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Kunst - 15/03/13

Iris Schiefersteins verstörende Tierwesen

Iris Schieferstein macht keine Kunst für Angsthasen. Wer ihre Kreationen mag, hat auch sonst starke Nerven. Im Angebot: Grinsende Schweineköpfe oder – Hufschuhe! Das findet Lady Gaga gut und Tierschützer eher bedenklich.

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Ich mache nur das sichtbar, was in unserer Welt sehr abstrakt geworden ist, womit man keine Berührung mehr hat.
Das, was täglich in Iris Schiefersteins Atelier entsteht, hatte früher schon mal ein Leben. Vielleicht als Huhn, als Ente oder Eichhörnchen. Nachdem die Künstlerin mit den Tierleichen fertig ist, sind sie eine Installation oder ein Accessoire. Sprich: Aus tot mach neu. Da landet ein Hundepenis auch mal verstrickt in einem Sitzkissen und Forellen speien Haare als Kopfschmuck. Die wichtigste Basis für ihre Arbeiten sind Fragmente aus Tierkadavern. Ein wahrer Exportschlager: die Hufschuhe!
Schön poliert, das Fell drumrum drapiert und Absätze aus Knochen oder Pistolenläufen. Lady Gaga gefielen die Kreationen so gut, dass sie welche bei Iris Schieferstein bestellt hat. Leider war das erste Paar zu klein und das zweite dem Zoll zu suspekt. Was übrigens auch für Tier- und Artenschützer gilt. Letztere standen schon mal, begleitet von Polizisten, in Iris Schiefersteins Atelier.
 
Iris Schieferstein
Die Höchststrafe sind 6 Jahre Gefängnis drauf, wegen der toten Tiere von der Straße, weil das Artenschutzrecht eben vorsieht, dass Tiere, die unter Artenschutz stehen, die darf man nicht zur Schau stellen und nicht veräußern und das tut man natürlich indirekt mit seiner Kunst.

>> Bonus: Iris Schieferstein und die Schwierigkeiten, Hufschuhe zu machen

 

Letztlich wurde man sich einig: Die Künstlerin darf nicht mehr alles verwenden, was sie an Material auf der Straße findet, sondern nur noch Tiere, die man halten, schießen oder essen kann. Damit kann sie gut leben und erfindet permanent neue Fabelwesen für Ausstellungen auf der ganzen Welt. Das Interesse daran ist für Iris Schieferstein ganz logisch:

 

Iris Schieferstein

Ich bringe halt Dinge zu Tage, die die Menschen nicht sehen, vielleicht haben sie damit dann eine Berührungsangst. Oder denken, ich würde die irgendwie nicht respektvoll behandeln. Das ist aber…also das stimmt einfach nicht. Ich mache nur das sichtbar, was in unserer Welt sehr abstrakt geworden ist, womit man keine Berührung mehr hat, und das ist ja in unserer Gesellschaft, explizit in Deutschland, eh der Fall, dass man mit dem Tod seltenst konfrontiert wird.

 

Privat hat Iris Schieferstein nicht nur jede Menge tote Tiere in der Tiefkühltruhe, sondern auch lebendige: sie hat zwei Pferde vor dem Schlachter gerettet und würde an sie niemals Hand anlegen. Selbst, wenn der elegante Trab zu einem weiteren Paar Hufschuhe inspiriert. Die trägt dann der Tod, in der neuen Installation „Der Tod und das Mädchen“ Übrigens, wen wunderts,  ihr Lieblingsthema. 

>> Bonus: Iris Schieferstein erklärt die Installation "Der Tod und das Mädchen"

 

Tracklist:

  • ‘Oblivion’ – Grimes (4 AD/ Beggars/ Indigo)
  • ‘Gold on the ceiling’  - Black Keys (Warner)                             
  • ‚On the Lake‘ – Triosk/Jan Jelinek (Scape Music)
  • ‘Keep it for you own’ – Pop etc (Universal)

Link:

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Freitag 22. März 2013 um 01.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2013, 52mn)
BR

Erstellt: 22-02-13
Letzte Änderung: 15-03-13