Kurzschluss

Sondersendung Animationsfilmfestival Annecy

Kino -
65 Min.
  • Sendetermine und Verfügbarkeit Offen

    • Sendetermine:
    • Donnerstag, 15. Juni um 0.05 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 14. Juni bis zum 21. Juni 2017

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Diese Woche mit einer Sondersendung zum Animationsfilmfestival Annecy mit den fünf Kurzfilmen "Opi, das Walross" von Lucrène Andreae, "Negative Space" von Max Porter und Ru Kuwanhata, "Böses Mädchen" von Ayce Kartal, "Johnnos Tod" von Chris Shepherd und "Lupus" von Carlos Gomez Salamanca, sowie Interviews mit den jeweiligen Filmemachern.

[ARTE LANG]

 

Sondersendung Animationsfilmfestival Annecy

 

1) Opi, das Walross

Animationsfilm von Lucrèce Andreae, Frankreich 2017, Erstausstrahlung

15 Minuten, ARTE+7

 

Lucas, ein kleiner Junge, und seine Familie sind am Strand in einer Art seltsamen Trauerzug versammelt. Sie kämpfen sich gegen den starken Herbstwind die Düne hinauf. Opi ist gestorben, weil er sich zu lange gesonnt hat. Nun muss ein Altar aus Muscheln und Zigarettenstummeln errichtet und das Walross begraben werden. Ob das Meer weiß, was der Tod ist? Omi betet, Mama schreit, und Lucas muss wie alle anderen mit der Erfahrung klarkommen, jemanden zu verlieren.

Die 1988 geborene Lucrèce Andreae studierte zunächst an der Pariser École des Gobelins. Nach ihrem Abschluss wechselte sie an die renommierte Hochschule für Animationsfilm La Poudrière. Dort entstanden ihre Filme „Cocon“ (2011), „Shoes de lose“, „Changement de cap“ und ihr Studienabschlussfilm „Worte aus der Tiefe“ (alle drei 2012). „Opi, das Walross“ ist ihr neuester Animationsfilm.

 

2) Zoom – Opi, das Walross

Regisseurin Lucrèce Andreae kommentiert und erläutert ihren Animationsfilm „Opi, das Walross“.

 

3)    Negative Space

Animationsfilm von Max Porter und Ru Kuwahata, Frankreich 2017

4 Minuten, ARTE+7

 

Sams Vater ist eigentlich nie zu Hause, ständig ist er auf irgendeiner Geschäftsreise. Aber eine Sache gibt es, die Vater und Sohn auf verschwörerische Weise miteinander verbindet: Der Vater hat Sam beigebracht, wie man perfekt seinen Koffer packt, so dass möglichst viele Kleider und Gegenstände auf möglichst wenig Raum Platz finden.

Ru Kuwahata ist Japaner, Max Porter ist U.S.-Amerikaner. Seit über zehn Jahren realisieren die beiden zusammen Animationsfilme, die schon auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet wurden. Sie kombinieren gerne verschiedene Animationstechniken wie z.B. Zeichentrick, Stop Motion und Pixilation. 2008 haben sie ihr gemeinsames Animationsstudio Tiny Inventions gegründet.

 

4) Making of – Negative Space

Kurzschluss war bei der Entstehung des Animationsfilms „Negative Space“ dabei und hat dem Filmteam über die Schulter geschaut.

 

5) Böses Mädchen

Animationsfilm von Ayce Kartal, Türkei 2016, Erstausstrahlung

8 Minuten, ARTE+7

 

S. ist acht Jahre alt und lebt in der Türkei. Sie hat eine blühende Phantasie und liebt Tiere und die Natur. S. wirkt wie ein fröhliches, aufgewecktes Kind. Aber in ihre Erinnerungen an glückliche Kindertage, zum Beispiel die Ferien bei den Großeltern, mischen sich oft dunkle Gedanken: Solche an „Monster“, die sie bedrohen und ihr sagen, dass sie ein „böses Mädchen“ sei. Nach und nach erzählt S. immer mehr von sich und es wird klar, dass sie sich im Krankenhaus aufhält – und allmählich wird auch klar, weshalb. Mit den Gedanken an unbeschwerte Tage versucht sie, sich etwas vom Krankenhausalltag und den wiederkehrenden, schrecklichen Erinnerungen abzulenken.

