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Geschichte auf ARTE

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Dokumentationen zur Zeitgeschichte

Geschichte am Mittwoch

"Verschollene Filmschätze" ist eine Sammlung bedeutender historischer Aufnahmen. Seit mehr als einem Jahrhundert dokumentieren Bild und Film die wichtigsten Geschehnisse der Weltgeschichte. Seit ihrer Erfindung war die Kamera bei allen entscheidenden und bedeutenden Ereignissen dabei. Heute: 1946. Bomben auf Bikini

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Verschollene Filmschätze


Mittwoch, 10. Februar 2010 um 21.40 Uhr


Montag, 1. Juli 1946 am Vormittag: Über dem Bikini-Atoll im Pazifischen Ozean detoniert eine Atombombe, abgeworfen von einem Flugzeug der US-Air-Force. Einige Tage später, am 23. Juli 1946, explodiert eine zweite Bombe mit gleicher Stärke, ebenfalls am Bikini-Atoll, dieses Mal unter der Wasseroberfläche. Die US-Regierung sendet der UdSSR damit eine deutliche Botschaft: Es ist der Beginn des Kalten Krieges.

In der gesamten Geschichte des Films hatte kein anderes Ereignis eine solche Aufmerksamkeit erregt und wurde von so vielen Kameras gleichzeitig in Bildern festgehalten. Es scheinen außergewöhnlich viele Objektive - die auf Schiffen, Flugzeugen und Inseln in der Umgebung installiert waren - auf die Atomexplosionen gerichtet gewesen zu sein. Insgesamt waren knapp 700 Kameramänner und Fotografen vor Ort. Nach dem immensen Medienrummel um die Atomversuche taufte ein Franzose in Paris das neueste Modell seiner Bademodenkollektion "Bombe anatomique", "anatomische Bombe". So verwundert es nicht, dass die knappe Schwimmbekleidung später ganz selbstverständlich den Namen Bikini trug.


Nächste Woche

Mittwoch, 17. Februar 2010

20:15
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Amerikas geheimer Krieg in Laos

Vor über 30 Jahren erschütterten die Bilder des Vietnamkrieges die Weltöffentlichkeit und machten ihn zum ersten Fernsehkrieg der Geschichte. Dagegen steht der parallel im Nachbarland Laos geführte Konflikt in keinem Geschichtsbuch...

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NDR © NDR/ Gebrueder Beetz Filmproduktion

Mittwoch, 17. Februar 2010 um 20.15 Uhr

Wiederholungen:
23.02.2010 um 10:25
Amerikas geheimer Krieg in Laos
(Deutschland, 2008, 52mn)
NDR
Regie: Marc Eberle

16:9 (Breitbildformat)

Vor über 30 Jahren erschütterten die Bilder des Vietnamkrieges die Weltöffentlichkeit und machten ihn zum ersten Fernsehkrieg der Geschichte. Dagegen steht der parallel im Nachbarland Laos geführte Konflikt in keinem Geschichtsbuch und ist bis heute ein vergessenes und ungeklärtes Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zwischen 1965 und 1973 regneten 2,1 Millionen Tonnen amerikanischer Bomben auf "das Land der Millionen Elefanten", mehr als auf Deutschland und Japan während des Zweiten Weltkrieges. Bis heute ist ein Großteil des Landes mit Blindgängern und dem Entlaubungsmittel Agent Orange verseucht.

Der Vietnamkrieg fand vor den Augen der Weltöffentlichkeit statt, dagegen waren die bewaffneten Auseinandersetzungen im Nachbarland Laos eine der größten Geheimoperationen in der Geschichte des amerikanischen Geheimdienstes CIA. Bis heute ist ungeklärt, wie vielen Menschen er das Leben gekostet hat, und bis heute dauern seine Nachwehen an. Denn 30 Jahre nach Ende des Vietnamkrieges liefern Überbleibsel der geheimen CIA-Armee sich noch immer vereinzelte Gefechte mit den kommunistischen laotischen Regierungstruppen.
Zwar war Laos 1954 und ein zweites Mal 1962 auf den Genfer Konferenzen für neutral erklärt worden, doch lag das Land mit seinen langen Grenzen zum kommunistischen China und Nordvietnam an einem wichtigen geostrategischen Platz und wurde von den USA zum Puffer gegen den sich ausbreitenden Kommunismus auserkoren. Als dann der Ho-Chi-Minh-Pfad - die zentrale Versorgungsroute der Nordvietnamesen von Nord- nach Südvietnam - durch Teile von Laos führte, lieferten sich die laotischen Kommunisten der Pathet Lao und die Nordvietnamesen einen Guerillakrieg mit den USA.
Hauptquartier der CIA und der von ihr rekrutierten geheimen Hmong Armee war Long Cheng. Hier errichtete die CIA ab 1962 eine Luftbasis mit 40.000 Einwohnern. Von hier aus wurde der Krieg koordiniert und von hier starteten und landeten täglich über 400 Flugzeuge. Für einige Jahre war Long Cheng die zweitgrößte Stadt in Laos und der meist beflogenste Flugplatz der Welt. Doch der Ort war auf keiner Landkarte verzeichnet und nicht einmal der US-Kongress wusste von seiner Existenz.
Filmemacher Marc Eberle dokumentiert mit bisher unveröffentlichtem Archivmaterial die Genese und unglaubliche Geschichte dieses Krieges, der in vielen Merkmalen zum Vorläufer für die heutige amerikanische Kriegsführung wurde. Ehemalige CIA-Offiziere, Piloten, Journalisten und laotische Zeitzeugen erzählen von der grausamen Surrealität eines Krieges und seiner skandalösen Verflechtungen.

