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18.01.07 - 23.35 / 23.01.07 - 01.40 - 31/10/08

Vision - Game art

Die neuesten Massenunterhaltungswaffen! Die Game Art erfindet Videospiele, die unter die Haut gehen. Das fetzt! Flirt zwischen Fiktion und Realität – Jetzt geht es den Gamern an den Kragen!

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Vergesst den Joystick! Bei diesen Videogames ist Körpereinsatz gefragt! Spiele der neuesten Generation verschieben die Grenzen zwischen der virtuellen Realität und unserer Wirklichkeit. Hier ein kleiner Überblick:

FUR
Das deutsche Kollektiv FUR hat sich auf das Entfremden von Videospielen spezialisiert. Den Klassiker Pong haben sie umgetauft in „Painstation“ – Die Schmerzkonsole. Da Painstation verdächtig nach Playstation klingt, gab es nach der einjährigen Entwicklungszeit erst mal Stress mit dem Copyright. Doch heute können sich Zocker an der Folterkonsole ihre Peitschenhiebe, Stromschläge und Verbrennungen abholen.

Tilmann Reiff:"Man wird für jeden Fehler bestraft. Derjenige, der seine Hand als Erster zurückzieht, hat verloren. Es wird gespielt bis einer der Spieler die Schmerzen nicht mehr erträgt und aufgibt."

Und die schönsten Verletzungen kann man in der Hall of Pain auf der Website des Kollektivs bestaunen. Die Game-Kunstdesigner befassen sich schon heute mit der erweiterten Realität und sind deshalb den Großkonzernen der Spielindustrie oft einen Level voraus. Ihre Experimente mit der Interaktivität zwischen Mensch und Maschine werden jedoch nie kommerzialisiert sondern landen in Museen.

Marnix de Nijs
So auch die Installation „Run Motherfucker Run“ des Holländers Marnix de Nijs – Ein Rennen an den Grenzen von Realität und Cyberspace. Das Laufband steuert das Spiel. Wer bei 30 km/h die Kontrolle verliert, fällt, wie im richtigen Leben, auf die Nase. Beim Spiel „Beijing Accelerator“ geht es darum, die Bilder auf dem Bildschirm mit der Position des Simulators zu synchronisieren. Es gibt 6 Schwierigkeitsstufen. Seine Installation versteht der Holländer als Kritik an den Industriellen Boom, wie er zur Zeit in China stattfindet. Bei der kleinsten falschen Bewegung gerät die Perspektive ins Wanken. Da kann es einem schon mal den Magen umdrehen.

Marnix de Nijs:"Unsere Gesellschaft definiert sich durch die Technologie ohne dass wir einen physischen Bezug zu ihr haben. Ich versuche den Körper in die digitale Technologie einzutauchen.
Wo liegt die Grenze? In welchen Situationen bleibt der Mensch Herr über das, was die Technologie ihm ermöglicht, und ab welchem Moment übernimmt die Technologie das Ruder?"

Das letzte internationale Festival für digitale Kunst in Paris machte eins klar: Der Joystick wird uns nicht mehr lange Freude bereiten. Die Pioniere der Game Art machen es uns vor, mit Spielen wie „Motor Karaoke“: Ein Motorradrennen, bei dem die Stimmbänder ein virtuelles Fahrzeug steuern. Doch es gibt auch Großkonzerne, die ihre Inspiration anscheinend in der Game-Art finden.

Blast Theory
Erst kürzlich kam eine revolutionäre Konsole auf den Markt, die in der Lage ist, Körperbewegungen zu erfassen. Das Hauptquartier des Kollektivs „Blast Theory“ liegt in Brighton. Sie haben das Spiel „Can you see me now“ konzipiert. Mitten in der Stadt jagen echte Spieler, die mit Sensoren versehen wurden, virtuelle Figuren, die von Online-Gamern gesteuert werden. Die Bewegungen der Jäger werden mit Hilfe von GPS und Handy im Videospiel erfasst.

Ju Row Farr:"Manche loggen sich aus London oder Tokio ins Spiel ein, nur um dabei zu sein, um Freunde zu treffen. Überall stehen Avatare rum, die sich nur anschauen und sich Messages schreiben. Denen ist es völlig egal, ob sie erwischt werden. Die wollen einfach nur eine Runde in Brighton rumhängen."

Die sechs Mitglieder des Kollektivs arbeiten seit 1997 mit der Universität von Nottingham zusammen. Dort befindet sich nämlich das „Mixed Reality Lab“, ein Labor zur Erforschung der Grenzen des Virtuellen.
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Links
>> Website von Marnix de Nijs
>> Painstation auf der FUR-Website
>> Blast Theorys offizielle Website
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TRACKS
Donnerstag, den 18. Januar 2007 um 23.35 Uhr
Wiederholung am Dienstag, den 23. Januar um 01.40 Uhr
Redaktion: Program33
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Erstellt: 18-01-07
Letzte Änderung: 31-10-08