
Ein Film von Carlos Reygadas
(Mexiko/Belgien/Frankreich/Deutschland/101 Min.)
Avec Brenda Angulo, David Bornstien, Marcos Hernández
Wettbewerb Cannes 2005
Im Gespräch mit Carlos ReygadasSynopsis: Marcos, der Chauffeur eines Generals, und seine Frau haben aus Geldgier ein Kind entführt, das dabei zu Tode gekommen ist. Ana, die Tochter des Generals, prostituiert sich, weil es ihr Freude bereitet. Der von schweren Gewissensbissen geplagte Marcos vertraut sich Ana an und sucht bei ihr Halt. Schließlich unternimmt er eine Wallfahrt zu Ehren der Madonna von Guadalupe, der Patronin aller Mexikaner.
Kritik: Carlos Reygadas erster Film „Japon“ (2002) spielte in einer entlegenen Gegend Mexikos und zeichnete das Porträt eines Mannes, der sich das Leben nehmen wollte. Dabei ist der Regisseur seinen eigenen ästhetischen Ansprüchen mehr als gerecht geworden. Reygadas hat den Ruf eines gebildeten und unbequemen Mannes. Er steht für einen streng formalistischen Ansatz und setzt auf die Kraft klarer Bilder, die weit über die bloße Pose hinausgehen. Dies verleiht den Aufnahmen eine ganz besondere Authentizität. Sein soziales Anliegen bringt Reygadas mit den Mitteln der Poesie zum Ausdruck, was ihm nichts von seiner Schärfe nimmt. Reygadas thematisiert in seinem Werk soziale Konflikte ebenso wie Begierde, Spiritualität und Schuldgefühle, und lässt seine Figuren Selbstverständliches hinterfragen. Dabei sind seine Filme jedoch nicht aggressiv wie manch unerträglicher parolendreschender Politstreifen, sondern auf angenehme Art anspruchsvoll. In „Batalla En El Cielo“ verschmelzen Bewegung und Langsamkeit, Dialoge und Musik zu einem einheitlichen Ganzen, die Stadt wird eins mit ihren Figuren und Geräuschen, entstanden ist ein Werk, in dem Originalität und Phantasie zelebriert werden.
Der Film schildert den Leichtsinn der jungen Leute aus der High Society und der Arbeiterklasse. Marcos und seine Frau entführen das Baby einer Freundin, da es einfacher ist, Arme zu erpressen als streng bewachte Millionäre. Doch „Batalla En El Cielo“ versteht sich nicht als Gesellschaftskritik, sondern entspringt schlicht und einfach dem Wunsch des Regisseurs, ein Filmkunstwerk zu schaffen. Man spürt förmlich, welche Freude er dabei empfindet, einen Moloch wie Mexiko City zu filmen, daneben grüne, Nebel verhangene Landstriche, die stille Kraft und Schönheit von Körpern oder den linkischen Charme eines sehr jungen Mädchens mit Tätowierungen und Dreadlocks.
Carlos Reygadas Filme sind düster und gleichzeitig poetisch und greifen nicht auf gängige Klischees zurück. Mit „Batalla En El Cielo“ zeigt er, wie man sich als Regisseur beständig weiterentwickeln kann, ohne dabei seine Sensibilität und seinen Ideenreichtum einzubüßen. Von Carlos Regadas ist noch Großes zu erwarten.
Julien Welter








Die schweren Gewissenskonflikte eines Mannes und der Moloch Mexiko City stehen im Mittelpunkt dieses ungewöhnlichen Meisterwerkes des jungen Regisseurs Carlos Reygadas. „Batalla En El Cielo“ ist eine einzigartige Ode an die Filmkunst.
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