…ist ein spezielles Format des Poetry Slams, das 2002 für das internationale literaturfestival berlin entwickelt wurde und seither einmal im Jahr zum Festival in Berlin stattfindet. Handverlesene Poeten aller Couleur, durchweg Helden ihrer lokalen beziehungsweise nationalen Communities, tragen eigene Texte live auf der Bühne vor und stellen sich dem Votum des Publikums. Bei uns entscheidet von Anfang an das Applausometer, das in aller Stille die Gesamtlänge des Applauses für jeden Beitrag erfasst, über den Gewinner des Abends. Nicht zufällig nennt sich unser Slam-Wettbewerb jedoch Slam!Revue - ein Begriff, der seit unserer Prägung 2002 Schule gemacht hat und inzwischen, wie das Format selbst, auch international oft und gern übernommen wurde. Wir sind gerne Vorbild, denn bei uns steht weniger das Wetteifern, als vor allem die Vielfalt der Stile (im Sinne eines repräsentativen Querschnitts der aktuellen Slam-Szene) im Vordergrund.
Von einem gewöhnlichen Slam unterscheidet sich die Internationale SLAM!Revue deshalb auch in einigen wesentlichen Punkten. So sind bei uns alle nur erdenklichen Sprachen nicht nur erlaubt, sondern geradezu erwünscht: Hauptsache ist, man überzeugt das Publikum! (So kamen bei uns immer wieder Slammer in die Nähe des Sieges, deren Sprachen kaum jemand im Publikum verstand, allein, weil ihre Performance so atemberaubend gut war… z. B. 2002 Angel Pastor aus Andalusien oder 2006 Weronika Lewandowska aus Warschau). Die Internationale SLAM!Revue ist europaweit (vielleicht sogar weltweit) der einzige regelmäßige babylonische, sprich mehrsprachige Wettbewerb für Slam Poetry.
Besondere Bedingungen in Berlin
Um einen interessanten Mix der Stile, Sprachen und Geschlechter sowie eine hohe Qualität der Beiträge zu garantieren, gibt es bei uns nicht die ansonsten übliche offene Liste, auf der man sich selbst zur Teilnahme anmelden kann, sondern eine alljährlich durch das internationale literaturfestival berlin zusammengestellte Jury von Kennern und Beratern lädt die Teilnehmer unseres alljährlichen Wettbewerbs gezielt ein. Es ist wie beim Nobelpreis: eigene Bewerbung zwecklos… wir rufen an!
Mit eigenem Krankenpfleger auf die Bühne
Anders als bei gewöhnlichen Slams sind bei uns dafür auch Musik und andere Hilfsmittel zugelassen (z.B. Filmprojektionen, Instrumente, Kostüme usw.), solange sie die Textperformance unterstützen! Jeder Teilnehmer hat bei uns geschlagene zehn Minuten Zeit für seinen Beitrag (weniger ist natürlich okay, längere Performances werden abgebrochen), das ist ungewöhnlich viel, aber die Reise nach Berlin soll sich auch für die Poeten lohnen. Es ist zudem auch erlaubt, Verstärkung mit auf die Bühne zu bringen (z.B. Krankenpfleger, Souffleusen, Rhythmuserzeuger, Übersetzer, Co-Performer, Backgroundchöre u. ä. m.), solange der Beitrag original von einem der Vortragenden stammt. Lautpoesie, lyrische Akrobatik, Beatboxing, freie Improvisation und andere Spielarten der Bühnenliteratur (bis hin zu gepflegten Lesungen aus schwerverkäuflichen Gedichtbändchen mit Tischchen und Wasserglas) sind zugelassen. Einziges Kriterium: Du sollst nicht langweilen!
Es gibt bei uns prinzipiell nur eine Wettbewerbsrunde (und kein „Stechen“ der Bestplatzierten o. ä.), damit wir möglichst viele verschiedene Poeten an einem Abend erleben können. In der Regel sind das zwischen 20 Uhr (wenn der Abend mit dem Außer-Konkurrenz-Beitrag des jeweiligen Ehrengastes startet) und Mitternacht, wenn schließlich der Sieger bekannt gegeben werden kann, zwölf bis fünfzehn Live-Beiträge aus aller Welt!
Ägypten, Zypern und Zaire fehlen noch
Inzwischen hat die Internationale SLAM!Revue sechs Mal stattgefunden und bereitet sich auf ihren siebenten Jahrgang vor. Slam-Poeten unter anderem aus Andalusien, Australien, Belgien, Bayern, Bolivien, Tschechien, Dänemark, England, Frankreich, Ghana, Holland, Irland, Italien, Japan, Katalonien, den Niederlanden, Nigeria, Österreich, Polen, Prenzlauer Berg, Rumänien, Russland, Schweden, der Schweiz, Sengaali-Gyana, Thüringen, Ungarn, den USA und Zürich waren bisher bei uns zu Gast. (Ägypten, Zypern und Zaire fehlen noch.) Übrigens ist und bleibt unsere SLAM!Revue eine Veranstaltung, die allein vom Publikum, den Poeten sowie etlichen kleinen Beiträgen von Partnern und Unterstützern ermöglicht wird – nicht zu vergessen die enthusiastischen Praktikanten und freiwilligen Helfer, ohne die das Ganze gar nicht funktionierte. Man kann sagen, dass dieser Wettbewerb und sein spezielles Format sich mit den Jahren bei Poeten und Publikum nicht nur zu einer festen Größe der europäischen Slam-Szene, sondern international auch zu einer eigenen Marke mit besonderem Charme entwickelt hat – babylonisch, alljährlich und einmalig …im uns bekannten Teil des Universums! Details entnehmen Sie bitte der Tagespresse oder dem Sender Ihres Vertrauens.
Martin Jankowski (Poet, Schriftsteller, Gastgeber der Internationalen SLAM!Revue)
Die drei Veranstalter der Internationalen SLAM! Revue:- internationales literaturfestival berlin
- Ballhaus Ost
- Berliner Literarische Aktion







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