15/02/04
Biographie
Francis Bacon >> Biographie
1909-25
Francis Bacon wird am 28. Oktober 1909 in Dublin als Sohn englischer Eltern geboren. Seit frühester Kindheit leidet er an schwerem Asthma. Aufgrund von Konflikten mit dem Vater verlässt Bacon 1925 bereits mit 16 Jahren die Familie, um nach London zu gehen.
1926-28
Bacon verbringt einige Monate in Berlin und anschließend in Paris. Unter dem Eindruck einer Ausstellung mit Zeichnungen von Picasso in der Galerie Paul Rosenberg im Sommer 1927 schafft Bacon seine ersten Zeichnungen und Aquarelle.
1929
Rückkehr nach London. Bacon arbeitet als Innenarchitekt und Möbeldesigner.
1933
Bacon malt seine ersten bedeutenden Bilder, darunter mehrere Kreuzigungen, die in zwei Gruppenausstellungen in der Mayor Gallery in London gezeigt werden.
1934-35
Erste selbstinszenierte Einzelausstellung. 1935 sieht er zum ersten Mal Sergej Eisensteins Film Panzerkreuzer Potemkin, der ihn stark beeindruckt.
1937
Im Januar nimmt Bacon an der Gruppenausstellung Young British Painters teil, die von seinem Mäzen Eric Hall in der Galerie Thomas Agnew and Sons in London organisiert wird.
1941-43
Sein Asthma erspart ihm den Militärdienst. Zu dieser Zeit zerstört Bacon einen Grossteil seiner bisher entstandenen Werke.
1944-45
Von nun an widmet sich Bacon ganz der Malerei. Er vollendet Drei Studien zu Figuren am Fuss einer Kreuzigung, die er bereits vor einigen Jahren begonnen hat. Dieses Triptychon bedeutet für ihn den Beginn seines Werkes und wird im April 1945 in der Lefevre Gallery in London ausgestellt. Eric Hall kauft das Triptychon und schenkt es 1953 der Tate Gallery in London.
1946-47
Bacon beteiligt sich an zahlreichen Gruppenausstellungen. Erika Brausen, die zukünftige Direktorin der Hanover Gallery, erwirbt Painting 1946. Bacon reist mit dem Geld nach Monte Carlo, wo er sich bis 1950 oftmals aufhält und sich hauptsächlich seiner Spielleidenschaft widmet.
1948
Erika Brausen verkauft Painting 1946 an das Museum of Modern Art in New York.
1949
In den späten vierziger und frühen fünfziger Jahren findet Bacon in London zahlreiche neue Freunde und Trinkgenossen, unter ihnen die Künstler Lucian Freud, Isabel Rawsthorne, Frank Auerbach sowie Muriel Belcher, Henrietta Moraes, Joan Deakin und Dan Farson.
1950
Im November reist Bacon nach Südafrika. Er bleibt auch einige Tage in Kairo und ist begeistert von der altägyptischen Kunst. Bacon trifft den jungen Kunstkritiker David Sylvester, mit dem er zwischen 1962 und 1986 zahlreiche Gespräche führen wird.
1951
Erste Einzelausstellung Bacons in der Hanover Gallery.
1952
Im Frühjahr reist Bacon ein zweites Mal nach Südafrika und Kenia. Begegnung mit Peter Lacy.
1953
Das in der Hanover Gallery ausgestellte Bild Zwei Figuren, die zwei Menschen auf einem Bett darstellen, gemalt nach Fotografien von Ringern von Muybridge, ruft einen Skandal hervor. Bacon malt eine Studie nach Velázquez' Porträt Papst Innozenz X.
1954
Auf einer Italienreise besucht Bacon Ostia und Rom, sieht sich aber nicht Papst Innozenz X., das von ihm bewunderte Gemälde von Velázquez im Palazzo Doria Pamphili an. Er fährt auch nicht zur Biennale von Venedig, wo zwölf seiner Bilder von David Sylvester zusammen mit Bildern von Ben Nicholson und Lucian Freud im Britischen Pavillon präsentiert werden.
1956
Im Frühjahr malt Bacon das erste von acht Bildern, die von dem Selbstporträt, auf der Strasse von Tarascon von Vincent van Gogh (1988) angeregt sind. Bacon kannte das während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland zerstörte Bild von Reproduktionen. Sein erstes Selbstporträt entsteht.
