Xenius

Tierversuche: es geht nicht ohne

Entdeckung -
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  • Sendetermine und Verfügbarkeit Offen

    • Sendetermine:
    • Dienstag, 2. Mai um 7.15 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 2. Mai bis zum 31. Juli 2017

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Tierversuche gelten unter Experten zunehmend als "Testverfahren von gestern". Ihre Ergebnisse sind kaum übertragbar auf den Menschen und außerdem unpräzise. Gleichzeitig werden immer bessere Ersatzmethoden entwickelt. Ganz ohne Tierversuche geht es aber leider immer noch nicht: "Xenius" berichtet von einem kleinen Mädchen, das weiterleben kann, weil ein Schaf dafür sterben musste.

Seit Jahrzehnten gehen Tierschützer auf die Straße, um Tierversuche abzuschaffen; und trotzdem gehen die Zahlen an Versuchstieren nicht zurück, vor allem in der Grundlagenforschung. Ganz weit vorn in der europäischen Tierversuchsstatistik stehen Deutschland und Frankreich. Warum gibt es nach wie vor so viele Tierversuche?

Die beiden „Xenius“-Moderatoren Adrian Pflug und Emilie Langlande treffen auf dem Europäischen Fachkongress EUSAAT dessen Schirmherrn Horst Spielmann und erfahren Erstaunliches: Tierversuche gelten zunehmend als „Testverfahren von gestern“, die damit erzielten Ergebnisse seien kaum übertragbar auf den Menschen und außerdem unpräzise. Gleichzeitig würden immer bessere und kostengünstigere Ersatzmethoden entwickelt. Und wenn ein Tierversuch unumgänglich ist, müssten die Forscher streng nach der 3-R-Strategie (replace, reduce, refine = „verringern, verfeinern, ersetzen“) vorgehen, um die Versuchstiere so wenig wie möglich leiden zu lassen.

Ganz ohne Tierversuche geht es aber momentan leider noch nicht: „Xenius“ erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, das weiterleben kann, weil ein Schaf dafür sterben musste. Am Schaf konnte eine neuartige, mitwachsende Herzklappe erprobt werden, und so eine Art von Therapie lässt sich nur an einem kompletten Lebewesen überprüfen. Noch ist die Entwicklung von Ersatzverfahren nicht weit genug, noch gelingt es nicht, einen ganzen Menschen mit all seinen Organen „nachzubauen“ – aber in naher Zukunft soll auch das möglich sein.

Bleibt die Frage, ob die Entwicklung von Ersatzmethoden schnell genug stattfindet – „Xenius“ überprüft das am Beispiel des Antifaltenmittels Botox. Eigentlich dürfen Kosmetika innerhalb der EU gar nicht mehr mit Tierversuchen getestet werden. Da Botox aber auch ein hochwirksames Medikament ist, das bei falscher Dosierung eine tödliche Wirkung hat, ist eine Prüfung im Tierversuch gesetzlich vorgeschrieben. Die gute Nachricht: Inzwischen gibt es Ersatzmethoden, die sogar in der EU zugelassen sind. Die schlechte Nachricht: Diese Methoden sind nicht für alle Botox-Hersteller verfügbar.

Besetzung und Stab
  • Moderation:Emilie Langlade, Adrian Pflug
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2015
  • Herkunft:WDR
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