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Stummfilm

Die Cinémathèque Française ehrt Jean Epstein mit einer Retrospektive.

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Stummfilm auf ARTE - Montag, 24. Dezember 2007 um 23.40 Uhr - 13/04/12

Der Rosenkavalier

Ein Stummfilm von Robert Wiene


Lange Zeit kaum zu sehen, nun wieder zurück auf großer Bühne: Der legendäre ROSENKAVALIER- Film von Robert Wiene mit der originalen Filmmusik von Richard Strauss, 1926 in der Semperoper uraufgeführt, 80 Jahre später wieder an diesem Ort – aktuell restauriert vom Filmarchiv Austria in Zusammenarbeit mit der Staatsoper Dresden und der Spielfilmredaktion ZDF/ARTE. Damit ist die wohl spektakulärste Filmmusik der 1920-er Jahre wieder zurückgekehrt: "Eine unverhoffte Sensation", betitelte DIE WELT ihre Rezension der Uraufführung am 06.09.2006 in Dresden.

© ZDF/Filmarchiv Austria/Theatermuseum Wien
Die ersten 70 Minuten des Films folgen dem Inhalt der ersten beiden Akten der Oper: der junge Graf Oktavian hat ein amouröses Verhältnis mit der verheiratete Feldmarschallin. Fast wäre das Verhältnis aufgeflogen, als der Vetter der Marschallin, Baron Ochs, überraschend seine Aufwartung macht, da er die junge Sophie heiraten möchte. Nur verkleidet als Kammerzofe entkommt Oktavian der peinlichen Situation, was wiederum den Hofintriganten Annina und Valzacchi nicht entgangen ist. Oktavian wird als Ochsens Brautwerber (Rosenkavalier) zu Sophie geschickt, und verliebt sich in das Mädchen. Sophie erwidert seine Gefühle. Doch Ochs läßt nicht locker und besteht auf Erfüllung des Heiratsvertrags, den er mit Sophies Vater ausgehandelt hat.

© ZDF/Filmarchiv Austria/Theatermuseum Wien
Der Marschallin ist die neue Liebe von Oktavian nicht verborgen geblieben. Sie will Gewissheit und veranstaltet – ab hier entfernt sich der Filmplot vom Libretto - ein Maskenfest. Während sich der eifersüchtige Marschall seiner Frau in Wien nähert, belauscht sie in einem Pavillon Oktavian und Sophie. Der letzte, nun rekonstruierte Filmakt erzählt nicht ohne Ironie von einem glücklichen Ende und inszeniert dafür im nächtlichen Garten eine große Verwechslungskomödie: Oktavian kompromittiert Ochs, indem er sich noch einmal als Mariandl verkleidet und Ochs zu einem Rendezvous verführt, das im öffentlichen Eklat endet. Das happy-ending fügt Annina. Sie bringt die verwirrten Gemüter durch vertauschte Kostüme noch weiter durcheinander, bis auf einen Schlag die richtigen Paare zu einander finden. Alle sind versöhnt, zumindest für diese Nacht. Nur Ochs hat verloren, er bleibt auf seinen Schulden sitzen und reist unverrichteter Dinge auf sein Schloß zurück.
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Der Rosenkavalier (1925)
Länge: 109 Minuten, viragiert
Rekonstruierte Film- und Musikfassung, deutsch-französische Erstausstrahlung
Regie: Robert Wiene
Drehbuch: Ludwig Nerz und Robert Wiene (nach Hugo von Hofmannsthal)
Musik: Richard Strauss
Kamera: Hans Theyer, Hans Androschin, Ludwig Schaschek
Uraufführung: Semperoper Dresden (10.01.1926)
Originallänge: 2996 m (=115’ bei 22 b/sec)
Restaurierte Filmlänge: ca 109’ (bei 22 b/sec)
mit: Huguette Duflos (Marschallin), Jaque Catelain (Oktavian), Michael Bohnen (Baron Ochs von Lerchenau), Paul Hartmann (Marschall), Carmen Cartellieri (Annina), Friedrich Féher (Valzacchi), Elly Felicie Berger (Sophie), Karl Forest (Faninal)
Rekonstruktion (2006): Filmarchiv Austria
Materialbeistellung: Bundesarchiv Filmarchiv, Berlin Narodni Filmovy Archiv, Praha, National Film and Television Archive, London Österreichisches Theatermuseum, Wien
Musikeinrichtung: Bernd Thewes
Einspielung: Staatskapelle Dresden
Künstlerische Leitung: Frank Strobel
Tonmeister: Wolfram Nehls
Redaktion (ZDF): Nina Goslar
Produktionsleitung (ZDF): Christian Schwalbe
Aufzeichnung der Musik am 06.09.2006, Semperoper Dresden
Koproduktion von Filmarchiv Austria, Filmverband Sachsen e.V., Sächsische Staatsoper Dresden, ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE, 3sat, DTK

Erstellt: 10-12-07
Letzte Änderung: 13-04-12