Mit einer bedrückenden Leichtigkeit erzählt der Animationsfilm „Böses Mädchen“ die auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte eines Kindesmissbrauchs. Nach seinem vielfach prämierten Kurzfilm „Backward Run“ (2013) über die Proteste im Istanbuler Gezi-Park zeichnet Ayce Kartal nun ein gefühlvoll-subtiles Portrait einer gebrochenen Kinderseele – erstellt aus 10.000 Einzelzeichnungen. Der 1977 in Istanbul geborene Filmemacher studierte in seiner Heimat Animationsfilm bevor er an der New York Film Academy angenommen wurde.

 

6) Kurz-Info – Animationsfilme, der French Touch

Interview mit Laurent Valière und Michel Ocelot, den beiden Autoren des Buches „Animationsfilme, der French Touch“.

 

7) Johnnos Tod

Animationsfilm von Chris Shepherd, Frankreich/Großbritannien 2016

10 Minuten, ARTE+7

 

Bei „Johnnos Tod“ handelt es sich um die düstere und gleichzeitig schwarzhumorige Fortsetzung von Chris Shepherds preisgekröntem Animationsfilm „Dad’s dead“. Der namenlose Protagonist wird nach zwölf langen Jahren endlich aus dem Gefängnis entlassen, wo er für ein Verbrechen eingesessen hat, das er nicht begangen hat. Seine neu gewonnene Freiheit kann er nicht genießen. Trotz aller Versuche, sich in die Gesellschaft einzufügen, suchen ihn immer wieder die Dämonen seiner Vergangenheit heim: Er müsste Johnno finden, der ihn hinter Gitter gebracht hat. Er müsste ihn finden und ihm klarmachen, wie es sich anfühlt, sein Leben in Gefangenschaft vergeudet zu haben. Der Gedanke an Rache ergreift immer mehr Besitz von ihm und wird schließlich zur wahren Obsession.

Chris Shepherd, 1966 in Liverpool geboren, studierte zuerst Foundation Art in Liverpool, ab 1989 Animation am West Surrey College. 1992 wurde er zunächst Studio-Manager von Speedy Films und gründete 1995 seine eigene Produktionsfirma "Polkadot", drehte den preisgekrönten Film "The Broken Jaw" (1997) und einige Werbefilme fürs Fernsehen. Später war er an der Gründung der neuen Animationsfirma "Slinky Pictures" beteiligt, die ihm die zehnteilige Serie "People's Britain" (2001) ermöglichte. Sein Kurzfilm „Dad’s dead“ (2003) erzählt in animierten Flashbacks eine visuell atemberaubende Geschichte von Freundschaft und Verrat. „Johnnos Tod“ ist gut zwölf Jahre später die Fortsetzung dieses Films.

8) Short Cuts – Shining

Vladimir Mavounia-Kouka, der Regisseur des Animationsfilms „Die Frau mit den vier Saiten“,hat für uns den Spielfilm „Shining“ von Stanley Kubrick in einer animierten Minute zusammengefasst.

 

9) Lupus

Animationsfilm von Carlos Gomez Salamanca, Frankreich 2016

9 Minuten, ARTE+7

 

Collageartig erzählt der Animationsfilm von einem tragischen Unglück, das sich auf einem Baugelände in der Vorstadt von Bogota ereignet hat: Eine hungrige Meute wilder Hunde greift eines Nachts einen Wachmann an, der das Gelände vor Dieben sichern soll. Geschickt kombiniert der Regisseur Bilder des Vorfalls mit 3D-Grafiken des Bauprojekts, politischen Reden und Bildern einer Wolfsdokumentation. Das Ergebnis ist ebenso beeindruckend wie beängstigend.

 „Lupus“ beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich im Dezember 2011 in Bosa, einem Viertel am Stadtrand von Bogota, zugetragen hat. Regisseur Carlos Gomez Salamanca hat für seine Animation Fernsehbildschirme und Aufnahmen von Videokameras abfotografiert und  anschließend gemalt. Er studierte Kunst in Kolumbien, bevor er nach Frankreich kam. Ihn fasziniert weniger das Ergebnis als der Prozess der Malerei. So malt er Porträts, die er während der Entstehung Schicht für Schicht fotografiert, so dass daraus eine Bildabfolge entsteht. Diese besondere Bildästhetik unterstreicht die soziale und politische Aussage des Films.

 

10) Zoom – Lupus

Regisseur Carlos Gomez Salamanca kommentiert und erläutert seinen Animationsfilm „Lupus“.

 

 

 

 

Besetzung und Stab
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2017
  • Herkunft:ARTE F
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