Israel: Der Wahlkampf der Antihelden
Von Uri Schneider – ARTE GEIE / One World – Israël 2006
Wohl noch nie in der Geschichte Israels sind die Kandidaten fürs Amt des Ministerpräsidenten so unpopulär wie diesmal. Am 28. März gehen die Israelis zur Wahlurne, um ihre Stimme abzugeben für einen von drei Kandidaten, die keiner so richtig will. Ehud Olmert ist der blasse Nachfolger des im Koma liegenden Ariel Sharons. In der Wahlkampagne der Kadima Partei versucht Olmert erst gar nicht aus dem Schatten des Übervaters Sharon zu treten. Der Slogan von Kadima ist „Der Weg Sharons“. Ehud Olmert: ein farbloser Funktionär.
Ebenso ungeliebt: Olmerts Herausforderer aus der Arbeitspartei, Amir Peretz. Mühsam und ohne viel Erfolg versucht der, sein Image des linken Revoluzzers abzuschütteln. Doch selbst ein Treffen mit Palästinenserpräsident Machmud Abbas scheint ihm nicht viel geholfen zu haben.
Der dritte im Bunde, Benjamin „Bibi“ Netanyahu, ist den Israelis noch allzu sehr bekannt aus den 90er Jahren als einer der schwächsten Ministerpräsidenten, die das Land je hatte. Heute vertritt er nur noch den ultrarechten Flügel der Gesellschaft.
Israels Wahlkampf 2006: die Kampagne der ungeliebten Antihelden.
Indonesien : „Der AschenbecherAsiens“
Von Gunnar Köhne – ARTE GEIE – Türkei 2006
Während in Europa die Anti-Tabakgesetze immer strenger werden, können Zigarettenhersteller in vielen Schwellenländern noch hohe Gewinne einfahren. Beispiel Indonesien: In dem südostasiatischen Land rauchen knapp 65 Prozent der männlichen Bevölkerung. Die jährliche Steigerungsrate beträgt 5 Prozent. Die Auswirkungen des Tabakkonsums sind verheerend: die Behandlung von raucherbedingten Krankheiten kostet das Land jedes Jahr mehrere hundert Millionen Dollar, eine halbe Million Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Tabakkonsums. Jeden Monat gibt ein Raucher 15 € für Zigaretten aus – soviel wie der Mindestmonatslohn in einigen Gebieten des Landes. Die Tabakfirmen können in Indonesien ungehindert für ihre Produkte werben. Nur in der Hauptstadt Jakarta gibt es seit kurzem ein Rauchverbot in geschlossenen öffentlichen Räumen. Indonesien ist einer der wenigen Staaten, die die Anti-Tabak-Konvention der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht unterzeichnet haben. Die Regierung fürchtet, die darin enthaltene Verpflichtungen, über die Gefahren der Tabaksucht aufzuklären und Zigarettenwerbung zu untersagen, könnten der heimischen Tabakindustrie schaden und die Steuereinnahmen schmälern
ARTE Reportage zeigt das brutale Dilemma zwischen Armut und Tabakabhängigkeit, wie Tabakmultis wie Philipp Morris in Indonesien ungehindert auf Menschenfang gehen und wie mutige Menschen und Initiativen dafür kämpfen, ihr Land von der Geißel Tabak zu befreien.
Pakistan : Hoffnung für Erdbebenopfer?
Von Frédéric Jacovlev und Elsa Kleinschmager, Hélène Giummelly-Frinot – ARTE GEIE – Frankreich 2006
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Im Norden Pakistans ist Mera das grösste Obdachlosenlager des ganzen Landes. 20 000 Menschen, alle Opfer der Erdbebenkatastrophe vom 8.Oktober 2005 haben in Zelten, die von privaten internationalen Hilfsorganisationen geliefert wurden einen harten Winter überlebt, es wird noch Wochen dauern, bis der letzte Schnee getaut sein wird. Erst danach können die Obdachlosen entscheiden, ob sie in ihre zerstörten Heimatdörfer zurückkehren wollen. Ob das vielen gelingen kann ist mehr als fraglich, denn das heftige Beben hat alle Dörfer und Strassen in der Region zerstört. Nach der Flucht aus der Erdbebenzone mussten sich die Obdachlosen im Lager in kürzester Zeit von alten Gewohnheite trennen, die meisten von ihnen lebten von Ackerbau und Viehzucht und versorgten sich weitgehend selbt. Im Lager Mera kümmert sich nun die pakistanische Armee um den Lebensmittelnachschub, um Sicherheit und Ordnung. In nur drei Wochen haben die Bauernfamilien die Wasserversorgung in ihrer Zeltstadt sicher gestellt , eine Mülldeponie wurde eingerichtet, kleine Strassen wurden gebaut, auch Schulen und sogar ein Krankenhaus. Einige Lagerinsassen richteten kleine Lebensmittelläden ein, andere vertreiben sich die Zeit beim Kricketspiel oder mit Bastelarbeiten. Fünf Monate nach der Katastrophe haben ARTE-Reporter das Lager Mera besucht, die Flüchtlinge erzählen vom Erdbeben, ihrer Flucht und ihren Hoffnungen. 







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