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Romy Schneider

Eine Hommage

Romy Schneider

Mittwoch, 25/10 um 22.45 - 02/09/08

Nachtblende

Die Schauspielerin Nadine Chevalier hat es nicht leicht. Um sich finanziell über Wasser zu halten, muss sie in erniedrigenden Pornos mitspielen. Hilfe verspricht der Fotograf Servais Mont: Fasziniert von Nadine bietet er ihr eine Rolle in einem selbst finanzierten Theaterstück an, um ihr eine Chance zu geben. Als das Stück floppt, erfährt Nadine die Hintergründe ihres Engagements... - Dritter Teil des Zyklus mit Romy Schneider-Filmen.

Externe Links

(L'important c'est d'aimer)
Spielfilm, Frankreich 1974, Originalfassung mit Untertiteln, ZDF
Regie: Andrzej Zulawski; Buch: Christopher Frank, Andrzej Zulawski; Kamera: Ricardo Aronovich; Schnitt: Christiane Lack; Musik: Georges Delerue; Produzent: Albina du Boisrouvray; Produktion: Productions S.a.r.l., Rizzoli Film S.p.a., TIT Filmproduktion GmbH
Mit: Romy Schneider - (Nadine Chevalier), Fabio Testi - (Servais Mont), Jacques Dutronc - (Jacques Chevalier), Klaus Kinski - (Karl-Heinz Zimmer)

Nadine Chevalier ist eine heruntergekommene Schauspielerin, die in erniedrigenden Pornofilmen mitspielen muss, um sich finanziell über Wasser zu halten. Ihr verbitterter Ehemann Jacques hat sich längst aufgegeben und entwickelt die seltsamsten Mechanismen, um der Realität zu entfliehen. Während eines Drehs begegnet Nadine dem Fotografen Servais Mont. Servais ist hingerissen von Nadine, die ihn aber zurückweist. Servais lässt nicht locker und verschafft Nadine eine Rolle in einem Theaterstück, das er selbst auf die Beine stellt, um Nadine eine Chance geben zu können. Den hohen Geldbetrag, der für diese Investition nötig ist, beschafft er sich bei seinem Arbeitgeber Mazelli. Natürlich soll Nadine von dieser Manipulation ihr zu Ehren nichts erfahren. Als das Theaterstück aber ein Misserfolg wird, kommt sie der Wahrheit doch auf den Grund und will Servais nichts schuldig bleiben...

Zusatzinfo

"Nachtblende" ist ein schwarzes Meisterwerk über eine vereinsamte Protagonistin auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und der Liebe. Regisseur Zulawski greift nicht auf gewohnte Klischees zurück, statt einer freundlichen, heiteren Liebesgeschichte bekommt der Zuschauer einen verunsichernden, düsteren Thriller über menschliche Leidenschaften und Abgründe geboten, eine Welt, in der die schicksalhaften Hauptfiguren ohne Glück in eine düstere Zukunft blicken. Zur Entstehungszeit des Films, in den 70er Jahren, ist Romy Schneider eine der wichtigsten Schauspielerinnen des französischen Films das französische Publikum feiert sie frenetisch. Der Film "Nachtblende" (1974) - eine Mischung aus Psychogramm und Melodram, das auch komische Elemente nicht ausklammert - ruft bei der Uraufführung in Paris heftige Reaktionen hervor, die von großer Begeisterung bis zu totaler Ablehnung reichen.
Die kontroverse Diskussion um den Film lässt in den ersten zehn Wochen bereits über 400.000 Zuschauer in die Kinos laufen. Die deutsche Presse verreißt den Film gnadenlos und bezeichnet ihn als "Werk der aufgewühlten, schrillen und schwülen Exaltationen, das so tut, als käme es direkt aus Fausts Laboratorium". Das hält die Kritik allerdings nicht davon ab, Romys Darstellung der Nadine Chevalier als ihre beste schauspielerische Leistung zu würdigen. "Nachtblende" ist Schneiders einziger Film mit dem Skandalregisseur Zulawski. Trotzdem scheinen die beiden mit ihrem Drang zur Perfektion, ihrer geradezu besessenen Arbeitsweise wie für einander bestimmt. Am Set kommt es zu wilden Auseinandersetzungen zwischen dem Regisseur und Romy Schneider. Romy sagt später: "Ich brauche eine Herausforderung wie Zulawski". Für die begnadete Schauspielerin sind die 70er Jahre zu Recht das Jahrzehnt, in dem sie mit Filmpreisen überhäuft wird. Für ihren überzeugenden Auftritt in "Nachtblende" erhält sie 1975 den César als beste Darstellerin des Jahres. Ihre schauspielerische Leistung in "Eine einfache Geschichte" (1979) wird ebenfalls mit einem César gewürdigt. 1977 erhält sie den Bundesfilmpreis "Filmband in Gold" für "Gruppenbild mit Dame".
"Nachtblende" ist der dritte Teil eines Romy-Schneider-Zyklus auf ARTE. Die einzelnen Sendungen im Überblick:
(1): "Das Mädchen und der Kommissar" am Donnerstag, den 12. Oktober um 20.40 Uhr.
(2): "Ein Pechvogel namens Otley" am Donnerstag, den 19. Oktober um 20.40 Uhr
(3): "Nachtblende" am Mittwoch, den 25. Oktober um 22. 40 Uhr.
(4): Eine einfache Geschichte", am Donnerstag, den 26. Oktober um 20:40 Uhr.

Erstellt: 06-10-06
Letzte Änderung: 02-09-08