Vergissmeinnicht

Salvatore Giuliano, Sizilianer

Geschichte -
26 Min. - 14918 Aufrufe
  • Sendetermine und Verfügbarkeit Offen

    • Sendetermine:
    • Samstag, 4. März um 16.25 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 4. März bis zum 11. März 2017
    • Weltweit verfügbar

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Die Reihe widmet sich jenen Menschen, die – wenn auch manchmal nur für kurze Zeit – zu Mitgestaltern der europäischen Geschichte wurden, später aber in Vergessenheit gerieten. In dieser Folge: Salvatore Giuliano war ein sizilianischer Bauer, Bandit und Unabhängigkeitskämpfer und bereits zu Lebzeiten eine Legende.

Er war zu Lebzeiten als Robin Hood Siziliens bekannt, als jemand, der die Reichen bestiehlt, um den Armen zu helfen: Salvatore Giuliano war ein sizilianischer Bauer, Bandit und Unabhängigkeitskämpfer und bereits zu Lebzeiten eine Legende. Giuliano wurde am 16. November 1922 in Montelepre, einem Ort 15 Kilometer westlich von Palermo, geboren. Mitte der 30er Jahre ist Sizilien eine der ärmsten Gegenden Italiens. 1939 schliesst Benito Mussolini ein Militärbündnis mit Deutschland, wenige Monate später beginnt der Zweite Weltkrieg. 1941 treten die USA in den Krieg ein und 1943 landen amerikanischen Soldaten im Zuge der Operation Husky in Sizilien. Die unter Hunger leidende Bevölkerung Siziliens leistet nur wenig Widerstand gegen die amerikanische Armee. In jener Zeit florierte der Schwarzmarkt. Da Giulianos Familie ebenfalls unter Hunger litt, beteiligte er sich mit Olivenöl und Weizen an Schwarzmarktgeschäften. Am 2. September 1943 kommt es zu einem fatalen Zwischenfall: Giuliano war unterwegs, um zwei Mehlsäcke nach Montelepre zu transportieren und sie auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Bei einer Polizeikontrolle kam es zum Schusswechsel. Giuliano tötete einen Polizisten, konnte verletzt flüchten und in den Bergen von Montelepre untertauchen. Seither wurde er als Mörder eines Carabiniere gesucht. Unter dem Verdacht, ihm Unterschlupf zu gewähren, nahm man seinen Vater und weitere Familienmitglieder wie seinen Onkel und seinen Cousin fest. Anfang 1944 gelang es Giuliano, seine Verwandten und andere Häftlinge aus dem Gefängnis von Monreale zu befreien. Ein Teil dieser Männer schloss sich ihm an und er gründete eine Bande, eine Art neue sizilianische Familie, die in den folgenden Jahren Schwarzmarktgeschäfte betrieb, Raubüberfälle bei aristokratischen Familien beging oder Personen entführte, um Geld für Lebensmittel und Waffen zu erpressen. 1945 traf Giuliano führende Mitglieder der Separatistenbewegung, die sich mit einer Freiwilligenarmee für die Unabhängigkeit Siziliens einsetzten. Im Auftrag der Separatisten griff er mehrere Kasernen der Carabinieri an. Gleichzeitig setzte er mit seiner Bande eigene Raubzüge fort. Einen Teil seines erbeuteten Geldes reinvestierte er in die ärmsten Bevölkerungsschichten. Jahrelang unauffindbar für die Polizei, ließ Giuliano sich von der Presse in heldenhaften Posen fotografieren und gab Interviews. Die Medien unterstützten ihn, indem regelmäßig in den Tageszeitungen Berichte über seine Heldentaten zugunsten der ausgebeuteten und unterdrückten Bevölkerung erschienen. Als nach seinem frühen Tod seine Kontakte zur Mafia aufgedeckt wurden, verblasste der politische Mythos vom Volkshelden bald.

Besetzung und Stab
  • Regie:Jacques Malaterre
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2016
  • Herkunft:ARTE F
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