ARTE Reportage

Indonesien: Gegen die Christen

Aktuelles & Gesellschaft -
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  • Sendetermine und Verfügbarkeit Offen

    • Sendetermine:
    • Samstag, 15. April um 17.00 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 15. April bis zum 22. April 2017
    • Weltweit verfügbar

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Indonesien: Gegen die Christen - Darf ein Christ die Stadt Jakarta regieren, mit ihren gut 90% Muslimen? Auf gar keinen Fall, sagen radikale Islamisten und setzen den indonesischen Islam unter Drick. - Deutschland: Das syrische Exil-Orchester - Seit 2015 spielen Exil-Musiker aus Syrien zusammen im "Syrian Expat Philharmonic Orchestra". Ein Akt des Widerstands gegen den Krieg.

(1): Indonesien: Gegen die Christen

Darf ein Christ die Stadt Jakarta regieren, mit ihren gut 90% Muslimen? Auf gar keinen Fall, sagen radikale Islamisten … 

In der indonesischen Hauptstadt Jakarta sorgt eine Gouverneurswahl seit Monaten für Unruhen. Der regierende Gouverneur Ahok ist einer der Kandidaten, ein Christ, der in diesem mehrheitlich muslimischen Land wegen seines Glaubens seit Monaten angegriffen wird. Radikale Islamisten behaupten, der Koran verbiete es den muslimischen Wählern, für einen Christen zu stimmen. Vor den Demonstrationen gegen ihn lag Ahok in den Umfragen bei 70% Zustimmung. Doch seitdem ist die Zustimmung der Bevölkerung gegen ihn zurückgegangen. Außerdem brachten die Islamisten ihn vor Gericht. Sein Verbrechen: In einer Rede wehrte er sich gegen die Angriffe der Islamisten. Dabei soll er behauptet haben, dass der Koran lügt. Ihm drohen dafür bis zu fünf Jahre Haft.

Steht Indonesien, das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt, vor einer Zeitenwende? Das Land ist kein Gottesstaat, sondern seit 20 Jahren eine säkulare Demokratie. Die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit und schützt die vielen Minderheiten im Land: Christen, Hindus und auch verschiedene muslimische Sekten. Die indonesische Form des Islam gilt noch immer als weltoffen und tolerant. Aber seit einigen Jahren sind radikale islamistische Strömungen aus dem arabischen Raum auf dem Vormarsch. Mit ihrer strengen Auslegung des Korans und den Forderungen, in Indonesien die Scharia einzuführen, setzen sie den indonesischen Islam zunehmend unter Druck.

(2): Deutschland: Das syrische Exil-Orchester

Seit 2015 spielen Exil-Musiker aus Syrien zusammen im „Syrian Expat Philharmonic Orchestra“. 

Sie wollen die Stimme ihres Landes sein, die schöne Stimme Syriens, die der Kultur und nicht die des Krieges. Deshalb spielen die syrischen Exil-Musiker Karam aus Frankreich, Hivron aus Deutschland und Modar aus den Niederlanden mit vielen ihrer Kollegen zusammen im „Syrian Expat Philharmonic Orchestra“, mit großem Erfolg.  

Ursprünglich kommen sie alle aus Damaskus und Aleppo. Die Diktatur Assads, der Bürgerkrieg und das Scheitern der Revolte gegen die Gewaltherrschaft vertrieb sie aus Syrien in alle Länder der EU. Dort kämpfen sie wie alle anderen Flüchtlinge um ihren Aufenthalts-Status und bangen um ihre Zukunft. Im Orchester können sie das alles wenigsten für einen Moment vergessen. Und für viele von ihnen ist die Klassische Musik auch ein Akt des Widerstands gegen den Krieg und die politischen Verhältnisse in ihrer Heimat. Die ARTE-Reporter durften die Musiker aus im Exil ein paar Tage begleiten, bei den Proben und im Konzert.

Besetzung und Stab
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2017
  • Herkunft:ARTE
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