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2005.01.06 - 23.20 : tracks

Dream - Ti Lung

Hongkong ist seit 35 Jahren die Wiege des asiatischen Kinos. Aber auch wenn John Woo und Bruce Lee weltweit ein Begriff sind, tappen wir bei den meisten Stars aus China weitestgehend noch im Dunkeln, sofern sie noch keinen Abstecher nach Hollywood gemacht haben. Ti-Lung gehört zu den Größten unter Ihnen, bei uns kennt man ihn aber höchstens aus John Woos „A Better Tomorrow“ von 1987. Dabei ist er für Asiens Karate-Filme das, was Klint Eastwood für unsere Spaghetti Western war: Eine Ikone. Selbst wenn er heute öfters mal bei John Woo vor der Kamera steht, ist die Karriere von Ti Lung eng mit den glorreichen Shaw Brothers Studios verflochten.

Ti Lung : "Ich bin direkt nach dem zweiten Weltkrieg geboren. Meine Eltern hatten ein Lebensmittelgeschäft."

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges tobt in China ein Bürgerkrieg bis Mao Tse Tung 1949 seine neue Volksrepublik ausruft. Die britische Kronkolonie Hongkong wird zur Brücke zwischen Ost und West, und zur Anlaufstelle aller, die mit dem kommunistischen Regime nicht so gut klar kommen. Die Wirtschaft läuft hier auf Hochtouren und man investiert in alles, was Kohle bringt, darunter auch in die Kinoindustrie. Das Fighten lernt Ti Lung ganz klassisch in einer Kampfschule. Sein Meister Yip Man ist auch der Trainer von Bruce Lee.
Was Filme betrifft, haben während der 60er Jahre in Hongkong die Shaw Brothers Studios das Sagen. Ti Lung kommt mit 18 Jahren in die legendäre Shaw Brothers Filmschule um die Schauspiel- und Reit-Kunst zu erlernen. Es dauert nicht lange bis Produzenten von seinem Talent Wind bekommen und ihn für acht Jahre unter Vertrag nehmen, für ein monatliches Gehalt von umgerechnet 50 Euro.
Ti Lung wird zum Aushängeschild der Shaw Brothers. Zwischen 1969 und 85 sind seine Filme die absoluten Blockbuster in ganz Asien. Während Bruce Lee den unbesiegbaren Urban-Fighter verkörpert, repräsentiert Ti Lung den Ehrencodex der Shaolin. In seinen Streifen spielt er den gnadenlosen Macho-Krieger, der sich durchboxt mit Hand und Fuß.
Ab Mitte der 80er Jahre stürmen die Action-Thriller von John Woo in Hongkong die Kino Charts. Ti Lung, tauscht sein Schwert gegen die Wumme ein, und passt sich problemlos dem neuen Trend an. Aber im Gegensatz zu vielen Kollegen, lehnt er ein Exil in Hollywood ab.

Ti Lung: "Jetzt wo ich sechzig bin, kann ich sagen: „Whatever will be, will be.“ Als ich noch jung war, habe ich in 100 Filmen mitgespielt, 100! Und dabei hatte ich meistens die Hauptrolle. Stell dir das vor. Das ist ein Hundeleben. Aber ich habe es nun mal gemacht. Ich kann die Vergangenheit nicht mehr ändern, aber ich bin der alleinige Herr über meine Zukunft."
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Filmausschnitte
"A Better Tomorrow" – John Woo
"City War" – Sun Chung
"Das blutige Schwert der Rache"- Chang Cheh
"Die Todespagode des gelben Tigers" - Chang Cheh

Links
>> Hommage an Ti Lung beim Filmfestival von Amiens
>> Die Ti Lung Website
>> Shaw Brothers


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TRACKS
Donnerstag, den 06. Januar 2004 um 23.20 Uhr
Wiederholung am Samstag, den 08.01 um 17.45 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33
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Erstellt: 05-01-05
Letzte Änderung: 05-01-05


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