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Mittwoch, 27. Februar 2008 um 21.50 Uhr - 25/02/08

Fuck the Army!

Eine Dokumentation von David Zeiger


Der Dokumentarfilm zeichnet die Eskalation des Konflikts zwischen Kriegsdienstverweigerern und der amerikanischen Gesellschaft während des Vietnamkrieges nach und zeigt parallel dazu die Entwicklung der Protestbewegung, die Amerika traumatisierte und spaltete.

Eingang zum US-Gefängnis Ft. Dix: "Obedience to the law is freedom" ("Gehorsam gegenüber dem Gesetz bedeutet Freiheit")
© ARTE F
Am 6. November 1965 trug Leutnant Henry Howe auf einer Antikriegs-Demonstration ein Transparent mit der Aufschrift "End Johnson's Fascist Aggression in Vietnam" ("Beendet die faschistische Aggression von Präsident Johnson in Vietnam"). Howe war der erste Soldat, der sich in dieser Weise öffentlich äußerte, und wurde deswegen von einem Standgericht umgehend zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Seinem Beispiel folgend, kamen hunderte weitere Soldaten für ihren Widerstand gegen den Vietnamkrieg ins Gefängnis. "Fuck the Army" öffentlich zu sagen, stand unter Strafe.

Die Anti-Kriegs- Bewegung hatte 1971 ein derartiges Ausmaß angenommen, dass eine Kommission des Pentagons zu der Auffassung gelangte, über die Hälfte der in Vietnam kämpfenden Truppenmitglieder sei gegen den Krieg. Es gab Berichte über Einheiten, die sich dem Kampf verweigerten; von Morden an Offizieren und massiver Verbreitung harter Drogen in der Armee war die Rede. Am 20. August 1974 zitierte die New York Times die offiziellen Zahlen des Pentagons zur Fahnenflucht: Genau 503.926 Desertionen zwischen 1966 und 1973.

Meuterei im Militärgefängnis "Presidio": 27 Häftlinge beim Sitzstreik gegen den Mord an einem Mithäftling durch einen Wärter. Sie wurden für Meuterei angeklagt und zu 16 Jahren Haft verurteilt.
© ARTE F
Dennoch versuchten die US-Regierung, einige Medien und die amerikanische Gesellschaft insgesamt nach dem Rückzug der amerikanischen Truppen und dem Fall von Saigon, diese Tatsachen aus dem kollektiven Gedächtnis zu streichen. Bis 1990 war in keinem der über 100 Filme über den Vietnamkrieg die Rede von aufständischen GIs. Im Gegenteil, es wurde der Mythos von den Pazifisten geschaffen, die auf GIs spucken, die aus dem Vietnamkrieg zurückkehren. Und genau dieser Mythos wurde im ersten Golfkrieg von Präsident Bush senior ausgeschlachtet.

ZUSATZINFORMATION
Ausgehend von Aussagen zahlreicher Veteranen aus der Bewegung der Kriegsdienstverweigerer und auf der Grundlage von Amateurarchiven, offiziellen US-Archiven und damaligen Erklärungen der militärischen und politischen Verantwortlichen sowie von Dokumentarfilmen aus den 70er Jahren rekonstruiert Filmemacher David Zeiger die zehn Jahre der amerikanischen Beteiligung am Vietnamkrieg und die Protestbewegung gegen den Krieg.

Wiederholung : 01. März 2008 um 05.00 Uhr

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Fuck the Army!
(Usa, 2005, 52mn)
ARTE F
Regie: David Zeiger

Erstellt: 25-02-08
Letzte Änderung: 25-02-08