Mittwoch, 17. Februar 2010

21:10
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Das Mädchen und das Foto

Die Geschichte eines Bildes, das die Welt bewegte

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WDR

Mittwoch, 17. Februar 2010 um 21.10 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Das Mädchen und das Foto
(Deutschland, 2009, 53mn)
WDR
Regie: Marc Wiese

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

1972 geht ein Foto um die Welt: Es zeigt die neunjährige Vietnamesin Kim Phúc, die mit schmerzverzerrtem Gesicht um ihr nacktes Leben läuft. Bei dem Versuch, einem Napalmbombenangriff zu entkommen, erleidet sie schwerste Verbrennungen. Innerhalb von Tagen ist Kim Phúcs Foto in allen Zeitungen, und bis heute ist das Bild ein Sinnbild für die Unmenschlichkeit des Krieges. Die Dokumentation von Marc Wiese erzählt, wie die bislang weitgehend unbekannte Geschichte des Mädchens auf dem Foto weiterging.

Es ist der 8. Juni 1972. In Vietnam tobt ein grausamer Krieg. Kim Phúc sucht mit ihrer Familie Schutz in einem Tempel, als ein Angriff auf das kleine Dorf Tran Bang beginnt. Kurz darauf soll der Tempel bombardiert werden. Die Neunjährige flüchtet mit anderen Kindern aus dem Dorf und gerät mitten in den Napalmangriff. Ihre beiden Cousins sterben. Kim brennt sich der Phosphor in die Haut. In diesem Augenblick drückt der AP-Fotograf Nick Ut auf den Auslöser. Das Bild wird zu einem berühmtesten Foto des Vietnamkriegs.
Ut erhält für seine Aufnahme den renommierten Pulitzer-Preis. Und das Klicken seines Auslösers rettet Kim Phúc das Leben. Nachdem er das Bild geschossen hat, bringt der Fotograf das Mädchen in das nächstgelegene Krankenhaus. Tage später - als das Foto längst weltberühmt ist - wird Kim Phúc in eine Spezialklinik für Verbrennungen in Saigon gebracht. Ohne die Veröffentlichung wäre sie gestorben. Die Macht eines Bildes.
Das Leben Kim Phúcs wird von nun an von diesem Bild bestimmt. Zunächst Vorzeigeopfer der westlichen Medien, werden Kim Phúc und ihr Bild nach dem Sieg Nordvietnams vor die kommunistische Propaganda-Maschine gespannt. Und doch verschafft das Foto ihr Vorteile. Als Privilegierte der vietnamesischen Regierung kann sie später in Kuba studieren. Durch ihre Reisemöglichkeiten gelingt es Kim Phúc später, sich mit ihrem Mann in den Westen abzusetzen. Doch es scheint, als könnte sie ihrem Bild niemals entkommen. Denn wie lange oder wo sie auch lebt, sie wird für alle immer das flüchtende Mädchen bleiben - das Mädchen auf dem Foto aus Vietnam.

Die Dokumentation - gedreht an Originalschauplätzen - zeigt die Geschichte des weltbekannten Fotos, seine Entstehung und seine bisher unbekannten Hintergründe. Außerdem veranschaulicht sie, wie ein einziges Bild das Leben aller Beteiligten verändert hat. "Das Mädchen und das Foto" ist auf der 23. FIPA in Biarritz für den Hauptpreis Fipa d'or in der Sektion "Creative documentaries" nominiert.

Verschollene Filmschätze
Mittwoch 10. Februar 2010 um 21.40 Uhr
Wiederholung am Samstag 13. Februar um 09.55 Uhr und Dienstag 23. Februar um 16.15 Uhr
(Frankreich, 2007, 26mn)
ARTE F

Erstellt: 17-06-09
Letzte Änderung: 08-02-10


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