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Paris-Berlin, die Debatte

Die Talkshow „Paris – Berlin“ möchte überraschen und neugierig machen auf alles, was kulturell aufregt. Durch die Sendung führen im Wechsel Isabelle Giordano und Thea Dorn.

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Paris-Berlin, die Debatte

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Paris-Berlin, die Debatte

Paris-Berlin - Die Debatte 24.01.2008 um 23.15 Uhr - 14/01/08

Buchtipps zum Thema "Islamismus: Schicksalsfrage für Europa?"

Publikationen der eingeladenen Gäste:

Die islamische Herausforderung
Religion und Politik im Europa des 21. Jahrhunderts
Von Bassam Tibi
Primus-Verlag, 2007
Nach dem 11. September haben viele Europäer geglaubt, die Anschläge richteten sich gegen die Globalisierung und gegen die USA und seien im Wesentlichen eine Quittung für die Politik Ariel Scharons und George W. Bushs. Von einer islamischen Herausforderung Europas wollte kaum jemand sprechen. Inzwischen hat sich dies grundlegend geändert – alle reden plötzlich vom Islam und Europa. Die Bedeutung des damit verbundenen Konflikts wird jedoch häufig verkannt.
Der Islamexperte Bassam Tibi zeigt, dass dem Islam als Religion ein global vernetzter Islamismus als politische Bewegung gegenüber steht, die zunehmend an Macht und Einfluss gewinnt. Vor diesem Hintergrund fordert der Autor einen Euro-Islam auf der Grundlage einer europäischen Leitkultur, die für alle in Europa lebenden Muslime bindend sein soll: Dazu gehören die strikte Trennung von Religion und Politik, die Bejahung der säkularen Demokratie sowie die Anerkennung der individuellen Menschenrechte.


Der neue Totalitarismus
„Heiliger Krieg“ und westliche Sicherheit
Von Bassam Tibi
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2004
Der gewaltbereite Djihadismus als neue Spielart des Totalitarismus ist eine Gefahr für die demokratische Gesellschaft, die die westliche Welt lange Zeit nicht zu erkennen schien. Erst durch den Terroranschlag vom 11. September 2001 drang sie in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Bassam Tibi beschreibt die weltpolitische Entwicklung vom 11. September bis zum Irak-Krieg und macht deutlich: Die djihadistische Bedrohung muss sehr ernst genommen werden. Ihr ist jedoch nicht mit Regimewechseln durch Krieg, sondern nur mit einer Demokratisierung und kulturellen Reform des Islam entgegenzuwirken.


Fundamentalismus im Islam
Eine Gefahr für den Weltfrieden?
Von Bassam Tibi
Primus-Verlag, 2002
Bassam Tibi arbeitet in diesem Buch die weltpolitische Bedeutung des islamischen Fundamentalismus heraus. Er betont die Dringlichkeit einer intensiveren Auseinandersetzung mit den islamistischen Zielen vor allem auf politischer Ebene. Denn das Streben der Islamisten nach einer weltweiten Gottesordnung richtet sich vor allem gegen die Werte und Normen der westlichen Welt und könnte einen weltanschaulichen 'Krieg der Zivilisationen' zur Folge haben. Dieser Bedrohung des Weltfriedens kann nur wirksam begegnet werden, so Tibis nachdrückliches Plädoyer, durch eine vorbehaltlose Verständigung zwischen dem 'wahren Islam' und der westlichen Welt.


Allah und die Juden. Die islamische Renaissance des Antisemitismus
von Hans-Peter Raddatz
Wjs-Verlag, 2007
In seinem neuen Buch zeichnet Hans-Peter Raddatz faszinierende Parallelen und Gegensätze nach und macht die zentrale Bedeutung des Arabien-Israel-Konflikts für die Zukunft Europas deutlich. Die Eliten, so lautet seine These, lassen die Konturen des »Strukturwandels« erkennbar werden: den Islam als »Miteigner Europas« und den Koran als "Leitfaden des Respekts".


