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Meine Wiederholung
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Dreiteilige Farbsonatine (Reflektorische Farbenlichtspiele)

Moderne, farbige Licht-Projektionen auf eine Leinwand.

Montag, 30. Juni 2008 um 00.45 Uhr

Wiederholungen:
09.07.2008 um 05:40
21.07.2008 um 09:25
Dreiteilige Farbsonatine (Reflektorische Farbenlichtspiele)
(Deutschland, 1923, 12mn)
ZDF
Regie: Ludwig Hirschfeld-Mack
Autor: Ludwig Hirschfeld-Mack
Komponist: Ludwig Hirschfeld-Mack
Produzent: Mlab


Der Experimentalfilm von Ludwig Hirschfeld-Mack war Teil des Programms "Der absolute Film", das 1925 in Berlin uraufgeführt wurde und mittlerweile zu einem Klassiker der Filmavantgarde zählt. Dank der Restaurierungsarbeit internationaler Filmarchive kann dieses Programm zum ersten Mal in seiner Gesamtheit vorgestellt werden. Die Ausstrahlung auf ARTE ist die absolute Fernsehpremiere, für die historische als auch zeitgenössische Musiken neu eingespielt wurden.

Die Farbenlichtspiele, 1922/23 von Ludwig Hirschfeld-Mack am Bauhaus in Weimar entwickelt, sind ein spektakuläres Werk der Moderne, farbige Licht-Projektionen auf eine Leinwand: Aus Kreis, Dreieck, Quadrat und den Farben Blau, Gelb und Rot entsteht eine Abfolge bewegter Bilder, die zu einer eigenes komponierten Musik rhythmisch miteinander verschmelzen. Dabei bedient eine Gruppe von Akteuren nach exakten Spielanweisungen einen Apparat mit beweglichen Schablonenöffnungen, durch die Farblicht projiziert wird; das auf eine Papierleinwand geworfene farbige Licht erscheint in seiner Nuanciertheit und Brillanz als malerischer Prozess.
Ausgehend von überlieferten Partiturskizzen - die im Bauhaus-Archiv erhalten sind - und zeitgenössischen Beschreibungen wurden die "Farbenlichtspiele" von einer Wiener Künstlergruppe unter Leitung der Performance-Künstlerin Corinne Schweizer und des Komponisten Peter Böhm in einer Gesamtlänge von 40 Minuten rekonstruiert; diese Rekonstruktion wurde inzwischen mehrfach in verschiedenen Museen, insbesondere Museen mit Sammlungen jüdischer Künstler, live vorgestellt. ARTE zeigt als erster Fernsehsender daraus zwei Teile, die farbige Sonatine Nr. 2 und das stumme Kreuzspiel in schwarz-weiß.

Ludwig Hirschfeld-Mack (1883 - 1965), beginnt sein Studium 1919 an der Stuttgarter Akademie, sein Lehrer ist Adolf Hoelzel. Von 1920 bis 1925 studiert er am Bauhaus und ist Mitarbeiter in der grafischen Werkstatt. In den Jahren 1922/1923 initiiert Hirschfeld-Mack ein Farbenseminar orientiert an Wassily Kandinsky. Zeitgleich kommt es zur Entwicklung seines Hauptwerkes, den "Reflektorischen Farbenlichtspielen", eines von Hand gespielten Projektions-Lichtspiels, mit acht Lampen und Schablonen. 1935 zwingt ihn die politische Situation in Deutschland zur Emigration nach England. Zwischen 1938 und 1940 arbeitet Hirschfeld-Mack als Lehrer in England. Ab 1940 ist er als Lehrer in Australien tätig.