Milos Forman wurde am 18. Februar 1932 in Càslav in der Tschechoslowakei geboren. Noch als Kind verliert er seinen Vater und seine Mutter, die gefangen genommen und nach Auschwitz bzw. Buchenwald deportiert wurden.
Nach seinem Schulabschluss schreibt sich Forman für „Drehbuch“ in der Prager Filmhochschule, der FAMU, ein, wo zu seinen Professoren hervorragende Persönlichkeiten „des goldenen Zeitalters“ des tschechischen Films zählten. Nach einem Abstecher als Drehbuchautor beim Fernsehen und einem gemeinsamen Projekt mit Alfred Radok, macht er im Jahr 1963 mit zwei Kurzfilmen „Konkurs“ und „Kdyby ty muziky nebyly“ („Why Do We Need All the Brass Bands?“) seine ersten Erfahrungen als Regisseur. Seine im Laufe seiner Werke immer wieder verarbeiteten Lieblingsthemen tauchen hier bereits auf: Generationskonflikte, Kritik an den Machthabern, die sich auflehnende Jugend, Außenseiter des gesellschaftlichen Systems ...
Es folgen „Cerny Petr“ („Der schwarze Peter“) und „Lásky jedné plavovlásky“ („Die Liebe einer Blondine“), die ihn fortan zu einer nicht mehr wegzudenkenden Persönlichkeit im jungen tschechischen, aber auch im europäischen Film werden lassen. Carlo Ponti wird auf ihn aufmerksam und bittet ihn, am Drehbuch und an der Regie eines Films in Italien mitzuwirken. Dieses Projekt kommt jedoch nie zustande, aber Ponti bietet ihm im Gegenzug an, seinen nächsten Film zu finanzieren. Die Rede ist von „Anuschka – es brennt mein Schatz“, eine eher unverhohlene Satire über die Apparatschicken der tschechischen kommunistischen Partei, welche Carlo Ponti letztendlich ablehnt und welche in der Tschechoslowakei verboten wird.
Für Milos Forman beginnt eine lange Zeit im Exil wie auch eine Karriere in Amerika, die mit „Taking Off“ ihr Debüt hatte, einer in Europa eher weniger gut angenommenen Satire über die Mittelklasse.
Filmographie•Laterna magika II (Co-Regie mit Alfred Radok)
1963
•Kdyby ty muziky nebyly (Why Do We Need All the Brass Bands?)
•Konkurs (s/w, 47 Min.)
1965
•Lásky jedné plavovlásky (Die Liebe einer Blondine) (s/w, 88 Min.)
•Cerny Petr (Der schwarze Peter) (s/w, 85 Min.)
1967
•Horí, má panenko (Anuschka – es brennt mein Schatz) (Farbe, 71 Min.)
1971
•Nedostaje mi Sonja Henie (I Miss Sonia Henie) (s/w, 20 Min.)
•Taking Off (Farbe, 93 Min.)
1973
•Visions of Eight (Farbe, 109 Min.). Dokumentarfilm über die Olympischen Spiele in München in Co-Regie. Milos Forman ist Regisseur des Teils: „The Decathlon“)
1975
•Einer flog über das Kuckucksnest (Farbe, 133 Min.)
1979
•Hair (Farbe, 121 Min.)
1981
•Ragtime (Farbe, 155 Min.)
1984
•Amadeus (Farbe, 160 Min. /180 Min.)
1989
•Valmont (Farbe, 137 Min.)
1996
•Larry Flynt – Die nackte Wahrheit (Larry Flint) (Farbe, 129 Min.)
1999
•Der Mondmann (Farbe, 118 Min.)







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