Mit Johnny über Nunavik

Geschichte -
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    • Sendetermine:
    • Mittwoch, 10. Mai um 2.25 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 9. Mai bis zum 17. Mai 2017

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Inuit Johnny May und seine Angehörigen leben in den Weiten der kanadischen Provinz Quebec. Ihre Lebensweise, aber auch ihre Umwelt haben sich in den letzten Jahrzehnten radikal verändert. Die Inuit von Nunavik sind ein Beispiel dafür, wie ein Volk versucht, trotz aller Anpassung an die moderne Lebensweise, sein Wesen und seine Identität zu bewahren.

Mitten in den unermesslichen Weiten von Nunavik in der kanadischen Provinz Quebec lebt Johnny May, der erste Inuit-Pilot der Region. Seit knapp einem halben Jahrhundert überfliegt er sein Heimatgebiet. Mit den Jahren hat sich die Lebensweise dort radikal gewandelt: Statt Hundeschlitten sind Motorschlitten im Einsatz, und die Menschen leben nicht mehr in Iglus, sondern in modernen Behausungen. Johnny hat miterlebt, dass die Winter immer kürzer werden und die Eismassen des Ungava-Gebiets allmählich wegschmelzen.

Innerhalb von 60 Jahren haben Johnny und seine Familie einschneidende Veränderungen ihrer Umwelt hinnehmen müssen. Die Zwangsansiedlung und das Abschlachten ihrer Hunde bedeuteten für das jagende Nomadenvolk den Bruch mit der traditionellen Lebensweise. Die Inuit müssen heute erleben, wie die Erderwärmung ihren Lebensraum vernichtet und wie die Arktis immer mehr zum Tummelplatz von Immobilienhaien und Spekulanten wird.

Die Dokumentation berichtet aus dem Innern der Inuit-Gesellschaft. Der Lauf der Geschichte hat in jedem einzelnen Bewohner Spuren hinterlassen und ihre Gesichter gezeichnet. Sie sind Überlebende. Geboren in einer ohnehin rauen Umwelt - einer der unwirtlichsten überhaupt -, haben sie praktisch zwei Endzeiten miterlebt: zum einen die Auflösung ihrer Clan-Struktur und ihres Nomadendaseins als Folge der Sesshaftigkeit, zum andern die Verschlechterung ihrer natürlichen Lebensbedingungen durch Klimawandel und Umweltverschmutzung.

Doch im heutigen Alltag von Johnny und seinen Angehörigen fällt eines auf: Trotz der Verzweiflung, die sie in sich tragen, sind ihnen das Leben und seine Schätze - die Kinder, die Natur, die Sprache und Kultur - weiterhin heilig. Im Unterschied zu anderen, die sich aufgegeben haben, konnten diese Inuit der widernatürlichen, beängstigenden und alles verschlingenden Modernität ihre eigene Ursprünglichkeit entgegensetzen.

Die Geschichte von Johnny, Louisa, Mary und William ist universell. Was sie sind, was sie erlebt haben und was auf sie zukommt, ist das, was der Menschheit bevorsteht: Entrechtung, Bedrohung und Niedergang, schwindende Lebensräume, Wirtschaftskrise - aber auch die Reaktion darauf: Widerstand, ein unerschütterliches Festhalten an Erde und Kultur; der Wille, an der Welt teilzuhaben und zu überleben, ohne die eigene Identität aufzugeben.

Besetzung und stab
  • Regie:Yves Maillard, Marc Fafard
  • Land:Frankreich, Kanada
  • Jahr:2012
  • Herkunft:ARTE F
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