Putins völkische Fans

Europas Rechte auf Kreml-Kurs

Aktuelles & Gesellschaft -
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  • Sendetermine und Verfügbarkeit Offen

    • Sendetermine:
    • Dienstag, 28. März um 20.15 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 28. März bis zum 26. Juni 2017

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Warum setzt der Kreml auf eine Allianz mit rechtspopulistischen Parteien? Wie stark ist durch diese Zusammenarbeit bereits der Einfluss Russlands in der Europäischen Union? Dass sich heute 15 der 24 einflussreichsten Rechtsparteien Europas offen zu Russland bekennen, zeigt die Brisanz der Entwicklung.

Der Kreml und die Europäische Rechte: Seit Jahren beobachten Experten eine wachsende Zusammenarbeit. Positionen nähern sich an, man nutzt die gleichen Medienkanäle, prominente russische Politiker werten Veranstaltungen der AfD in Deutschland oder des Front National in Frankreich auf. Umgekehrt reisen führende Vertreter etwa der ungarischen Jobbik oder der österreichischen FPÖ zu hochrangigen Gesprächspartnern nach Moskau.

Ein engmaschiges Netzwerk persönlicher Kontakte ist entstanden, getragen von der gemeinsamen Ablehnung liberaler Ideen, von EU und NATO sowie einem schroffen Nationalismus. Symbol und Identifikationsfigur ist der russische Präsident Wladimir Putin, der selbst politisch stark differierende Lager integriert: vom einstigen slowakischen Bürgerrechtler über pan-ungarische Nationalisten bis hin zu Bürgermilizen in Bulgarien oder Tschechien. Handelt es sich um zufällige Übereinstimmungen von Interessen? Oder sind hier gewiefte Taktiker am Werk, die einen pro-russischen Masterplan verfolgen?

Die Dokumentation illustriert die Gemengelage in zahlreichen vor allem osteuropäischen Ländern. In der Slowakei, Bulgarien und in Tschechien fordern starke populistische Bewegungen eine Abkehr von der West-Orientierung und einen stärker Russland zugewandten Kurs. Moskau sieht in diesen Gruppierungen potenzielle Verbündete – und das in Zeiten, in denen die offiziellen Beziehungen zu Westeuropa eher frostig sind.

Zu Wort kommt etwa der Oligarch und Monarchist Konstantin Malofejew, der nicht nur durch ein kremltreues Medienkonglomerat die Interessen der russischen Führung stützt, sondern auch als wichtiger Financier von Aktionen gilt, die auf eine Vernetzung mit rechtsradikalen Strömungen in Europa hinauslaufen. Auch mit Nikolay Shlyamin gelangen mehrere Interviews. Der Jung-Funktionär führt die Jugend-Abteilung der „Nationalen Front“, einen der größten russischen Verbände überhaupt. Bei Beobachtern gilt er als direkter Repräsentant der Kreml-Interessen und als Brücke zu rechtspopulistischen Kreisen in Europa.

Besetzung und Stab
  • Regie:Rainer Fromm
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2016
  • Herkunft:MDR
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