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Tribal - No Border

Ausstrahlung am Freitag, den 07. November 2003 um 19.00 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33



Tribal - No Border
Paradoxerweise verriegeln die Regierungen im Zeitalter der Globalisierung erbarmungslos ihre Grenzen. Jedes Jahr stoßen Flüchtlinge zu Hunderttausenden auf verschlossene Pforten. Allein seit Januar 2003 haben an die 4000 Flüchtlinge auf der Flucht vor Diktaturen, Armut und Krieg ihr Leben verloren.
Grenzen sind den "No Border" ein mächtiger Dorn im Auge. Um gegen die europäische Flüchtlingspolitik zu protestieren, versammelten sie sich in Puglien, im östlichen Südzipfel Italiens. Sie nennen es "am Ende der Welt". Diese Zone im Absatz des italienischen Stiefels ist die Hauptanlaufstelle der meisten Flüchtlinge aus dem Maghreb und aus Albanien. Für sie baute man ursprünglich diese Aufnahmestelle in San Foca, doch heute ist das Gebäude ein wahres Gefängnis. Als kleines Zeichen der Unterstützung kritzeln die "No Borders" Ermunternde Worte auf Fußbälle.
Ihr Camp haben die "No Border" auf dem Campingplatz von Frassanito aufgeschlagen. Ihre Treffen organisieren die Militanten seit 1998 immer an einem der Hot-Spots der illegalen Immigration. Nach Aktionen im Süd-Spanischen Tarifa, in Straßburg oder an der Deutsch-Polnischen Grenze, wollen sie nun die Öffentlichkeit auf das Drama der Flüchtlinge aus Südosteuropa aufmerksam machen.

Heute schmeißen die Regierungen Schmuggelware, Terrorismus und illegale Einwanderer in einen Topf. Die grenzen werden vollelektronisch überwacht, ein neuer High-Tech Markt, der große Gewinne abwirft und viele Opfer fordert, die man versucht, so gut wie möglich unter den Tisch zu kehren. Vor einem Lastwagen-Scanner werden sowohl illegale Ware als auch Flüchtlinge sichtbar. Die Waffe der "No Border" gegen die Technologie des Staates heißt Öffentlichkeitsarbeit. Satelliten, freie Radiostationen, Underground Fernsehsender und Internet, alle Aktivitäten der "No Border" werden im Medialab zentralisiert. Von dort aus wird täglich über die Aktionen der Militanten berichtet und die Namen der Flüchtlinge genannt. Zumindest wird auf diese Art das Schweigen, dass um die Illegale Einwanderung herrscht, gebrochen.

Die deutsche Organisation "Kein Mensch ist illegal" ist der Ursprung der "No Border". Einer der Stützpfeiler der "No Border" ist die Aktion "Deportation Class". Sie entfremden die Werbekampagnen großer Fluggesellschaften, die für die Ausweisungen illegaler Flüchtlinge dem Staat ihre Flugzeuge zur Verfügung stellen. Die Holländer von "United" haben sich darauf spezialisiert, den Opfern der Ausgrenzung ein Gesicht und einen Namen zu geben.Wie bei den Globalisierungsgegnern, funktioniert das Netzwerk ganz ohne Boss.

Das Hauptziel der "No Border" ist es aber, den Flüchtlingen eine Identität und eine Stimme zu geben. Über 600.000 sollen es sein, die den illegalem Weg nach Europa suchen, vor den Toren der USA sind es sogar 6 Millionen. Heute Abend ist ein nigerianischer Flüchtling zu Gast im Camp, um seine Geschichte zu erzählen. Den "No Border" ist klar, dass die Flüchtlinge nur lästige Sündenböcke in den Augen paranoider Staaten sind, und ihre Message geht weit über love and Peace hinaus.

Davide: " Täglich tobt ein Krieg von dem niemand spricht. Die Opfer sind die Ausgegrenzten, die versuchen, um jeden Preis in unsere Festung des Wohlstands einzudringen."

Mehr Informationen
>> Geneva03 - "WSIS? we seize!"
>> Noborder Network
>> Deportation Class
>> Kein Mensch ist illegal
>> Samizdat - auf französisch
>> Indymedia Deutschland
>> wastun.org
>> MakeWorld 3

Erstellt: 27-05-04
Letzte Änderung: 04-11-03


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