Eigentlich war Gilbert Shelton keineswegs zum Freak prädestiniert. 1940 in Texas geboren, verbringt der kleine Vorzeige-Pfadfinder eine ganz normale Kindheit. Wie alle Kids steht auch er auf Superhelden in Pyjamas. Aber mit 22 wird ihm das alles zu bunt. Er erfindet seinen eigenen Superhelden: Das Wunderwarzenschwein. Mit teleskopischer Schweinsnase und Atom-Faust erobert Wunderwarzenschwein ganz Amiland. Shelton zeichnet zu der Zeit für das Magazin „Drag“, das sich ausschließlich mit Hot-Rods befasst. Dort springt der Virus der Anti-Kultur endgültig auf ihn über. Gilbert Shelton: "Eigentlich fing es an, als ich Student an der Uni von Texas war. Anstatt wie die Anderen Geschichte zu büffeln, verbrachte ich meine ganze Zeit damit, Illustrationen für eine kleine satirische Zeitschrift zu zeichnen. Wir haben tausende davon verkauft. Von den paar hundert Dollar die dabei zusammen kamen, haben wir dann einmal im Monat eine dicke Party geschmissen. Das war das Event. Janis Joplin machte für uns Publicity. Sie hat keine Party ausgelassen."
Gilbert Shelton hat die heile Welt von Micky Maus auf den Kopf gestellt. Eine ganze Reihe subversiver Comic-Zeichner springen auf den Zug auf, darunter Robert Crumb, mit seinen sexuellen Fantasien. Oder Harvey Kurtzman, Gründer von Mad, der berühmtesten Satire-Zeitschrift der USA. Mit Robert Williams trifft sich die Elite des alternativen Comics zu regelmäßigen Mal-Sessions. Zusammen gründen sie Zap-Comics, das erste Underground-Fanzine. Aber besonders die Freak-Brothers haben es den Lesern angetan. Sie laufen dermaßen gut, dass Shelton beschließt, ein eigenes Magazin, das „Rip Off Press“, zu gründen. Die Abenteuer der Freak Brothers drehen sich nur um ein Thema: Das Beschaffen von Dope. Fat Freddy, Free Wheeling Franklin und Phineas wurden in zig Sprachen übersetzt, sogar in Bosnien sind sie als Raubkopien unterwegs. In den USA ist man bereits bei der 30. Auflage der Freak Brothers. Und es ist noch lange kein Ende in Sicht.
Besonders während des Vietnam Krieges liebt ganz Amerika die drei fertigen Freaks, die auf einen ehrenhaften Tod auf dem Schlachtfeld gerne verzichten. Als 1981 Ronald Reagan zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird, platzt Shelton der Kragen. Er flüchtet nach Paris, wo er als Keyboarder bei der Punk-Band „Géant Vert“ musiziert.
Dieses Jahr sind Verhandlungen zwischen Shelton und den Bolex Brothers angelaufen. Gemeinsam wollen sie die Freak-Brothers als Animationsfilm auf die Leinwand bringen.
Links
>> Homepage von Rip Off Press>> Die Freak-Brothers als Animationsfilm - Furry Freak Brithers Film planned
>> Ein interview mit Gilbert Shelton
BücherFabuleux Furieux, hommage en Freak style
A Gilbert Shelton Tribute
Les Requins Marteaux -2004
>> Chronik
>> Mehr zum Comic
AusstellungHommage an Gilbert Shelton
Vom 02. bis zum 31. Mai 2005
in der Médiathèque Associative
6 rue de la bourse
31 000 Toulouse
Tel : 0033 5 61 21 71 50
>> Mehr Informationen
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TRACKS
Donnerstag, den 02. Juni um 23.30 Uhr
Wiederholung am Samstag, den 04. Juni um 17.50 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33
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