Chinas Premier Wen Jiabao macht den Dalai Lama persönlich für den blutigen Aufstand verantwortlich, beschimpft ihn als "Spalter der Nation", als einen "Wolf in Mönchskutte". Der Dalai Lama wirft der chinesischen Regierung einen "kulturellen Völkermord" vor. Der Dialog zwischen dem Dalai Lama und der chinesischen Regierung scheint ferner denn je.
Während die internationale Öffentlichkeit über einen möglichen Olympia-Boykott diskutiert, droht das geistige Oberhaupt der Tibeter im indischen Exil in Dharamsala mit seinem Rücktritt als Regierungschef der Exilregierung, sollten die gewaltsamen Proteste der Tibeter außer Kontrolle geraten. Der Dalai Lama ruft seine Landsleute nachdrücklich zu Zurückhaltung auf. Gleichzeitig wird die Kritik an der Haltung des Dalai Lama auf tibetischer Seite immer lauter. Gewalt ist für die revoltierenden jungen Tibeter kein Tabu mehr im Kampf für ihre Rechte. Zwischen den tibetischen Mönchen und diesen Jugendlichen liegen Welten. Aus beiden nährt sich die Revolte. Wohin kann sie führen bei so unterschiedlichen Interessen?
21.00 Uhr
Tibet – Geschichte einer Tragödie
Wiederholung am Freitag 4. April um 09.55 Uhr und Mittwoch 16. April um 05.00 Uhr
(Frankreich, 2004, 52mn)
ARTE
Regie: Ludovic Segarra
Die Dokumentation schildert die jüngere Geschichte Tibets und das Leid der tibetischen Bevölkerung unter der chinesischen Besetzung seit fast 60 Jahren.
1938: Deutsche Forscher bringen erstmals Bilder aus einem fernen und mysteriösen Land: Tibet, ein Hochplateau auf 4.000 Metern Höhe, umgeben von Wüsten und den höchsten Bergen der Welt. Ein Land, in dem es seit Jahrhunderten keine Veränderungen gegeben hat, regiert nach dem Modell einer Feudalherrschaft. Die Macht liegt in der Hand buddhistischer Mönche und einiger Feudalherren. An der Spitze der Macht steht der Dalai Lama, ewige Reinkarnation seines Vorgängers .
1940 filmen die Engländer die Ankunft des neuen Dalai Lama im Potala-Palast in Lhasa. Der damals Fünfjährige ahnte zu diesem Zeitpunkt nicht, welches Schicksal ihn und seine Landsleute erwarten sollte.
Über Jahrhunderte konnte das Land am Himalaya seine kulturelle und politische Unabhängigkeit bewahren. Aber 1949, kurz nach dem Ende des Langen Marsches, drängt Mao Zedong die Tibeter, sich von ihrem feudalen Herrschaftssystem zu befreien. Um „Sicherheit“ zu gewährleisten, marschieren1950 chinesische Truppen in Tibet ein. Dies war der Beginn von bald 60 Jahren Unterdrückung, Massaker und Vernichtung des tibetischen Volkes.
1,2 Millionen Tibeter sind bisher Opfer der chinesischen Besatzungspolitik - mehr als ein Sechstel der Bevölkerung.
Mit einer außergewöhnlichen Sammlung an Archivmaterial erzählt der Film die Geschichte dieser Tragödie, die Geschichte Tibets und die Legende des XIV. Dalai Lama, die untrennbar mit dem Schicksal Tibets verbunden ist.
21.55 Uhr
Gesprächsrunde
Die Gäste:
- Kelsang Gyaltsen
Gesandter S.H. des Dalai Lama für die Europäische Union - Joachim Holtz
Journalist, Autor, langjähriger Leiter des ZDF-Studios Peking - Robert Ménard
Reporters sans frontières - Eva Lichtenberger
Europaabgeordnete, Stv. Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN, Vize-Präsidentin der Tibet-Intergroup im Europäischen Parlament
- Valérie Niquet
Asienexpertin, Französisches Institut für internationale Beziehungen (Ifri)






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