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Zu Beginn des Anti-Terror-Feldzugs wurden die Operationen in Afghanistan von Tenets CIA gesteuert. Während Tenet jedoch immer wieder darauf hinwies, dass es zwischen Al-Kaida und dem Irak keine Verbindung gebe, arbeiteten Cheney und Rumsfeld ihrerseits an einem Geheimplan, der diese These in Misskredit bringen und damit ihren Verfechter samt der CIA ausbooten sollte. Für die Offiziere der Nachrichtendienste war die Botschaft klar: Dick Cheney wollte unbedingt Beweise dafür, dass vom Irak eine Bedrohung ausgehe. Als Schlüsselargument für die Legitimierung des Krieges führte die US-Regierung einen von der CIA im Oktober 2002 vorgelegten Bericht an, der angeblich den Beweis dafür lieferte, dass der Irak die Herstellung von Massenvernichtungswaffen betrieb. Paul Pillar, einer der maßgeblichen Verfasser des Berichtes, gab später zu, dass das Dokument in Rekordzeit und unter politischem Druck entstanden und der Krieg ohnehin beschlossene Sache war.
Die Dokumentation zeichnet diese Begebenheiten nach und beleuchtet George Tenets Rolle bei der Vorbereitung des Irak-Krieges. Trotz der Wende, die die Ereignisse nahmen, verblieb Tenet zunächst auf seinem Posten. Doch als die Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak fehlgeschlagen war, nahmen die Spannungen zwischen der CIA und dem Cheney-Lager immer mehr zu. In Regierungskreisen zirkulierte sogar das Gerücht, die CIA betreibe eine verdeckte Operation zur Destabilisierung des Präsidenten. In einer Kampagne distanzierten sich Cheneys Männer von den Informationen aus der Zeit vor dem Irak-Krieg, obwohl der Vizepräsident diese selbst angefordert hatte. Derart unter Druck gesetzt, trat Tenet schließlich zurück. Später gab Cheneys früherer Stabschef Lewis Libby zu, er habe - angeblich mit Cheneys Segen - Informationen aus dem Geheimbericht von 2002 bewusst durchsickern lassen. Diese Indiskretionen dienten im Krieg zwischen dem Vize-Präsidenten und der CIA sozusagen als Waffen. Viele sind der Ansicht, dass dieser Krieg die CIA zerstört hat.
Vier Jahre nach dem Einmarsch der USA in den Irak gibt die Dokumentation einen Einblick in die Mechanismen der amerikanischen Politik und deren internationale Auswirkungen.
Krieg gegen den Terror - Stockfinster
Dokumentation, USA 2006, ARTE F, Synchronfassung, Erstausstrahlung
Regie: Michael Kirk







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