Drei Tage im September

Angela Merkels einsame Entscheidung

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  • Sendetermine und Verfügbarkeit Offen

    • Sendetermine:
    • Dienstag, 13. Juni um 20.15 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online verfügbar: nein

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In der Nacht vom 4. auf den 5. September 2015 beginnt für Angela Merkel eine der größten Zerreißproben ihrer Kanzlerschaft. Sie entscheidet, die in Ungarn festsitzenden Flüchtlinge nach Deutschland einreisen zu lassen. Die Entscheidung brachte ein verändertes Deutschland, ein verändertes Europa und eine veränderte Kanzlerin hervor.

Die Dokumentation „Drei Tage im September“ befasst sich mit dem Wochenende vom 4. bis zum 6. September 2015, als Angela Merkel entschied, die Flüchtlinge und Asylsuchenden aus Ungarn nach Deutschland einreisen zu lassen. Fast zwei Jahre danach greift die Dokumentation die umstrittene und herausfordernde Vieldeutigkeit dieses Datums auf und will herausfinden, was wirklich passiert ist.

Der erste Schritt ist deshalb die Rekonstruktion der Ereignisse. Es wird nachgezeichnet, was an diesen drei Tagen in Budapest, in Berlin, in Köln und auf der Autobahn M1 geschah. Im zweiten Schritt wird nach den Handlungsspielräumen gefragt, nach Alternativen, politischen Ausweichmanövern, nach den Motiven und der Macht der Akteure. Schließlich wird dieses Datum in eine Zukunftsperspektive gestellt: Wie bedeutsam ist dieses Wochenende aus historischer Sicht? Mit welchem Recht kann man es tatsächlich als geschichtliche Zäsur bezeichnen? Und welche Schlussfolgerungen können aus den Ereignissen gezogen werden?

Der Autor Dr. Torsten Körner hat dafür mit vielen Personen gesprochen, die das Wochenende im September 2015 miterlebt haben: Politiker, Flüchtlinge und ehrenamtlichen Helfer kommen zu Wort, genauso wie Journalisten und Migrationsexperten. Mohamad Zatareih etwa, ein Syrer, der den „march of hope“ auf der ungarischen Autobahn anführte, erzählt von seiner Flucht und von seinen Erinnerungen an die drei Tage im September. Peter Altmaier, Thomas de Maizière und der damalige ungarische Botschafter József Czukor sprechen über die Besonderheit der Lage, mit der sie sich an dem Wochenende konfrontiert sahen. Die Journalistin Anna Tillack lässt die Zuschauer die Zeit aus der Sicht einer Fernsehreporterin vor Ort miterleben.

Die mitunter sehr emotionalen und fesselnden Erinnerungen der Gesprächspartner korrespondieren mit selten gezeigtem, sehr eindringlichem Archivmaterial, dass die Dramatik dieser Tage noch einmal in bewegender Weise vergegenwärtigt. So entsteht ein dichtes Netz von aufwühlenden und nachdenklichen, dramatischen und analytischen Passagen, die sich zu einem Gesamtbild fügen, das dem Zuschauer große Geschichte ganz nahebringt.

Besetzung und Stab
  • Regie:Torsten Körner
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2017
  • Herkunft:MDR
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