
Samstag 6. November 2010 um 15.25 Uhr
Wiederholung am Dienstag 9. November um 23.55 Uhr

Am 27. Oktober 2005 werden zwei Jugendliche aus der Pariser Vorstadtsiedlung Clichy-sous-Bois in einer Transformatorstation durch Stromschläge tödlich verletzt. Ein dritter Jugendlicher kommt mit schweren Verbrennungen davon und schlägt Alarm. Ab diesem Zeitpunkt kursieren zwei Versionen: Die Jugendlichen versichern, sie seien auf dem Heimweg von einem Fußballspiel von Polizisten gehetzt worden, während die Behörden - mit öffentlicher Rückendeckung des Innenministers – eine solche Verfolgung abstreiten. Noch am selben Abend werden die ersten Autos in Brand gesetzt. Es ist der Anfang einer drei Wochen andauernden Krisensituation.
Alex, ein belgischer Journalist, kommt nach Clichy-sous-Bois, um sich vor Ort über den tragischen Zwischenfall zu informieren. Mit Unterstützung der Rechtsanwälte der Familien der Opfer, versucht er zu rekonstruieren, was wirklich vorgefallen ist; dabei offenbart sich ihm immer mehr das wahre Ausmaß der Missstände in den Vorstadtsiedlungen.
Regisseur Philippe Triboit setzt die Vorfälle vom Oktober 2005 an den Originalschauplätzen der dramatischen Ereignisse und mit Laiendarstellern aus Clichy-sous-Bois in Szene. Die fesselnde Mischung aus Fiktion und dokumentarischem Material hütet sich vor voreiligen Schlüssen und einseitigen Schuldzuweisungen in dieser politischen und sozialen Katastrophe: Mit den Augen des recherchierenden Journalisten beleuchtet der Film die verschiedenen Seiten der Problematik gesellschaftlich abgehängter Vorstädte. Erlebnisberichte der Anwälte, veröffentlicht in dem Buch "L'affaire Clichy", liegen dem Film zugrunde. Ob als Regisseur oder Drehbuchautor - Philippe Triboit hat sich vor allem durch Fernsehproduktionen einen Namen gemacht. Bereits in den 80er Jahren verfasste er die Dialoge für "Le Mariage blues" (1985) und "Une saison de feuilles" (1989). Heute realisiert er vor allem Serien, zu denen "Engrenages" (2005) und "L'instit" (1993 - 2004) gehören. Für seine Arbeit als Regisseur des Films "Profession: grand frère" (1996) erhielt er den Grand Prix des Krimi-Festivals Cognac 1997. Auch bei der Literaturverfilmung "Bel ami" (2005) von Guy de Maupassant führte Triboit Regie und lieferte außerdem das Drehbuch.
Schauspieler Thierry Godard, hier in der Rolle des belgischen Journalisten Alex, ist zu sehen in "Mer belle à agitée" (2006) oder dem Serienerfolg "Engrenages" (2005). Auf der Kinoleinwand erschien er in "Je préfère qu'on reste amis" (2005), an der Seite von Gérard Depardieu.
Auch die als Polizistin überzeugende Nathalie Besançon ist dem französischen Fernsehzuschauer bekannt, etwa aus "Le Procès de Bobigny" (2006) und "Gefährdeter Bezirk" (2006). Im Kino war sie in "Die Frau des Leuchtturm-wärters" (2004) und in "Ça ira mieux demain" (2001) zu sehen.







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