Von Allah zum Terror?
Der Djihad und die Deformierung des Westens
Von Hans-Peter Raddatz
Herbig-Verlag, 2005
Nach dem 11. September 2001 sind zahlreiche Publikationen erschienen, die sich auf den Islamismus und seine aktuellen Terrorgruppen konzentrieren, allerdings die konkreten Grundlagen islamischer Gewalt weitgehend ausblenden. 
In vorliegender Untersuchung wird der Frage nachgegangen, wie sich die im Islam religiös begründete Gewalt, der "Dschihad", in der Geschichte bis in die Gegenwart darstellt.
Der Autor, der in "Von Gott zu Allah?" bereits eine viel beachtete Darstellung der beiden politreligiösen Systeme vorgelegt hat, liefert nun mit dieser neuen Arbeit eine Analyse der islamischen Machtmechanismen. Es wird deutlich, wie der "Dschihad", jene muslimische Verpflichtung zum Kampf gegen den Unglauben, die Gewalt religiös legitimierte und die Expansion zum Weltreich ermöglichte: Massaker, Plünderung, Erpressung und Versklavung entwickelten sich zu eingeschliffenen Mustern, die sich nicht nur gegen die Ungläubigen richteten, sondern auch zum Markenzeichen der innerislamischen Machtkämpfe wurden.
 Zudem werden die Gefahren für den Westen aufgezeigt, die sich daraus ergeben, wenn sich der "moderne Dschihad" und der islamische Terror der Korruption, Desinformation und des organisierten Verbrechens bedienen.

Allahs Frauen
Djihad zwischen Scharia und Demokratie
Von Hans-Peter Raddatz
Herbig-Verlag, 2005
Erst die Häufung so genannter Ehrenmorde ließ die Öffentlichkeit aufhorchen: Muslimische Frauen leben mitten in Europa als unterdrückte Minderheit. Sie unterliegen der Scharia, dem islamischen Recht, das die Frau als minderwertig betrachtet. Sichtbares Zeichen von Gehorsam und uneingeschränkter Verfügbarkeit ist ihre Verhüllung. 

Anhand der Lebensbedingungen im Islam hinterfragt das Buch kulturelle Zwänge, die mit dem Verzicht auf Grundrechte wie Menschenwürde, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit an den Wurzeln der Demokratie rühren. Um der Gefahr, die von Parallelgesellschaften ausgeht, zu begegnen, fordert der Autor engagiert die Integration der muslimischen Frauen in unser Rechtssystem.

Der Multikulti-Irrtum
Wie wir in Deutschland besser zusammenleben können
Von Seyran Ateş
Ullstein-Verlag, 2007
Seyran Ateş, Tochter von Migranten der ersten Generation, kämpft an vorderster Front gegen Zwangsheirat und Ehrenmorde, für Frauenrechte und Integration. Die Thesen der mutigen Juristin provozieren.
Vor über dreißig Jahren kam Seyran Ateş mit ihrer Familie nach Deutschland. "Gastarbeiter", so nannte man ihre Eltern. Weder Türken noch Deutsche wollten damals, dass diese Gäste hier heimisch werden. Doch Seyran Ateş erkämpft sich einen Platz in einer noch längst nicht multikulturellen Gesellschaft. Die Juristin setzt sich vor allem für die Rechte von Migrantinnen ein. Das erfordert enorme Zivilcourage, denn durch ihren Kampf gegen Ignoranz und Gewalt macht sie sich viele Feinde – sie wird angeschossen, bedroht und erpresst. Seyran Ateş vertritt unbequeme Positionen: "Multikulti, so wie es bisher gelebt wurde, ist organisierte Verantwortungslosigkeit." In diesem Buch führt sie aus, wie eine verfehlte Integrationspolitik und eine als Toleranz verkleidete Gleichgültigkeit zu Parallelgesellschaften, Gettoisierung und Gewalt geführt haben. Und sie erläutert, wie es gelingen kann, die Migranten langfristig in unsere Gesellschaft einzubinden. "Wer in Deutschland lebt", so die Autorin, "muss sich an die Werte unserer Gesellschaft halten. Nur so kann Deutschland ein Einwanderungsland im besten Sinne werden."

Große Reise ins Feuer
Die Geschichte einer deutschen Türkin
Von Seyran Ateş,
Rowohlt-Verlag, 2003
Ihre ersten Lebensjahre verbringt Seyran Ates in der Geborgenheit einer türkischen Großfamilie in Istanbul. Eines Tages verschwindet ihre Mutter, einige Monate später auch der Vater. Die Eltern sind als "Gastarbeiter" nach Deutschland gegangen, doch das erfährt Seyran erst viel später, als sie endlich nachkommen darf. Das Leben im fremden Land ist nicht einfach: Die siebenköpfige Familie wohnt in einer Einzimmerwohnung im Berliner Wedding. Dort herrschen die traditionellen Regeln, nach denen türkische Mädchen aufwachsen.


