Der Brottag

Aktuelles & Gesellschaft -
55 Min. - 6856 Aufrufe
  • Sendetermine und Verfügbarkeit Offen

    • Sendetermine:
    • Donnerstag, 13. April um 2.30 Uhr
    • Livestream: ja
    • Online vom 12. April bis zum 20. April 2017

    Mich per E-Mail erinnern

    Stunden vor der nächsten Ausstrahlung dieses Programms eine E-Mail als Erinnerung.

    ARTE garantiert, dass die angegebene E-Mail-Adresse nur für den Versand dieser Erinnerungsmail verwendet wird.

Es ist ein kleines, zum Teil verlassenes Dorf in der Nähe von Sankt Petersburg. Nur noch ein paar Einwohner leben hier, vor allem alte Leute mit ihren Haustieren. Einmal pro Woche, am Dienstag, ist Brottag. Eine Lokomotive stellt in der Nähe des Dorfes einen mit Brot beladenen Waggon ab, den die Einwohner auf nicht mehr benützten Schienen ins Dorf schieben.

Es ist ein kleines, zum Teil verlassenes Dorf in der Nähe von Sankt Petersburg. Wie an jedem Dienstag kommt ein mit Brot beladener Zug hier an: Die erste Einstellung von Sergey Dvortsevoys Film zeigt die große Anstrengung der alten Menschen, die den Güterwaggon per Hand durch den dicken Schnee ins Dorf schieben. Damit wird ein Erzählrhythmus festgelegt, der durch lange, sorgfältige Einstellungen gekennzeichnet ist und das Rezeptionsverhalten des Zuschauers herausfordert. Die Aufnahmen des Filmemachers bilden einen visuellen Freiraum für den Zuschauer, geben ihm Zeit. Bevor der Film zeigt, wie das Brot im Dorfladen verkauft wird, fügt Dvortsevoy zwei unerwartete und lustige Intermezzi ein. Da ist zunächst die Hündin, die von ihren Welpen belästigt wird, und dann die Ziege, die einen Bock verführt. Und man kommt nicht darum herum, das Verhalten dieser Tiere mit jenem der Menschen zu vergleichen und begreift, dass sie das, was der Film berichtet, hintergründig kommentieren. Vor allem dann, wenn das Brot verkauft wird und Probleme auftauchen. Nicht jeder erhält die erhoffte Menge ... „Der Brottag“ ist eine eigentlich banale Geschichte, die Dvortsevoy in eine realistische und erbauliche Fabel verwandelt. In seinem Film erhalten die Ereignisse Raum zum Atmen und Zeit, sich zu entwickeln. Sie können ihren Platz in dieser großzügig erzählten Geschichte einnehmen, einer Geschichte, die von einem scheinbar völlig verlassenen Dorf handelt, das aber dennoch existiert. 1998 wurde der Film auf dem DOK Leipzig mit der Goldenen Taube sowie mit dem Kurzfilmpreis beim Festival Visions du Réel in Nyon ausgezeichnet.

Besetzung und Stab
  • Regie:Sergey Dvortsevoy
  • Land:Russland
  • Jahr:1997
  • Herkunft:ARTE F
Kommentare (0)