Die Türken vor Wien (12. September 1683)1683 hallt ein Schreckensruf durch Europa: "Die Türken stehen vor Wien!" Seit 60 Tagen ist die Kaiserstadt im Würgegriff osmanischer Truppen. Fast 200.000 Mann lagern vor Wien. Kara Mustafa, der Feldherr der Osmanen, droht den Wienern: "Weigert ihr euch, Wien zu übergeben, so werden wir euch erstürmen und alle, vom Kleinsten bis zum Größten, über die Klinge springen lassen." Die Lage ist verzweifelt. Die Wiener hungern, ihre Brunnen sind verseucht und die rote Ruhr wütet. Nur noch 4.000 Verteidiger stehen auf den Mauern. Doch kapitulieren wollen sie nicht. Am 12. September 1683 ist alles nur noch eine Frage von Stunden. Für Österreich und seine Verbündeten, die Heilige Liga, gibt es an diesem Tag nur noch eine Möglichkeit: Angriff! Sonst ist Wien verloren. Mit 75.000 Mann wollen sie von den Wiener Höhen den Belagerungsring der Türken sprengen. Doch am Morgen ist die Kavallerie des polnischen Königs Jan Sobieski noch immer im Anmarsch durch den Wiener Wald. Niemand weiß, ob sie noch rechtzeitig kommt, um die Schlacht am Kahlen Berg zu Gunsten der Verbündeten zu wenden.
Aber auch für Kara Mustafa heißt es: "Heute oder nie!" Am 12. September 1683 setzt er alles auf seine Minenleger. Wenn es ihnen gelingt, nur eine weitere Mine unter der Löbel-Bastei zu zünden, ist Wien sturmreif. Und fällt Wien, dann steht den Osmanen das Tor zum christlichen Abendland offen.
Die Geschichte hätte sich so ereignen können. Aber den Wienern gelingt es, die Mine zu entschärfen, und die polnische Reiterei kommt noch zur rechten Zeit. Nach der verlorenen Schlacht am Kahlen Berg behalten die Türken mit Istanbul nur noch einen Fuß auf dem europäischen Kontinent. Habsburg aber wird zu einer der größten Landmächte Europas und Österreich ein Vielvölkerstaat, zweieinhalb Jahrhunderte lang bis 1914. Unter den Verteidigern Wiens war der Kundschafter Georg Michaelowitz. Er erzählt nach Augenzeugenberichten von der "Schlacht am Kahlen Berg", vom Tag X, an dem sich der Lauf der Geschichte änderte.
Das kleine Extra
Die dreiteilige Reihe erzählt in einer Mischform aus Dokumentation und Spielszenen die dramatischen Ereignisse der Tage X. Für die aufwändige Produktion standen hunderte von Statisten vor der Kamera. Um die Geschichte anschaulich und spannend zu erzählen, waren umfangreiche Szenenbauten notwendig, unter anderem von der Bastille und der Bresche in der Wiener Löbel-Bastei sowie von der Dammstraße im See von Tenochtitlan. Die Dreharbeiten fanden in Mexiko und in der Tschechischen Republik statt. Darüber hinaus geben Matte-Paintings ein realistisches Bild der Bastille, der Wiener Festungsanlagen sowie der untergegangenen Aztekenmetropole Tenochtitlan, von der die Konquistadoren sagten, es gäbe in ganz Europa keine Stadt, die ihr gleichkäme. Erstmals wurde die Bastille für das Programm wissenschaftlich als 3-D-Animation rekonstruiert.





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