1957
Erste Einzelausstellung Bacons in Paris. Bacon verbringt den Sommer bei Peter Lacy in Tanger.
1958
Bacon verlässt die Hanover Gallery und unterzeichnet einen Vertrag mit der Marlborough Fine Art Gallery in London.
1960
Die Marlborough Fine Art Gallery organisiert erstmalig eine Einzelausstellung von Francis Bacon.
1961
Im Herbst zieht Bacon in die Reece Mews in South Kensington in ein Atelier, das über einem ehemaligen Stall liegt, in dem er bis zum Ende seines Lebens wohnen wird.
1962
Im Mai findet in der Tate Gallery in London eine grosse Retrospektive des Werkes von Francis Bacon statt. Aus diesem Anlass malt Bacon in grosser Eile sein erstes grosses Triptychon Drei Studien zu einer Kreuzigung. Tod Peter Lacys in Tanger. Bacon lernt Alberto Giacometti kennen.
1963
Das Guggenheim Museum in New York organisiert eine Bacon-Retrospektive (anschliessend in Chicago und Houston).
1964
Bacon malt das erste Porträt von seinem Freund und Modell George Dyer.
1965
Bacon trifft Michel Leiris anlässlich der Eröffnung der Retrospektive von Alberto Giacometti in der Tate Gallery in London.
1968
Treffen mit Willem de Kooning in London. Anlässlich seiner ersten Ausstellung in der Marlborough Gallery in New York fährt er zum ersten Mal in die USA. 20 neue Bilder werden gezeigt und während der ersten Wochen verkauft.
1971
Im Oktober findet die erste grosse Retrospektive von Francis Bacon in Frankreich im Grand Palais in Paris (danach in Düsseldorf) statt. Zwei Abende vor der Ausstellungseröffnung begeht George Dyer in dem Zimmer, das er mit Bacon im Hotel Saints-Pères bewohnt, Selbstmord. In den darauf folgenden Monaten malt Bacon das Triptychon Im Gedenken an George Dyer.
1972-73
John Deakin stirbt im Mai 1972. Bacon malt immer häufiger Selbstbildnisse, deren Vorlage sowohl zahlreiche Porträts berühmter Fotografen, aber auch Automatenfotos sind.
1974
Bacon begegnet John Edwards, der sein Modell und bester Freund wird und ihn später beerben wird. John Edwards übernimmt außerdem die Rolle des Fotografen, die John Deakin zuvor innehatte.
1975
Francis Bacon, Recent Paintings 1968-1974 ist die erste Ausstellung im Metropolitan Museum of Art, die einem zeitgenössischen englischen Künstler gewidmet ist. Bacon hält sich immer häufiger in Paris auf, wo er in der Nähe der Place des Vosges ein Quartier bezieht, das ihm auch als Atelier dient.
1977
Im Januar organisiert die Galerie Claude Bernard in Paris eine wichtige Ausstellung der neuen Werke Bacons, die zu einem sensationellen Erfolg wird. Er trifft Balthus in Rom.
1983
Das Nationalmuseum für Moderne Kunst in Tokio organisiert im Juni die erste Ausstellung Bacons in Japan (danach in Kioto und Nagoja).
1985-86
Die Tate Gallery organisiert eine weitere Bacon-Retrospektive (anschliessend in Stuttgart und Berlin). Sie umfasst 125 Gemälde, entstanden zwischen 1944 und 1984. Anlässlich der Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie fährt Bacon nach Berlin, wohin er seit 1926 nicht zurückgekehrt war.
1987
Im Mai findet eine Ausstellung Francis Bacons in der Marlborough Gallery in New York, im Juni eine Retrospektive in der Galerie Beyeler statt.
1988
Bacon wird in Moskau im Zentralen Künstlerhaus ausgestellt. Im Oktober zeigt das Hirshhorn Museum in Washington eine Retrospektive des Malers (anschliessend in Los Angeles und New York).
1990
Bacon fährt nach Madrid, um die Velázquez-Ausstellung im Prado zu sehen. Michel Leiris stirbt.
1991
Die Tate Gallery widmet dem Werk Bacons einen ganzen Saal in ihrem neuen Anbau.
1992
Bacon erkrankt während eines Aufenthaltes in Madrid an einer durch sein Asthma verursachten Lungenentzündung. Er stirbt sechs Tage später, am 28. April, an einem Herzschlag.
Erstellt: 20-04-04
Letzte Änderung: 15-02-04