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Dürfen wir Tiere essen?

Der Themenabend klärt über die globalen Folgen des Fleischkonsums auf und diskutiert Lösungsansätze.

Dürfen wir Tiere essen?

Dienstag, 27.03.2012 um 20.15 Uhr - 23/03/12

Safran Foers Buch "Tiere essen"

Dürfen wir Tiere essen? Diese Frage wirft Jonathan Safran Foer in seinem ersten Sachbuch auf. Nach zwei Roman-Bestsellern legt der amerikanische Autor einen solide recherchierten Essay über die Fleisch-Industrie vor - und schreckt hierfür nicht mal davor zurück, nachts in Schlachthöfe einzubrechen.


Denis Michelis hat für ARTE Journal mit dem US-Autor gesprochen. Sehen Sie hier das Interview!


Klicken Sie hier und sehen Sie sich ein weiteres Interview mit dem Autor an, geführt von der Tierschutzorganisation Peta
Homepages von "Eating animals" (in Englisch)

Für ARTE Journal stellt der Autor sein Buch in fünf Stichwörtern vor: KFC, Hund, Scheiße, Familie und Thanksgiving.



KFC: "In dem Buch sagte ich, dass KFC vielleicht für mehr Grausamkeiten gegenüber Tieren verantwortlich ist, als jedes andere Unternehmen es je war. Sie kaufen jedes Jahr Milliarden Hühner und behandeln sie auf eine Art und Weise, die wirklich jeder widerwärtig finden würde, wenn er es denn nur mit eigenen Augen sehen könnte."

HUND: "Ich halte meinen Hund nicht für einen Menschen, ich glaube nicht, dass er besonders intelligent ist. Oft überrascht mich seine Dummheit. Aber er hat mir gezeigt, dass Tiere zum einen Schmerz empfinden können und dass zum anderen ihr Leben nicht nur aus Instinkten besteht."

SCHEIßE: "Durch die Massentierhaltung leben so viele Tiere auf so engem Raum zusammen, dass sie viel zu viel Scheiße produzieren, die von dem Boden nicht aufgenommen werden kann. In North Carolina produzieren nur 4 Farmen mehr Scheiße als der ganze Bundesstaat aufnehmen kann. Die Frage lautet also: Was geschieht mit der ganzen Scheiße? Und das ist eine riesige Umweltkatastrophe."

FAMILIE: "Das Erschreckendste an der Massentierhaltung ist nicht nur, dass sie die Methoden der Viehzucht verändert hat, sondern auch unser Gefühl für das, was Nahrung ist. Und ich glaube, sie ist verantwortlich dafür, dass wir weniger Zeit mit unserer Familie verbringen."

THANKSGIVING: "Dieses Tier ist nicht in der Lage, sich sexuell fortzupflanzen. Was ich gerade sagte, ist so absurd, dass man es wiederholen muss: Der Truthahn kann sich nicht sexuell fortpflanzen. Jeder einzelne Truthahn, der in den USA zu Thanksgiving auf den Tisch kommt, entstand durch künstliche Befruchtung. Sie wurden so gezüchtet, dass sie schnell wachsen, aber dadurch können sie keinen Sex mehr haben. Wie kann das ein Symbol für Ernte und Güte sein? Dem Tier werden die Karunkeln ohne Betäubung entfernt; das Tier wurde von Geburt an bis zum Tod mit Antibiotika gefüttert. Das Tier verbreitet die Vogelgrippe. Das Tier leidet. Jeder Truthahn, der zu Thanksgiving auf den Tisch kommt, hat auf die eine oder andere Art gelitten."

Erstellt: 21-03-12
Letzte Änderung: 23-03-12