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Der Themenabend will die grausame Tatsache des Sklavenhandels, den die Europäer nach Amerika organisierten, nicht relativieren. Aber er will auch andere, "tabuisierte" Formen des Menschenhandels und der Sklaverei benennen. Neben einer Dokumentation über die Jahrtausende alte Tradition der Sklaverei in Mauretanien ist ein Beitrag über den noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts betriebenen innerafrikanischen Menschenhandel zu sehen. Den Abschluss des Themenabends bildet eine Gesprächsrunde, moderiert von Daniel Leconte.
Um 21.00 Uhr
Die letzten Sklaven
Dokumentation von Sophie Jeaneau und Anna Kwak
ARTE France, Frankreich 2008, 45 Min.
Wiederholung am 3. Juli um 10.00 Uhr
Die Islamische Republik Mauretanien, im August 2007: Der neue Präsident der Republik, Sidi Mohamed Ould Cheikh Abdallahi, verabschiedet ein Gesetz, das Sklaverei unter Strafe stellt. Bereits zum vierten Mal wird in Mauretanien offiziell die Haltung von Sklaven "abgeschafft". Daraus lässt sich im Umkehrschluss folgern, dass die Sklaverei in diesem Land der Sahelzone zwischen Maghreb und Schwarzafrika bis vor knapp einem Jahr noch toleriert wurde.
In Mauretanien gehört die Sklaverei zum System. Eine Jahrtausende alte Tradition will, dass jeder Mensch hier als "Herr" oder "Sklave" zur Welt kommt. Weder Gesetz noch Staat konnten diesen Brauch bisher unterbinden. Die Sklaven gehören zu Haus und Gut ihres Herrn. Sie erledigen die niedrigen Arbeiten, während ihre «Herren» Schöngeister, Geschäftsleute, Beamte und Intellektuelle sind. Auf diesem althergebrachten System baut die gesamte mauretanische Gesellschaft auf, sowohl in der "maurischen", Arabisch sprechenden als auch in der schwarzafrikanischen Gemeinschaft. Um einen Aufstand der Sklaven zu vermeiden, werden diese von ihren Sklavenhaltern mit religiösen Argumenten eingeschüchtert: Wer fliehe, komme in die Hölle.
Biram, Boubacar, Aminetou, Mohammed Lémine und Messaoud stammen aus beiden Lagern, Sklaven und «Herren». Sie haben jetzt den Mut aufgebracht, sich dem System zu verweigern. Ihr Ziel besteht darin, das Land von der Geißel der Sklaverei zu befreien. Auf ihnen ruht die Hoffnung, dass in Mauretanien die Sklaverei bald tatsächlich der Vergangenheit angehört.
Um 21.45 Uhr
Sklaven für den Orient
Dokumentation von Antoine Vitkine
ARTE France, Frankreich 2008, 45 Min.
Wiederholung am 3. Juli um 10.45 Uhr
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Außerdem befasst sich die Dokumentation mit dem der Öffentlichkeit noch weniger bekannten innerafrikanischen Menschenhandel, den afrikanische Königreiche Jahrhunderte lang betrieben - lange bevor die Europäer die afrikanischen Küsten für sich entdeckten. Ferner veranschaulicht die Dokumentation durch bisher unveröffentlichte Fotos, dass der Sklavenhandel in der muslimischen Welt und Schwarzafrika bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts weiterblühte.
Wie wurden die Sklaven gefangen genommen? Welche Arbeiten mussten sie verrichten? Diese und andere Fragen beantworten die Experten Salah Trabelsi, Ibrahima Thioub, Henri Medard und Mohamed Ennaji. Die arabischen und afrikanischen Historiker erläutern, warum die Geschichte des Sklavenhandels in der afrikanischen und muslimischen wie in der westlichen Welt ein heikles Thema ist und bleibt. Dahinter stehen diverse Ängste: Angst davor, den Sklavenhandel nach Amerika zu banalisieren, Rachegedanken zu schüren und des Rassismus oder der Kolonisierung beschuldigt zu werden - alles Gründe, die einer Vergangenheitsbewältigung heute noch im Wege stehen.










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