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03/06/05

Unter der Lupe: Hüftoperationen

Hüftleiden sind zur Volkskrankheit geworden. Alleine in Deutschland bekommen täglich 500 Menschen ein neues Hüftgelenk. Doch die Möglichkeiten, ein künstliches Hüftgelenk einzusetzen, sind vielfältig. Operationsmethode, Befestigung und Prothesenform unterscheiden sich zum Teil erheblich. Alleine in Deutschland sind über 100 verschiedene Prothesenmodelle im Einsatz. Der Erfolg einer Operation ist von vielen Faktoren abhängig.

Das Hüftgelenk ist das größte Gelenk unseres Körpers und bei allen Bewegungen hohen Belastungen ausgesetzt. Bei einem intakten Gelenk sind Kopf und Pfanne deutlich durch eine Knorpelschicht voneinander getrennt, der Hüftkopf kann sich reibungslos bewegen. Bei Verschleißerscheinungen, der so genannten Arthrose, wird zunächst der Gelenkknorpel auf dem Hüftkopf angegriffen. Später bekommt der Knorpel Risse und wird teilweise vom Knochen abgelöst. Der Gelenkspalt zwischen Kopf und Pfanne wird immer schmaler, bis die Knochen schließlich aufeinander reiben.

Im Anfangsstadium einer Hüftgelenkserkrankung helfen Bewegung und therapeutische Maßnahmen. Zudem können auch Schmerzmittel gegeben werden. Ist die Abnutzung allerdings weiter fortgeschritten, hilft nur noch eine Operation. Wann und ob ein solcher Eingriff notwendig ist, kann der Arzt nur nach dem Blick auf das Röntgenbild entscheiden. Doch welche Klinik ist die Richtige? Für den Patienten ist der Erfolg der Operation von vielen Faktoren abhängig. Zum Beispiel von der Prothesenform.
Es gibt eine Vielzahl von Endoprothesen auf dem Markt – in unterschiedlichen Längen und Materialien. Die Auswahl der individuellen Prothese richtet sich nach Allgemeinzustand und Alter des Patienten. Auch die Operationsmethoden unterscheiden sich von Klinik zu Klinik - zum Teil erheblich.
Navigationssysteme führen den Operateur exakt durch den Eingriff. Auch ein erfahrener Chirurg hat so eine gute Kontrollmöglichkeit um Präzision und Sicherheit der Operation zu optimieren.
Manche Kliniken setzen den Roboter-Chirurgen ein. Anhand von Computerdaten fräßt die Maschine den Oberschenkelknochen zehntelmillimetergenau aus. Damit soll der Sitz der Prothese optimiert werden. Auch bei der Befestigung der Prothese gibt es unterschiedliche Verfahren. Mit Zement, ohne Zement oder eine Kombination beider Methoden ist denkbar.
Dr. med. Ralf Decking, Oberarzt der Orthopädischen Klinik der Universität Ulm, erklärt den Unterschied: „Zementierte Implantate kommen in der Regel eher bei älteren Patienten zur Anwendung. Sie bieten den Vorteil, dass diese Patienten nach der OP sofort belasten können, allerdings muss hier ein zusätzliches Fremdmaterial eingebracht werden. Das ist bei zementfreien Implantaten nicht der Fall, wo jedoch erst ein Einheilen des Knochens an das Implantat notwendig ist. Deswegen kommt in der Regel die zementfreie Variation eher bei jüngeren Patienten in Betracht.“
Bei der Entscheidung für eine Methode ist Vertrauen in den Arzt wichtig. Der Patient sollte sich erkundigen, wie viel Erfahrung der Arzt bei der Implantation von Prothesen hat: "Hier ist meines Erachtens eine Zahl von über 100 Endoprothesen notwendig. Auf der anderen Seite sollte der Patient sich über die Möglichkeiten der Anästhesie informieren und auch ruhig fragen, ob die Möglichkeit einer Eigenblutspende besteht, um gegebenenfalls notwendige Fremdblutgaben postoperativ vermeiden zu können.“
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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 18. Januar 2005 um 14.45
Redaktion: Heidemarie Petters
Koproduktion ZDF-ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 20-01-05
Letzte Änderung: 03-06-05