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Montag 24. bis Donnerstag 27. Januar 2005 - 19/01/05

Holocaust

Die Geschichte der Familie Weiss


Der vierteilige Fernsehfilm erzählt von der Verfolgung und Vernichtung der Juden im nationalsozialistischen Deutschland: Die jüdische Arztfamilie Weiss gerät in die Mord-Maschinerie des NS-Staates, während der Jurist Dorf dadurch zu Einfluss und Karriere gelangt.

> Montag, den 24. Januar 2005, um 20.40 Uhr
Teil 1: 1935 - 1940

Im Berlin des Jahres 1935 feiern Karl Weiss und Inga Helms ihre Hochzeit. Karl und Inga sind deutsche Staatsbürger, aber Karl Weiss ist Sohn einer jüdischen Familie, seine Frau ist nach den Begriffen des nationalsozialistischen Staates "arisch". Wenig später werden die Nürnberger Gesetze erlassen, die so genannte "Mischehen" als "Rassenschande" unter Strafe stellen. Gleichwohl kann die Familie Weiss sich nicht entschließen, Deutschland zu verlassen: Noch ist der Schrecken, mit dem die Nazis ihre jüdischen Mitbürger überziehen werden, real nicht vorstellbar.
Der junge arbeitslose Jurist Erik Dorf tritt als persönlicher Referent in die Dienste von Reinhard Heydrich, der die ersten Terrormaßnahmen gegen Juden einleitet. Beraten von Dorf, befiehlt Heydrich der SS den Sturm auf die jüdischen Synagogen und Geschäfte. Jetzt sind die Juden offiziell zum Pogrom freigegeben. Karl Weiss wird verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert, sein Vater, der Arzt Dr. Josef Weiss, wird nach Polen deportiert, seine Tochter Anna wird nach dem Schock einer Vergewaltigung Opfer der so genannten Euthanasie-Programme, die Eltern von Frau Weiss nehmen sich das Leben. Der junge Rudi Weiss flieht vor den Nazis in die Tschechoslowakei.

> Dienstag, den 25. Januar 2005, um 20.45 Uhr
Teil 2: 1941 - 1942

Die deutschen Truppen haben weite Teile Osteuropas besetzt und dort Lager errichtet, in denen vor allem die jüdische Bevölkerung kaserniert wird. Karl Weiss ist im KZ Buchenwald als Maler in die so genannte "Künstlerabteilung" verlegt worden, seine Überlebenschancen sind dadurch zunächst gestiegen. Dr. Josef Weiss trifft im Warschauer Ghetto auf seine Frau Berta. Die beiden organisieren gemeinsam mit Moses Weiss eine Widerstandsgruppe. Rudi Weiss, dem sich auf der Flucht die junge Tschechin Helena angeschlossen hat, wird Zeuge der Massenerschießung von Babi Yar.

Erik Dorf macht eine steile Karriere, weil er wirkungsvolle Methoden ausarbeitet, wie die in Europa lebenden Juden systematisch ermordet werden können. Als 1942 auf der Wannsee-Konferenz in Berlin die "Endlösung der Judenfrage" beschlossen wird, wird der SS-Obersturmbannführer zu einem wichtigen Ratgeber für Heydrich und Himmler.

> Mittwoch, den 26. Januar 2005, um 20.45 Uhr
Teil 3: 1942 - 1944

Karl Weiss wird nach Theresienstadt verlegt. Dort macht er Zeichnungen von den brutalen Verhältnissen des Lagers. Als die Werke entdeckt werden, wird Karl gefoltert, seine Hände werden gebrochen. Rudi Weiss und Helena konnten in die Ukraine fliehen und haben sich dort jüdischen Partisanen angeschlossen. Täglich werden jetzt 6.000 Menschen aus dem Warschauer Ghetto in die Todeslager von Treblinka und Auschwitz transportiert - angesichts dieser konkreten Bedrohung bereiten Josef und Moses Weiss einen bewaffneten Aufstand vor. Nachdem Heydrich 1942 an den Folgen eines Attentats gestorben ist, übernimmt Ernst Kaltenbrunner die Leitung des Reichssicherheitshauptamtes und damit die Führung im Massenmord an den Juden. Bei ihm fällt Erik Dorf in Ungnade, obwohl er durch die Einführung von Zyklon B in den Gaskammern von Auschwitz zeigen wollte, wie bedingungslos er sein Leben dem Nationalsozialismus verschrieben hat.

> Donnerstag, den 27. Januar 2005, um 20.40 Uhr
Teil 4: 1944 - 1945

Die Aufständischen im Warschauer Ghetto halten ihren verzweifelten Kampf 20 Tage lang durch. Danach kann die SS bei ihren Spitzen in Berlin auftrumpfen, dass Warschau "judenfrei" sei.
Karl Weiss kommt nach Auschwitz und stirbt dort an den Folgen der Folter. Josef und Berta Weiss werden in den Gaskammern umgebracht. Helena stirbt bei einer Aktion der Partisanengruppe, Rudi wird in das Lager Sobibor gebracht und kann nach einem Aufstand fliehen. Er ist - außer der Nichtjüdin Inga Helms-Weiss - der einzige Überlebende der Familie. Erik Dorf begeht nach seiner Festnahme durch die Amerikaner Selbstmord.


Fernsehfilm in vier Teilen von Marvin J. Chomsky
Buch: Gerald Green
USA 1978, 416 Min.
Mit: Fritz Weaver (Dr. Josef Weiss); Rosemary Harris (Berta Palitz-Weiss); Blanche Baker (Anna Weiss); Joseph Bottoms (Rudi Weiss); James Woods (Karl Weiss); Meryl Streep (Inga Helms-Weiss); Michael Moriarty (Erik Dorf); Deborah Norton (Marta Dorf) u. v. m.

Erstellt: 19-01-05
Letzte Änderung: 19-01-05