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> 20050203 > Vision - The Stuckists

28.04.05 - 23.55 : tracks

Vision - The Stuckists

Die Stuckists haben vor nichts Respekt, am allerwenigsten vor der zeitgenössischen Kunst. Nieder mit dem Abstrakten, es lebe die spirituelle Renaissance. Ihren artistischen Feldzug starteten die Stuckists in London. Von hier aus wollen sie der Kunst Echtheit und Leidenschaft wiedergeben.

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Charles Thomson ist einer der Mitbegründer der Bewegung. 1999 verfassten die Stuckists ein radikales Manifest gegen sämtliche postmoderne Erscheinungsformen der Kunst.

Charles Thomson:"Der „Stuckism“ konzentriert sich auf das Wesentliche, auf alles, was Kunst interessant macht. Und nicht auf irgendwelche abgehobenen Theorien die einen Künstler zum Genie erklären, obwohl seine Werke nur auf einem Gimmick beruhen, auf das jeder hätte kommen können. Wie zum Beispiel, sein Bett auszustellen."

Wie jede reaktionäre Bewegung haben die Stuckists neben ihrem Manifest auch eine Hymne. Bereits 79 gründete Charles Thomson die anarchistische Performance Truppe „Medway Poets“, von denen heute ein Teil bei den Stuckists weiter lebt. Die Idee zu den Stuckists kam Billy Childish nach einem Wutanfall seiner ehemaligen Lebensgefährtin Tracey Emin, die Inzwischen zu den Stars der Brit’Art zählt. Sie hatte seine Malereien als "stuck" – also als festgefahren“ beschimpft. Billy Childish drehte den Spieß um und machte aus der Beleidigung eine Bewegung, zusammen mit Charles Thomson.
Und damit es so richtig fetzt, liegt der Sitz der Stuckists nur ein paar Schritte vom schlimmsten Feind entfernt - Im East End, gleich um die Ecke der White Cube Gallery, dem Tempel der britischen Concept-Art.
Die Brit’Art-Bewegung entstand 1988 mit jungen Künstlern wie Gillian Wearing, Tracey Emin oder den Chapman-Brüdern. Auf sie haben es die Stuckists ganz besonders abgesehen. Die neo-konzeptuellen Werke der Brit’Art sorgen regelmäßig für Skandale, erzielen aber bei Sammlern zeitgenössischer Kunst astronomische Preise.

Eines davon wechselte im Januar dieses Jahres für 7 Millionen Pfund den Besitzer: "Der tote Hai" von Damien Hirst. In der Stuckism Gallery von London ist jetzt eine ähnliche Jagdtrophäe zu sehen, nur mit der Unterschrift. "Ein toter Hai ist keine Kunst". Auch der Turner Prize, der Oskar für Zeitgenössische Kunst, ist für die Stuckists die reinste Lachnummer.
Nach fünf Jahren Guerilla stellt jetzt das National Museum von Liverpool die erste Stuckists-Ausstellung auf die Beine. Dabei werden 250 Bilder von 42 Malern demnächst auch einem breiten Publikum vorgestellt.
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In der Reportage zu sehen
Ella Guru - 1995 reiste die Amerikanerin Ella Guru mit dem Fahrrad quer durch Europa. Ein Jahr später lies sie sich in London nieder, wo sie den Travestie-Künstler Sexton Ming traf, der sie später nicht nur in die hohe Kunst des „Stuckism“ einweihte sondern auch ihr Ehemann und Mentor.
David Beesley - David Beesley ist Wächter im Tower von London und hat gerade seine erste Ausstellung hinter sich.
Naive John - Naive John ist der einzige Stuckist in Liverpool. 2003 nahm er sein Studium an der Kunsthochschule wieder auf, um eines Tages Lehrer zu werden. Jede Nacht schwingt er, von 11 Uhr Abends bis 8 Uhr morgens, den Pinsel.


Links
>> Die offizielle Homepage der stuckists
>> Ein Interview von Charles Thomson
>> Die Ausstellung in Liverpool
>> Artikel zu Damien Hirst
>> Stuckism photography

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TRACKS
Donnerstag, den 28. April um 23.50 Uhr
Wiederholung am Samstag, den 30.04 um 17.50 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33
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Erstellt: 28-04-05
Letzte Änderung: 29-04-05


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