Dokumentation, Deutschland 2005, Erstausstrahlung
Regie: Norbert Busè
« Wir haben jahrelang die Augen verschlossen. Wir haben nur versucht, die Symptome zu beseitigen und nicht die Ursachen. Das rächt sich jetzt. Viele werden deshalb unnötig leiden und sterben müssen." So lautet das Fazit eines Arztes und Spezialisten.Bei der Suche nach den Ursachen der Erkrankung wird der Verdacht laut, dass ein übermäßiger Konsum industriell verarbeiteter Nahrungsmittel Schuld an der fatalen Entwicklung ist. "Der westliche Lebensstil, die Kolonisation mit den westlichen Lebensmitteln, ist eine Hauptursache der Diabetes-Epidemie", warnt ein Tübinger Wissenschaftler. Der hohe Konsum von Fabrikzucker und Auszugsmehlen gilt als Hauptauslöser der Volksseuche.
Gesunde Lebensweise gerät gerade bei Kindern immer mehr in Vergessenheit, bilanziert vorab eine noch laufende Untersuchung des Robert-Koch-Instituts. 18.000 Kinder und Jugendliche sind in die bundesweite Gesundheitsstudie einbezogen. "Die Kinder wissen nicht mehr, welche Ernährung ihnen gut tut", resümiert die leitende Ärztin.
Der Verbrauch an ungesunden Nahrungsmitteln nimmt von Jahr zu Jahr zu. Die Folgen sind nachhaltige Störungen einzelner Organe wie Bauchspeicheldrüse und Darm, die das Diabetes-Risiko sowohl von Typ I und II erhöhen. Sollten Produkte wie Softdrinks und viele Formen von Süßwaren, deren Absatz von Jahr zu Jahr steigt, als gesundheitsgefährdend deklariert werden?
Bekommen wir in ganz Europa englische Verhältnisse? In keinem anderen europäischen Land sind mehr Kinder durch den ungehemmten Verzehr minderwertiger Lebensmittel von Fettsucht und dem dadurch ausgelösten Diabetes betroffen, als in Großbritannien. Englische Studien belegen, dass neben der genetischen Disposition der Grad der Bildung, die Höhe des Einkommens wie auch Stressfaktoren wichtigen Einfluss auf die Entwicklung eines Diabetes nehmen können. Die Wohlstands-Epidemie konnte sich auf Grund einer verfehlten Aufklärung und einer verfehlten Gesundheitspolitik ausbreiten.
Welche Konzepte funktionieren in der Prävention von Diabetes? Wie kann man den dramatischen Anstieg von Folgekrankheiten und die Kostenlawine, die unsere Gesundheitssysteme ruiniert, noch beherrschen? Gibt es alternative medizinische Erkenntnisse, Diabetes auch ohne Insulin zu beherrschen? Steht das Transplantationszentrum in Lille vor der Lösung in der Bekämpfung der Volkskrankheit?
Oder sind und bleiben wir Opfer unseres Wohlstands?







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