ARTE Reportage

Australien: Migranten nicht erwünscht / Laos: Chinas neue Kolonie

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  • Sendetermine und Verfügbarkeit Offen

    • Sendetermine:
    • Montag, 7. August um 6.15 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online verfügbar: nein

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(1) Australien: Migranten nicht erwünscht - Was in Europa seit März gilt, praktiziert Australien schon seit 2012: Das Land schickt Asylbewerber in Nachbarländer, in den Inselstaat Nauru und die Insel Manus in Papua-Neuguinea. (2) Laos: Chinas neue Kolonie - Die laotische Regierung lässt die Reichtümer des Landes vom großen Nachbarn China ausbeuten - ohne Rücksicht auf die Folgen.

(1): Australien: Migranten nicht erwünscht

Was in Europa seit März gilt, praktiziert Australien schon seit 2012: Seitdem schicken sie Asylbewerber ins Nachbarland.

Europa hat seit dem 20. März die Türkei, doch Australien hat vor vier Jahren den Inselstaat Nauru und die Insel Manus in Papua-Neuguinea als Asyl für seine illegalen Immigranten erkoren: Dort leben inzwischen 1.500 Einwanderer, alle hinter Zäunen und ohne das Recht, diese Orte zu verlassen, ehe im weit entfernten Australien über ihren Antrag entschieden wird – eine radikale Lösung, ausgerechnet in dem Land, in dem Einwanderer aus Europa vor vielen Generation einmal Zuflucht fanden.

Die Verhältnisse in den Lagern sind schlimm: Manche warten hier schon Jahre auf einen Bescheid auf Asyl, viele von ihnen tragen sich mit Selbstmordgedanken, andere zetteln Aufstände an, auch wegen der schlechten Behandlung durch das Wachpersonal. Das alles geschieht weit entfernt von den Augen der australischen Bürger – doch die Informationen, die in den letzten Jahren trotz allem durchgedrungen sind, die haben einige Australier zum Nachdenken gebracht: Sie fragen sich, ob man wirklich so hart durchgreifen muss, um alle Einwanderer abzuschrecken. Ganz abgesehen davon, dass die ausländischen Transitlager für Flüchtlinge die australische Staatskasse jedes Jahr über eine Milliarde Dollar kosten.

(2): Laos: China neue Kolonie

Die laotische Regierung lässt die Reichtümer des Landes vom großen Nachbar China ausbeuten, ohne Rücksicht auf die Folgen …

Laos, das ärmste Land in Südostasien, hat seinen Norden zu einer „Sonderwirtschaftszone des Goldenen Dreiecks“ erklärt – dort spricht man inzwischen Mandarin, die Uhren gehen alle nach Pekinger Zeit, und bezahlt wird in Yuan, der Währung Chinas. In den letzten Jahren haben chinesische Investoren Casinos und Hotels für die Touristen errichtet, die Infrastruktur aufgebaut, die Landwirtschaft übernommen und darum herum den Lebensstil ihrer Heimat eingeführt. Man hat häufig den Eindruck, hier in einer Art chinesischer Kolonie zu sein und nicht im ursprünglichen Laos. Den Preis dafür zahlen die Laoten in den Dörfern: Enteignungen sind an der Tagesordnung, Entwaldung und Umweltverschmutzung.

Besetzung und Stab
  • Land:Frankreich
  • Jahr:2016
  • Herkunft:ARTE
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