Xenius

Selbstvermessung: gesund oder gefährlich?

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  • Sendetermine und Verfügbarkeit Offen

    • Sendetermine:
    • Samstag, 3. Juni um 8.10 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 3. Juni bis zum 1. September 2017

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Es ist ein neuer Trend per Handy-App und dem dazu passenden Armband den eigenen Körper zu vermessen. Bald, schätzt man, wird bereits jeder zweite Handybesitzer mindestens eines dieser Angebote nutzen. Vom Fitnesscoach bis zum digitalen Psychologen - die Möglichkeiten der eHealth-Bewegung scheinen grenzenlos. Doch gibt es auch Risiken? "Xenius" geht dem Trend auf den Grund.

Es ist ein neuer Trend – per Handy-App und dem dazu passenden Armband den eigenen Körper zu vermessen. Bis 2017, schätzt man, wird bereits jeder zweite Handybesitzer mindestens eines dieser Angebote nutzen. Vom Fitnesscoach über den digitalen Psychologen bis zum ausgefeilten Medizincoach mit Smartphone-Blutanalyse – die Möglichkeiten der eHealth-Bewegung scheinen grenzenlos. Befürworter sehen darin nichts weniger als eine Revolution. Kritiker hingegen befürchten massiven Datenklau, fehlende Qualitätskriterien und eine zunehmende Ökonomisierung von Gesundheit. Die „Xenius“-Moderatoren Emilie Langlade und Adrian Pflug lernen in Köln einen Programmierer des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt kennen, der sich nach einem Schlaganfall seine eigene Therapie-App programmierte und seitdem begeisterter Selbstvermesser ist. Außerdem ist er Gründer von Quantified Self Köln – einer Interessensgruppe für Menschen, die ihr eigenes Leben in Daten erfassen. Um herauszufinden, wie es in Sachen Datenschutz bestellt ist, besuchen die „Xenius“-Moderatoren das Zentrum für Telematik und Telemedizin in Bochum. Hier erfahren sie, wie dynamisch und unkontrolliert der aktuelle Selbstvermessungs-Markt ist und wer alles um die wertvollen Daten konkurriert. Mit einem Mediziner aber sprechen die „Xenius“-Moderatoren darüber, wie Selbstvermessungstechnologien etwa bei der Behandlung chronisch Kranker sinnvoll eingesetzt werden können und wo die Herausforderungen einer Telemedizin im Sinne des Patienten liegen. Denn die hat durchaus ihre starken Seiten. Bei der Routineüberwachung seitens eines Fitnessstudios und der anschließenden Fernauswertung der Daten durch Spezialisten kann einem 19-jährigen Sportler ein versteckter Herzfehler diagnostiziert werden. Eine daraufhin durchgeführte Operation rettet dem jungen Mann wahrscheinlich das Leben. In einem Pilotprojekt der Uni Bonn lassen wiederum chronische Depressionspatienten ihr Smartphone durch eine App überwachen, die ihr Bewegungs- und Kommunikationsverhalten analysiert. So kann der betreuende Psychologe rechtzeitig einschreiten, falls sich ein Depressionstief ankündigt. Möglich ist dies, da die Daten in einem geschützten und individuell abgestimmten Raum zwischen Arzt und Patient ausgetauscht werden. Doch die Daten der Selbstvermesser wecken auch Begehrlichkeiten. Pharmaunternehmen und Versicherungen sind dabei die prominentesten Akteure. Die ersten Vermessungstarife privater Krankenversicherer belohnen bereits Kunden für die Aufzeichnung und Herausgabe ihrer persönlichen Fitnessparameter. Kritiker befürchten darin den ersten Schritt zum gläsernen Patienten und der Auflösung des Solidarprinzips.

Besetzung und Stab
  • Moderation:Emilie Langlade, Adrian Pflug
  • Land:Deutschland
  • Jahr:2015
  • Herkunft:WDR
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