim Urinieren und von den Schmerzen bei der Menstruation, der Angst vor Geschlechtsverkehr und Geburt. So kämpft Fadumo Korn aus München gegen die Tradition, die immer noch von 99 Prozent der Somalierinnen praktiziert wird. Djeneba Kamara aus Paris hat sich entschieden, ihre Klitoris operativ wiederherstellen zu lassen. Und die junge, strenggläubige Muslima Layla Mohamed aus Liverpool kämpft gegen das Vorurteil, die Beschneidung der Frauen sei vom Koran vorgeschrieben. Die Erzählungen der Frauen erhellen die kulturellen und religiösen Hintergründe der Genitalbeschneidung und die Schwierigkeit mit dieser Tradition zu brechen.
Filmemacher Valentin Thurn gelang es, die Beschneiderin Hawa Gréou zu interviewen, die in Frankreich fünf Jahre im Gefängnis saß. Heute hat sie sich mit der Anwältin Linda Weil-Curiel, die zu ihrer Verurteilung beigetragen hatte, versöhnt. Ein Wendepunkt im Kampf gegen die Beschneidung?

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Europäische Ärzte sind oft überfordert, denn in ihrer Ausbildung lernen sie nichts über Frauenbeschneidung. In der Dokumentation berichten Frauen, die der schwersten Beschneidungsform unterzogen wurden - der so genannten Infibulation, bei der die Vagi- nalöffnung bis auf eine winzige Öffnung zugenäht wird - dass sie vor einer Geburt in deut- schen Krankenhäusern unter schmerzhaften Komplikationen und Blutungen litten. Doch es gibt auch Spezialisten wie Dr. Pierre Foldès aus St.-Germain-en-Laye, die Techniken entwickelt haben, um den beschnittenen Frauen zu helfen.
Frankreich und England haben vor Jahren spezifische Gesetze gegen die Beschneidung von Frauen verabschiedet. In Deutschland läuft das Thema unter Körperverletzung. Unterschiedlich werden auch Asylbegehren behandelt: So bangt Manda in einem süddeutschen Asylbewerberheim um ihren Aufenthaltsstatus. Während des Bürgerkrieges in ihrer Heimat Sierra Leone ist sie von Soldaten gezwungen worden, Beschneidungen durchzuführen, auch an Mädchen aus Stämmen, die ihre Töchter traditionell unversehrt lassen. Kehrte sie zurück, würde man sie töten. Doch hat ihre Geschichte vor einem deutschen Gericht Bestand?







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