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Metropolis

Metropolis, das Kulturmagazin

Metropolis

26.03.05 - 23.25 : metropolis

Kunst - Monochrom

Die Werke und Köpfe der Wiener Künstlergruppe monochrom zu verstehen, ist nicht immer einfach. Monochrom versteht sich als politisch ambitionierte Spezialeinheit in Sachen Kunst-Dilettantismus. Im WUK, dem Wiener Kulturzentrum trugen die sieben Künstler nun einige Highlights ihres 12 jährigen Schaffens zusammen.

Harald List über die Philosophie der Künstlertruppe:

Harald List: "Jedes Projekt das wir machen ist irgendwie anders. Das ist auch der Sinn der Sache, äh das zeichnet monochrom ganz besonders aus irgendwie , dass uns das uns äh werden Sachen sehr schnell langweilig. Wir wollen gar nicht in einem bestimmten Bereich erfolgreich werden, äh sondern wir wollen für uns Spaß an den Dingen haben ganz einfach und das bedeutet, dass wir uns immer ganz ganz eben unterschiedliche Medien suchen."

Germanisten, Philosophen, Musiker, Informatiker... das siebenköpfige Kernteam von monochrom gibt es seit 1993. Je nach Projekt wächst monochrom amöbenhaft auf bis zu 40 Mitglieder an.
2002 kam monochrom mit dem rein fiktiven Künstler Georg Paul Thomann zu Biennale Ehren. Mit erfundener Biografie und vorgeblichen Thomann-Werken stellte sich monochrom in Sao Paulo als sein Aufbauteam vor. Das Phantom Thomann ward nie gesehen.
2003 hat monochrom die Geschichte des Wiener Szene –Originals Udo Proksch auf die Bühne gebracht. „Udo 77“ erzählt die Proksch -Biografie in Form eines Computerspiels. Proksch ist Mythos. Er war Zuckerbäcker, Erfinder des Senkrecht Begrabens, Ladykiller, Waffenfetischist und Designer. In den 70ern löste er mit einem Versicherungsbetrug rund um den Frachter Lucona den größten Skandal der zweiten Republik aus. Sogar Minister traten zurück, ehe Proksch 1992 wegen sechsfachen Mordes ins Gefängnis wanderte. Mit Witz und Ironie legt der politische Kunsttrupp Schwachstellen der Gesellschaft frei. Sie wollen bewusst machen, dass jeder eine gewisse Macht ausüben kann.

Am Anfang stand das geschriebene Wort. Grenzfurthner vermisste ein Magazin, das sich politisch mit Technologie und Gegenkultur auseinandersetzt. Das jährlich erscheinende Monumentalwerk ist undurchschaubar wie monochrom selbst.

Evelyn Fürlinger: "Beim Magazin geht’s auch darum, dass konventionelles Lesen einfach scheitert, das heisst du muss einen neuen Weg entwickeln um mit unserer Publikation klar zu kommen. Das heisst du musst von dieser Idee wegkommen dass du das Buch also von A bis Z durchliest, das heisst das dauert dann ungefähr zwei Monate je nachdem wie schnell. Bei uns musst du damit rechnen, dass du das drei Jahre vielleicht am Klo liegen hast, oder am Wohnzimmertisch und immer wieder reinschaust, irgendwo stehenbleibst, ja also es ist eine ganz andere Lesechoreografie."

Die „Kunst-Theorie und Bastelneigungsgruppe“- wie sich monochrom selbst bezeichnet ist radikal und aktionistisch. In der besten Tradition des Wiener Aktionismus:

Johannes Grenzfurthner: "Wir haben uns gedacht wir wollen so ein bißchen äh äh schauen wie der Aktionismus heute noch funktionieren kann, wir haben ein vollkommen anderes äh soziales und ein vollkommen anderes Mediensystem als noch in den 60er Jahren und deswegen wollten wir testen inwieweit Aktionismus heute noch möglich ist, haben das Faktionismus genannt und haben dann die Aktion durchgeführt , dass wir uns aus dem eigenen Blut Blutwurst haben kochen lassen, dafür bezahlt haben und die dann auch gegessen haben."

Ein weiteres Genre monochroms: Kurzfilme. „Gonna go Mars“, eine Fake- Dokumentation über die Landung der Amerikaner auf dem roten Planeten, bricht mit Trash den Wissenschaftspathos .

Monochrom ist kein Gesamtkunstwerk sondern ein offenes Experimentierfeld- und Monochrom definieren zu wollen ist ein Widerspruch in sich . Daher bitten wir die Künstler um Aufklärung.
„Monochrom ist konkreter Mischmasch“
„Monochrom ist Netzwerk aber kein Netzworking“
„Monochrom ist eine Kontexthackingblase“
„Monochrom ist der Verein zu Förderung der selektiven Rezeptionsforschung im Sinne futurologischer Belange“
„Monochrom ist ein taktisches Universum“
„Monochrom ist holpernd herb und unschwer erkennbar“
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Monochrom
ab den 22. April 2005
Elektrohaus
Pulverteich 13
20099 Hamburg
>> Offizielle Website
>> Zur Ausstellung

Udo77
vom 18. Mai bis zum 11. Juni 2005
Im Rabenhof Theater
Rabengasse 3
1030 Wien - Österreich
Tel: 0043 1 712 82 82
>> Offizielle Website des Theaters

Die Projekte
>> Offizielle Website von Monochrom
>> Georg Paul Thomann bei der Biennale in Sao Paulo
>> Udo 77

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Metropolis
Eine Reportage von Therese Engels
Samstag, den 26. März 2004 um 23.25 Uhr
Wiederholung am Sonntag, 27. März um 18.05 Uhr
Redaktion: ZDF
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Erstellt: 22-03-05
Letzte Änderung: 22-03-05


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