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Meine Wiederholung
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Unter dir die Stadt

Eine Begegnung auf einer Vernissage verändert das Leben zweier Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können...

Sonntag, 11. November 2012 um 21.50 Uhr

Wiederholungen:
12.11.2012 um 02:40
Unter dir die Stadt
(Deutschland, Frankreich, 2010, 102mn)
WDR
Regie: Christoph Hochhäusler
Drehbuch: Christoph Hochhäusler, Ulrich Peltzer
Kamera: Bernhard Keller
Musik: Benedikt Schiefer
Schnitt: Stephan Stabenow
Darsteller: Robert Hunger-Bühler (Roland Cordes), Nicolette Krebitz (Svenja Steve), Mark Waschke (Oliver Steve), Wolfgang Böck (Werner Löbau), Corinna Kirchhoff (Claudia Cordes), Michael Abendroth (Hartmut John), Angelika Bartsc (Annika Lebert), André Dietz (Mario Scharf), Paul Fassnacht (Hermann Josef Esch), Alexandra Finder (Britta Lau), Piet Fuchs (Jens Janssen)
Produktion: Heimatfilm, WDR, Gloria Film, ARTE
Produzent: Bettina Brokemper

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Eine flüchtige Begegnung auf einer Vernissage. Dieser Moment entflammt in Roland Cordes, "Banker des Jahres", das unstillbare Begehren für eine Frau. Es stellt sich jedoch heraus, dass eben diese Frau, Svenja Steve, mit einem seiner Angestellten verheiratet ist. Gewohnt, seinen Willen zu bekommen, versetzt er jenen nach Indonesien. Ein Spiel zwischen Macht und Begehren, Kontrolle und Sehnsucht beginnt.

Eine flüchtige Begegnung auf einer Vernissage verändert das Leben zweier Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Sie, Svenja Steve, ist aus Liebe ihrem Mann, dem Banker Oliver, nach Frankfurt hinterhergezogen. Hier erwartete den Young professional ein gut dotierter Arbeitsplatz, Svenja hingegen außer ein Leben im Luxus nichts. Ohne ihre Freunde und von Heimweh zu ihrer Stadt Hamburg geplagt, fühlt sich Svenja oft einsam, während sich ihr Mann in der High Society der Finanzwelt einarbeitet.
Er, Roland Cordes, "Banker des Jahres", führt ein elitäres Leben innerhalb der Chefzirkel des Bankensektors in Frankfurt. Eine Zigarettenlänge dauert der Moment, in dem sich die Beiden zufällig begegnen. Ein Moment, der sie beide nicht mehr loszulassen scheint. Zunächst wahrt Svenja bei den nächsten zufällig geplanten Treffen die Distanz. Jedoch ist spürbar, dass sie Cordes gleichermaßen verachtet wie begehrt.
Cordes, genervt von Svenjas Distanz, versucht dem kurzerhand ein Ende zu bereiten, indem er ihren Mann für eine gefährliche Mission ein halbes Jahr lang nach Indonesien versetzt. Gewohnt, das zu bekommen, wonach er verlangt, gewinnt das sexuelle Begehren schließlich überhand und beide geben sich einer zügellosen Affäre hin.
Inmitten der verspiegelten, harten Fassaden, der grauen, schallschluckenden Korridore und den seelenlosen, kargen Großraumbüros "Mainhattans", erzählt Christoph Hochhäusler von dem Balanceakt zwischen Selbstzerstörung und Sehnsucht nach Liebe.

Der Ursprungsgedanke dieses Films war laut Hochhäusler zu Beginn seiner Arbeit die biblische Geschichte von David und Batseba. Der König, der die Frau seines Freundes begehrt und diesen an die Front schickt, um freie Bahn zu haben. Hinter Frankfurts einschüchternder Hochhausfassade geben sich vertuschte Skandale der Bank in Indonesien und ein gewaltiger Übernahmedeal, mit dem sich alle Beteiligten übernommen haben, die Hand und bedrohen damit die Macht des "Bankers des Jahres". Zusätzlich verwirrt durch die neu entdeckte Sehnsucht nach einer fremden Frau, versucht Cordes durch Rituale, die Ordnung in seinem Leben zu wahren.
Die der Affäre zwischen Cordes und Svenja steht zwar im Fokus, wird aber geschickt durch die visuelle Bildauswahl mit dem Schauplatz Frankfurt als Stadt zwischen Macht und Zerfall verknüpft. Die psychologischen Untiefen der Figuren mit ihren dunklen Geheimnissen, das Spiel von Sein und Schein stehen im Zentrum der filmischen Erzählung. Selbst vor dem apokalyptischen Untergang dieser falschen Welt, als offenes Ende, schreckt der Regisseur nicht zurück.
Hochhäuslers Motivation, diesen mit düsterer Erotik beladenen Film zu drehen, erklärt er folgendermaßen: "Man trifft jemanden, irgendjemanden, und sofort weiß man, ob man sich lieben oder hassen könnte. Das Erste, was wir wissen, ist ein Gefühl. Das ist gefährlich, aber auch wenn wir vom Gegenteil überzeugt sind: Die Logik kann uns nicht beschützen. Der Instinkt ist stärker. Für mich geht es im Kino immer um diese Art von Gefahr."
"Unter dir die Stadt" hatte 2010 beim Filmfestival in Cannes Premiere und gewann 2012 den Deutschen Filmkritikerpreis.