Islam in Sicht
Der Auftritt von Muslimen im öffentlichen Raum.
Von Nilüfer Göle, Ludwig Ammann (Hg.)
Transkript-Verlag, 2004
Mit einem Beitrag von Mahnaz Shirali
Der Aufstand der Jugend im öffentlichen Raum von Teheran.
Das "Coming-out" der Muslime im öffentlichen Raum, das ungewohnte Sichtbarwerden von Religion im säkularen Staat erregt Aufsehen. "Islam in Sicht" erhellt anhand von Fallstudien junger Forscher aus der Türkei, Iran und Europa, wie heutige islamische Bewegungen mit eigenen Cafés und Romanen, Filmen und Wanderpredigern an die Öffentlichkeit treten, Frauen mit Kopftüchern Alltagspolitik betreiben und die iranische Jugend auf der Straße gegen die Tugenddiktatur aufbegehrt. Einführende Essays der Herausgeber streiten mit Hannah Arendt für eine über Habermas hinausgehende Theorie der Öffentlichkeit und Privatheit, die auch islamischen Verhältnissen gerecht wird.

Weitere Buchtipps:

Kampfabsage
Kulturen bekämpfen sich nicht, sie fließen zusammen
Von Ilija Trojanow, Ranjit Hoskoté
Blessing-Verlag, 2007
Von allen Schlagworten, die seit dem Ende des Kalten Krieges die Welt zu erklären versuchen, ist das vom KAMPF DER KULTUREN das prägnanteste und zugleich verheerendste. Mit ihm wurden weltweit neue Feindbilder geschaffen und Konflikte geschürt. Bestsellerautor Ilija Trojanow und der indische Dichter und Kulturkritiker Ranjit Hoskote entlarven die Unsinnigkeit dieser These und rücken den Propheten eines kulturellen Weltkriegs die Köpfe zurecht.
Die Definition der eigenen kulturellen Identität und Zugehörigkeit durch Abgrenzung ist unsinnig, weil unmöglich. Der Versuch der Bewahrung einer kulturellen Scheinreinheit durch Unterdrückung von schädlichen Einflüssen muss scheitern. »Kulturen bekämpfen sich nicht, sie fließen zusammen«, so heißt es im Untertitel dieses Buches. Die Autoren zeigen darin, dass dieses Zusammenfließen von Kulturen ein Naturgesetz ist. Es ist der dynamische Prozess, der kulturelle Identität und Zivilisation überhaupt erst möglich macht. Was wir heute allzu bereitwillig als KAMPF DER KULTUREN zu akzeptieren bereit sind, ist nichts anderes als der verzweifelte und letztlich nutzlose Versuch, diesen fruchtbaren Prozess aufzuhalten. Trojanow und Hoskote behaupten nicht, dass das Zusammenfließen von Kulturen ein stets friedlicher Vereinigungsprozess ist, bei dem die eine Kultur die andere freudig umarmt. Aber sie werden zusammenfließen, ob uns das passt oder nicht. Anhand aktueller und historischer Beispiele entsteht so eine Kampfschrift gegen den Kulturkampf, die auf ermutigende Weise an die Vernunft appelliert und einen neuen Sinn für Gemeinsames stiftet.




Zu den heiligen Quellen des Islam
Als Pilger nach Mekka und Medina
Von Ilija Trojanow
Piper, 2004
Ilija Trojanows ebenso aufregender wie poetischer Bericht steht in der großen Tradition der Reiseerzählung über die Hadsch: Ein europäischer Schriftsteller heute vollzieht die innersten Rituale des Islam.
»Von Kindesbeinen an, wenn er zum ersten Mal vernimmt, daß die Hadsch – die Pilgerfahrt nach Mekka – zu den Pflichten eines jeden Moslems gehört, sehnt sich der Gläubige danach.« Unter Hunderttausenden moslemischer Pilger nahm der Schriftsteller Ilija Trojanow 2003 an der Hadsch teil, der größten Glaubensbezeugung des Islam. An einem Morgen im Januar legt er in Bombay unter Anleitung seiner Freunde den Ihram, das traditionelle Pilgergewand, an und steigt in die Maschine nach Dschidda. Wenige Stunden später ist er in Mekka, nach drei Wochen zurück in Indien. Dazwischen liegen eine unendliche Fülle von Eindrücken und das allmähliche Begreifen des Wesens einer Religion zwischen Verheißung und Realität. Dazwischen liegt das Erleben einer über tausend Jahre alten Tradition und einer persönlichen Pilgerschaft als Kulmination aller Sehnsüchte, als einzigartige Auszeit, so reich an Mühsal und Zermürbung wie an Belohnung und Beglückung.

