Populisten an der Macht

Neue Allianzen im Osten Europas

Aktuelles & Gesellschaft -
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  • Sendetermine und Verfügbarkeit Offen

    • Sendetermine:
    • Dienstag, 28. März um 21.10 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 28. März bis zum 26. Juni 2017

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Sie sagen kategorisch Nein zur Aufnahme von Flüchtlingen. Doch es ist weit mehr, worin sich die Visegrád-Staaten einig sind. Besonders Ungarn und Polen: Sie wollen Staat und Gesellschaft umbauen. Nation, Traditionen, christliche Werte sind die ideologischen Stützpfeiler. Entsteht eine nationalkonservative Achse? Mit welchen Zielen, Mitteln und Folgen?

Die Flüchtlingsfrage hat sie sichtlich näher zusammenrücken lassen: Gemeinsam mit den anderen beiden Mitstreitern in der Visegrád-Gruppe – Tschechien und der Slowakei – signalisieren Polen und Ungarn Geschlossenheit. Das klare „Nein“ zur Flüchtlingsquote ist aber nicht alles, was beide Länder eint. Bei ihrem Treffen im südpolnischen Krynica-Zdrój im September 2016 forderten der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán und der Vorsitzende der polnischen Regierungspartei PiS Jarosław Kaczyński eine „Konterrevolution“ in Europa, die den Status der Nationalstaaten neu definieren soll. Das Erstarken der rechtspopulistischen Strömungen auch in Westeuropa nannten sie eine Chance. Den europäischen Werten gelte es, die eigenen entgegenzustellen.

Innenpolitisch haben die Regierungen beider Länder bereits einen Systemwechsel eingeläutet. Nation, Traditionen und christliche statt liberaler Werte sind die ideologischen Stützpfeiler für den Umbau von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Dabei spielt auch die Geschichtspolitik eine bedeutende Rolle.

Oppositionelle in beiden Ländern hingegen sehen in dem gegenwärtigen politischen Kurs eine Gefahr. In Warschau beispielsweise halten Mitglieder des sogenannten „Komitees zur Verteidigung der Demokratie“ rund um die Uhr symbolisch Mahnwache. Das „KOD“ organisiert regelmäßig Großdemonstrationen gegen die polnische Regierung. Die ungarische Gegenbewegung hat weit weniger Zulauf.

Die Dokumentation zeichnet Parallelen der gegenwärtigen politischen Entwicklungen in Polen und Ungarn nach. Sie fragt nach Zielen, Mitteln, möglichen Folgen und den Hintergründen – auch mit Blick auf die Wege beider Länder nach 1989. Sowohl Fidesz in Ungarn als auch PiS in Polen urteilen vernichtend über die Entwicklung seit dem Zusammenbruch des Sozialismus. Hoffnungen von damals seien nicht erfüllt worden. Schuld seien die „liberal-kosmopolitischen“ Vorgänger.

In der Dokumentation kommen Befürworter und Gegner des neuen nationalen und populistischen Kurses in beiden Ländern zu Wort.

Besetzung und Stab
  • Regie:Katrin Materna
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2016
  • Herkunft:MDR
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