Myanmar - Die Macht der Mönche

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  • Sendetermine und Verfügbarkeit Offen

    • Sendetermine:
    • Dienstag, 20. Juni um 23.20 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 20. Juni bis zum 27. Juni 2017

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Nach einer fast 50-jährigen Militärherrschaft ist Myanmar ein gespaltenes Land. Seit sich das Militär und die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi die Macht an der Regierung teilen, ist das vom Buddhismus geprägte Land auf der Suche nach seiner Identität. Die Dokumentation begleitet drei Mönche, die mit verschiedenen Ansätzen versuchen, das zerüttete Land zu vereinen.

In Mandalay, dem religiösen Zentrum von Birma, predigt der Mönch Thaw Bita vor einer Menge, die gerade erst entdeckt, was politische Freiheit bedeutet. Der 30-jährige Demokrat ist ein bekennender Anhänger von Aung San Suu Kyi. „Wenn nötig, bin ich bereit, für sie zu sterben“, sagt der junge Mönch. Seit 2016 regiert die „Lady aus Rangun“ das Land, doch sie hat keine Macht über die Armee. Diese ist autonom und verfügt über 25 % der Parlamentssitze.

Zum schweren Erbe, das die Militärdiktatur Suu Kyi hinterließ, zählt auch ein Klüngel nationalistischer, unverhohlen rassistischer Mönche. Einer von ihnen ist Thu Sait Tha. Bei seinen hasserfüllten Reden nimmt er kein Blatt vor den Mund: „Vor einiger Zeit haben wir ein Gesetz über den Schutz von Rasse und Religion vorgeschlagen. Das war nötig gewesen, denn die Muslime vermehren sich enorm.“ Möglicherweise ist es diesen extremistischen Mönchen gelungen, Aung San Suu Kyi zu erpressen, denn die Regierungschefin weigert sich, in der Frage der sogenannten „Rohingyas“ klar Stellung zu beziehen. Diese muslimische Ethnie, im Westen des Landes, wird von der verfassungsmäßig, unabhängigen birmanischen Armee verfolgt. NGOs sprechen von einem Genozid. In Birma, wo seit Jahrzehnten eine anti-muslimische Grundstimmung herrscht, verhallt dieser religiös-nationalistische Diskurs nicht ungehört.

Die Frage der Minderheiten, von denen insgesamt 135 existieren, zermürbt das Land seit seiner Unabhängigkeit und nimmt mitunter gewalttätige Formen an. Als Missionar in der abgelegenen Region Arakan bekehrt der Mönch War Lay Angehörige dieser Minderheiten zum Buddhismus. „Wie holt man die Leute ins Kloster? Immer, wenn ich in der Stadt war, kaufte ich Bonbons, um sie an die Kinder in den Dörfern zu verteilen. Allmählich kamen dann die Eltern und andere Erwachsene. So habe ich die Dorfbewohner ins Kloster gelockt und sie für uns gewonnen“. Die Missionierungsbestrebungen von War Lay tragen zur „Birmanisierung“ bei, die von der Militärjunta schon in den 90er Jahren finanziell unterstützt wurde. Diese Politik nutzt der Buddhismus als Instrument der Einigung Birmas und verleiht ihm so eine politische Dimension.

Besetzung und Stab
  • Regie:Joël Curtz, Benoit Grimont
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2017
  • Herkunft:ARTE F
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