Islam in Europa
Eine internationale Debatte
Herausgegeben von Thierry Chervel und Anja Seeliger
Suhrkamp-Verlag, 2007
Wen soll der Westen unterstützen: gemäßigte Islamisten wie Tariq Ramadan oder islamische Dissidenten wie Ayaan Hirsi Ali? Der französische Philosoph Pascal Bruckner sorgte Anfang 2007 für Aufsehen, als er in einer polemischen Streitschrift den vermeintlichen liberalen Konsens im Umgang mit dem Islam attackierte. Beweglicher und schneller, als das in den traditionellen Medien möglich gewesen wäre, entwickelte sich auf den Seiten der Internetplattformen perlentaucher.de und signandsight.com eine kontroverse Debatte, die den aktuellen Stand der Diskussion um Multikulturalismus in Europa markiert – und darüber hinausweist.

Al-Qaida: Texte des Terrors
Herausgegeben und kommentiert von Gilles Kepel und Jean-Pierre Milelli
Piper-Verlag, 2006
Der westliche »Krieg gegen den Terror« ist zum Scheitern verurteilt – auch weil niemand weiß, was Al-Qaida will. Dieses Buch legt das Gedankensystem des Terrors offen und zeigt die immensen Veränderungen, vor denen wir stehen. Ein Team von Wissenschaftlern um Gilles Kepel, einem der renommiertesten Forscher weltweit auf diesem Gebiet, hat ein einzigartiges Unterfangen gestartet. Sie lassen die vier wichtigsten Protagonisten des islamistischen Terrors in ihren zentralen Texten selber sprechen, kommentieren sie und beschreiben den historischen, religiösen und politischen Zusammenhang. Hier wird zum ersten Mal Al-Qaida für eine breite Öffentlichkeit von innen heraus erklärt; wer wissen will, was "die Regel" (so eine Bedeutung des arabischen Wortes Al-Qaida) antreibt und wie sie den Kampf gegen uns im Westen ebenso wie den Kampf "im Herzen des Islam" gewinnen will, muß dieses Buch lesen.

Das Schwarzbuch des Dschihad
Aufstieg und Niedergang des Islamismus
Von Gilles Kepel
Piper-Verlag, 2004
Seit dem terroristischen Angriff auf die USA im Herbst 2001 fragt sich die Welt, was der Islamismus ist und welche Gefahr von ihm ausgeht. Gilles Kepel zieht aus seiner jahrelangen Beschäftigung mit dem Thema einen aufsehenerregenden Schluß: Die Expansion des militanten Islamismus hat ihren Höhepunkt überschritten, er ist im Niedergang begriffen. Mit bestechender Sachkenntnis stellt Kepel in diesem Buch die Entwicklung aller wichtigen radikal-islamistischen Organisationen weltweit dar und gibt tiefe Einblicke in die fremde und so wichtige Welt des islamischen Fundamentalismus. Wer wissen will, wie sich die islamische Welt entwickeln wird, für den ist dieses kompetente und höchst lesenswerte Buch unverzichtbar.

Die neuen Kreuzzüge
Die arabische Welt und die Zukunft des Westens
Gilles Kepel
Piper-Verlag, 2004
Bombenanschläge überall auf der Welt, Guerillakrieg, offene Feindseligkeit: Täglich zeigt die wachsende Kluft zwischen der islamischen Welt und "dem Westen" neue erschreckende Auswirkungen. Und auch die Spannungen und Kämpfe zwischen den verschiedenen Strömungen innerhalb der islamischen Welt nehmen zu – es herrscht "Krieg im Herzen des Islam". Gilles Kepel, einer der renommiertesten Forscher zum islamischen Fundamentalismus, zeigt, was sich ändern muß, damit der ständigen Eskalation von Gewalt Einhalt geboten werden kann. Faszinierend an der Darstellung ist, dass Kepel die jeweiligen Motive nicht nur scharf analysiert und gut beschreibt. Er nimmt sie ernst, denunziert nicht.

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Paris-Berlin - Die Debatte
(Frankreich/Deutschland, 2008, 52min.)
Koproducktion: ARTE, interscience film, 2P2L
Moderiert von Isabelle Giordano

Erstellt: 10-01-08
Letzte Änderung: 14-01-08