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Giangiacomo Feltrinelli

Verleger und Revolutionär

Sonntag, 4. November 2012 um 03.25 Uhr

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Giangiacomo Feltrinelli
(Frankreich, Deutschland, 2005, 78mn)
ARTE / TSR
Regie: Alessandro Rossetto

16:9 (Breitbildformat)

Ein Film über den legendären Verleger Giangiacomo Feltrinelli, über eines der wichtigsten und innovativsten Verlagshäuser Italiens und über die Leidenschaft, Literatur jedermann zugänglich zu machen.

Die Geschichte beginnt mit dem bewegten Leben von Giangiacomo Feltrinelli, dem Gründer des gleichnamigen Verlagshauses. Feltrinelli, Sohn einer wohlhabenden Mailänder Familie, wuchs unter strenger Erziehung auf. Er verlor sehr früh seinen Vater und lebte seitdem mit seiner Mutter zusammen.
Während des Zweiten Weltkriegs entdeckte er sein Interesse für den Kommunismus und trat der kommunistischen Partei Italiens (PCI) bei. Als er später das immense Vermögen seines Vaters erbte, benutze er große Teile hiervon, um die PCI zu unterstützen und die erste Bibliothek mit Literatur über die europäische Arbeiterbewegung zu eröffnen, die auch heute noch als eine der bedeutendsten Sammlungen dieser Werke gilt. 1955 gründete er in Mailand das Giangiacomo Feltrinelli Verlagshaus.
In den darauffolgenden Jahren wurde Feltrinelli durch sein zum Teil äußerst provok antes gesellschaftliches und kulturelles Engagement zum Symbol der 60er Jahre. Seit Ende der 60er Jahre lebte er aufgrund der Verdächtigung, bei einem terroristischen Anschlag mit vielen Toten und Verletzten beteiligt gewesen zu sein, im Untergrund und setzte dort seine Aktivitäten fort. 1972 wurde er unter bis heute ungeklärten Umständen tot aufgefunden. Die Vermutung, Feltrinelli sei bei dem Versuch, einen Hochspannungsmast mit einer Bombe in die Luft zu sprengen ums Leben gekommen, ist nie bestätigt worden.
Auch nach Feltrinellis Tod leben viele seiner Ideen weiter, wie zum Beispiel sein Bestreben, Menschen zum Lesen zu bewegen und Literatur für jedermann zugänglich zu machen. Seine Visionen werden von seiner Frau, Inge Schoenthal-Feltrinelli, und dem gemeinsamen Sohn Carlo weiterverfolgt. Die aus Deutschland stammende Fotografin Inge Schoenthal lernte Feltrinelli 1958 in Hamburg kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Inge kümmerte sich, besonders während Feltrinellis Leben im Untergrund, aber auch noch nach ihrer Scheidung um das Verlagsgeschäft. Ihr gelang es, trotz großer Schwierigkeiten nach Feltrinellis Tod, das Verlagshaus am Leben zu erhalten und stetig weiter auszubauen. Mit ihrem Sohn Carlo, der seit 1989 Leitender Direktor ist, leitet sie auch heute noch das Unternehmen, das einen stolzen Katalog renommierter Autoren und Buchläden in ganz Italien umfasst.

Die Feltrinelli-Buchläden sind längst mehr als einfache Buchgeschäfte. Neben Büchern werden diverse andere Produkte wie Musik, Videos und DVDs verkauft. Zudem sind die großen Feltrinelli-Geschäfte nicht nur Orte, an denen Literatur konsumiert wird, sondern hier treffen sich Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Herkunft. Sie verbringen in den Buchhandlungen ihre Zeit, hören Musik und unterhalten sich mit Autoren. Dieses alltägliche Leben in den Buchläden stellt einen ebenso wichtigen Teil des Films dar, wie die biografischen und historischen Ereignisse.
Der Dokumentarfilm beobachtet Momente des Alltags im Haus Feltrinelli - Treffen mit Schriftstellern und Buchhändlern, Lektoratsarbeiten, Besuche in Feltrinelli-Buchhandlungen - und setzt diese in der Montage assoziativ zu den Bildern und Aussagen von Giangiacomo Feltrinelli. So entsteht ein umfassendes Bild des Universums dieses erfolgreichen Unternehmers und gescheiterten Revolutionärs sowie seines Erbes.