Das Chaos, so Meillassoux, ist keine Garantie für die Zerstörung jeder Ordnung. Hier kommt eine bedrohliche Macht zum Vorschein, die imstande ist Welten zu vernichten oder nie zur Tat zur schreiten, imstande, die herrlichsten Träume wie die schlimmsten Alpträume zu verwirklichen; imstande zu rasanter, ungeordneter Veränderung oder zur Erzeugung eines bewegungslosen Universums. Wie eine Gewitterwolke, die heftigste Unwetter und bizarrste Lichtstreifen in sich trägt und sich noch beängstigend ruhig verhält...
Quentin Meillassoux: "Jeder Philosoph oder Wissenschaftler, der uns gerade zuhört, wird denken, das Chaos ins Zentrum des Denkens hineinzustellen, das ist ein Gemeinplatz – es wurde schon so viel über das Chaos gesprochen. Ich aber glaube, es gibt eine radikalere Möglichkeit, das Chaos zu verstehen als dies in der Physik geschieht, wo man nicht zur Unvernunft gelangt. Man kann durchaus über ein Chaos diskutieren, das nicht unbedingt einer Ursache, einem Grund oder einem Gesetz gehorcht. Man kann über das verstandesmäßig nicht Erklärbare diskutieren. Das Fehlen einer Logik der Dinge oder Gesetze ist nicht gleich Unvernunft. Logische Argumentation kann in manchen Fällen durchaus eine Hilfe für ein gewisses Weltbild sein: nämlich in unserer täglichen Beziehung zum Tod, in unserer Erinnerung an die Toten und in den Möglichkeiten, die diese Art von Rationalität zulässt."..........................................
Buch Après la finitude
von Quentin Meillassoux
mit einem Vorwort von Alain Badiou
Seuil-Verlag in der Reihe „L’ordre philosophique“
..........................................
Metropolis
Samstag, den 18. Februar 2006 um 01.05 Uhr
Wiederholung am Sonntag, 19. Februar um 18.05 Uhr
Redaktion: Online Production
..........................................






per E-Mail verschicken
RSS
Facebook
Twitter

